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Full text of "Zur ethnographie der republik Guatemala"

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ZUR 



ETHNO&EAPHIE 



DER 



REPUBLIK GIJÄTEmÄLA.; 










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ZUR 



ETHNOGRAPHIE 



DER 



REPUBLIK GUATEMALA. 



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VON 



OTTO STOLL med. dr. 



DOCENT AN DER UNIVERSITÄT ZÜRICH. 






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ZÜRICH 
Drück und Verlag ton Orbll FOssli & Co. 

1884. 

I 



SEINEM LIEBEN VATER 



HERRN GEORG STOLL 



Direktor der Schweiz. Kreditanstalt 



VOM 



VERFASSER. 



Vorbemerkung. 



Im Folgenden sind die ethnographischen Resultate eines mehr- 
jährigen Aufenthaltes an verschiedenen Orten der Repuhlik Guatemala 
summarisch niedergelegt. Ich hin während dieser Zeit hemüht gewesen, 
soweit es meine Stellung als practicierender Arzt gestattete, die yom 
Ahb^ Brasseur de Bourbourg begonnene und von Dr. 0. H. Berendt 
so erfolgreich fortgesetzte Aufgabe der vergleichenden Linguistik Central- 
Americas wenigstens für den Umfang des Staates Guatemala weiterzu- 
führen und durch Gewinnung eines umfassenden grammatikalischen 
and lexikalischen Materiales einen Vergleich der noch in diesem Gebiete 
gesprochenen Sprachen, theils unter sich, theils mit ihren muthmass- 
lichen Muttersprachen möglich zu machen. Mit dem zunehmenden 
Verkehre der Indianer mit Weissen und den meist ebenfalls spanisch 
redenden Mischlingen gehen die eingebornen Sprachen der rapiden 
Hispanisierung und unaufhaltsamem Verfalle entgegen, so dass in nicht 
allzufemer Zeit wohl keiner der einheimischen Dialekte mehr annähernd 
rein gesprochen und das flir die alte Geschichte der indianischen Be- 
völkerung Guatemalas so unschätzbare sprachliche Material unwieder- 
bringlich verloren sein wird. Es ist diess um so mehr zu bedauern, 
als damit die letzte und einzige Brücke, die uns noch mit jener un- 
bekannten Vorzeit indianischer Cultur verbindet, welche die grossen Bau- 
werke und Hieroglyphentafeln von Copan, Quiriguä, Santa Lucia Cozu- 
malhuapa und viele andere geschaffen, hoffnungslos abgebrochen wird. 



— VI — 

Noch im Jahr 1816 sah Vater, der gelehrte Verfasser des dritten 
Bandes des Mithridates (amerikanische Sprachen), sich veranlasst, zu 
schreiben: „Die Sprachen der Diöcesen von Nicaragua, Honduras und 
„Vera-Paz (Guatemala) setzt Hervas unter diejenigen, von welchen 
„man wenig weiss." — Diess ist nun, namentlich durch die Bemühungen 
des verstorbenen Dr. Berendt, Squier's und Dr. Scherzer's seither er- 
heblich besser geworden, aber dennoch gibt es selbst in dem engen 
Rahmen der heutigen Republik Guatemala noch ein paar DistrictO; 
welche sprachwissenschaftlich ganz undurchforscht sind. 

Es werden gegenwärtig noch 18 selbständige Sprachen in Guate- 
mala geredet^ von denen die folgenden: 

Maya, Mopan, Chol, Qu'ekchij Pokonchi, Uspanteca, Ixil, Aguacateca, 
Marne, QuHchS, Cakchiquel, Ts^utujü, Pokomam, Chorti 
der Maya-QuHcM-Gru^pe angehören, während die übrigen 

Sinca, Pujpuluca, Pipil, Carihe 
der Maya nicht verwandt sind, und andere Sprach typen repräsentieren. 
Bezüglich der von Juarros i) aufgeführten Alagüilac-Sprache von S. Cristo- 
bal Acasaguastlan verweise ich auf den Text. 

Von zehn der genannten Sprachen besitze ich eigenes, von mir 
selbst von den Indianern aufgenommenes Material; mein Plan, vor meiner 
Abreise aus Guatemala noch die südlichen Departemente zu bereisen, 
und an Ort und Stelle auch die mir noch fehlenden Sprachen zu sam- 
meln, ist leider durch Krankheit vereitelt worden. Ich hoffe, auf einer 
spätem, speziell zu linguistischen Zwecken unternommenen Reise diess 
nachholen und auch diese Sprachgebiete zum Abschluss bringen zu kön- 
nen. Einstweilen bin ich gezwungen, bezüglich der acht andern Sprachen 
mich auf die sehr spärlich vorhandenen fremden Quellen zu stützen. 

Auf die erweiterte ethnographische und linguistische Kenntniss 
unseres Gebietes hätte dann in kommender Zeit sich dessen gründliche 
anthropologische Durchforschung zu stützen. .Leider ist eine solche in 



^) JoarroB. Compendio de la historia delaoiadaddeGuatemala. t. ü. trat.IV,cap.6. 



einem leicht fanatisierten Lande mit Schwierigkeiten eigener Art yer- 
bunden, and erfordert Zeit sowohl, als Opfer an pekuniären Mitteln, 
welche aufzubringen einem Privatmanne, wenn er in beiden nicht ganz 
unabhängig ist, selten möglich sein wird. Ohne die nachdrücklichste 
Hülfe seitens der Landesregierung würde zudem an das Oeffiien yon 
Gräbern, selbst an die Durchführung grosser Messungsreihen an Leben- 
den nicht leicht zu denken sein. Ich werde an anderer Stelle, in meiner 
Reisebeschreibung, Gelegenheit haben, auf einige der Schwierigkeiten, 
welche sich im Verkehr mit dem Indianer der wissenschaftlichen Unter- 
suchung entgegenstellen, und welche in dessen Indolenz einerseits, ander- 
seits aber in seinem unüberwindlichen Misstrauen gegen Vornahme irgend- 
welcher, ihm neuer Manipulationen begründet sind, zurückzukommen. 
Je weniger er ihren Zweck einsieht, desto mehr ist er geneigt, darin 
irgend eine, auf seinen Nachtheil berechnete Massregel zu erblicken, 
der er sich durch Ausrede und Lüge, selbst durch Flucht zu entziehen 
sucht. Es ist diess eine der vielen, faulen Früchte, welche die spanische 
Eroberung dieser Länder und die Jahrhunderte der Unterdrückung und 
grausamer Ausbeutung in den Gemüthern der Indianer zur Reife ge- 
bracht haben. Wie die Dinge jetzt liegen, kann in den meisten Fällen 
nur Zwang zur Erreichung der obbenannten Zwecke helfen, und diesen 
ist weder die Energie des einzelnen Reisenden, noch sein Geld, sondern 
nur die oberste Landesregierung, resp. der directe, schriftliche Befehl 
des Präsidenten im Stande auszuüben. Solche Befehle sind für Reisende, 
die von einer ausländischen Regierung oder einer bedeutenden wissen- 
schaftlichen Corporation an die Landesregierung empfohlen sind, unschwer 
zu bekommen, und mit ihrer Hülfe könnte eine Reihe der interessan- 
testen, anthropologischen Fragen der Lösung nahe gebracht werden; 
speziell würde eine derartige Expedition sich mit dem Problem der 
Racenidentität irgend einer der noch lebenden Völkerschaften mit den 
Reliefs der alten Ruinenstädte in erster Linie zu befassen haben. 

Die im Anhange gegebene kleine Karte dient dem ausschliesslichen 
Zwecke, die Vertheilung und Ausdehnung der einzelnen Sprachgebiete 
in Guatemala zu veranschaulichen, keineswegs aber macht sie Anspruch 



— VIII — 

auf grössere Correctheit, als die bis jetzt über Guatemala vorhandenen 
Specialkarten, deren keine auf astronomische Ortsbestimmungen basiert 
ist, zu geben erlauben. Im Interesse der Uebersichtlicbkeit ist das Ein- 
zeichnen der Gebirgszüge und der Grenzen der politischen Departe- 
mente unterlassen worden. Bezüglich der Grenzen habe ich den Ab- 
änderungen, welche die Gebietsabtretungen an Mexico durch den Vertrag 
vom Jahr 1882 zur Folge haben werden, vorläufig Rechnung getragen. 
Prof. Edwin Rockstroh vom Institute Nacional in Guatemala, der als 
Mitglied der Grenzcommission an der projectierten, neuen Vermessung 
mitarbeiten wird, hatte die Freundlichkeit, die betreffenden Aenderun- 
gen in mein Exemplar der Aussehen Karte einzuzeichnen. 

Diejenigen Sprachen, über welche ich ausführlicheres, namentlich 
auch grammatikalisches Material sammeln konnte, wie das Cakchiquel, 
Pokomchl, Qu^ekchl und Ixil, werden später selbstständige, monogra- 
phische Bearbeitung erfahren ; um jedoch den Zusammenhang der vor- 
liegenden Arbeit nicht zu stören, habe ich diese Dialecte auszugsweise 
in dieselbe aufgenommen, soweit diess zum Vergleich mit ihren Schwester- 
sprachen nothwendig schien. 

Die Literaturnachweise habe ich nach Massgabe der in meinem Be- 
sitze befindlichen oder mir sonst zugänglichen Hülfsmittel bei jeder Sprache 
angegeben; allfällige Lücken mögen mit meiner gegenwärtigen Entfer- 
nung von den Bibliotheken grosser, europäischer Metropolen und mit der 
schwierigen Beschaffung der theilweise sehr seltenen einschlägigen Lite- 
ratur entschuldigt werden. Mein Hauptaugenmerk war auf die Richtig- 
stellung der bis in die neueste Zeit sehr verwickelten Synonymie gerichtet. 

Schliesslich erwähne ich, dass die Regierung von Guatemala mich 
Dank der freundlichen Vermittlung des damaligen englischen Minister- 
residenten Herrn F. St. John, in liberaler Weise mit den für meine Zwecke 
nothwendigen Empfehlungsschreiben an die Obrigkeiten und Ortsbehörden 
der Departemente versehen hatte, eine in abgelegenen Gegenden nicht 
genug zu schätzende Beihülfe. Auch gereicht es mir zur Genugthuung, 
an dieser Stelle denjenigen der in Guatemala ansässigen Fremden, welche 



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Wir haben durchaus keine sichern Anhaltspunkte für eine Yer- 
muthang, welches die ältesten Einwohner Yon Guatemala gewesen sein 
mögen. Die Völker von Central-America haben sich auf ihren aus- 
gedehnten Wanderungen so oftmals aneinander yerschoben und sich 
gegenseitig durchsetzt, dass die Orientierung über das ethnographisch 
Znsammengehörige und chronologisch sich Folgende in dieser bunten 
YÖlkermosaik ausserordentlich schwierig und unsicher wird. Es ist daher 
gleichjgültig, in welcher Reihenfolge die verschiedenen Stamme be- 
sprochen werden; ich beginne zunächst mit den in Guatemala isoliert 
stehenden, mit den übrigen sprachlich nicht zusammengehörigen Yölkern, 
welche von ihren ethnographischen Verwandten geographisch weit ge- 
trennt sind. 

I. Aztekische A^ölker. 

Ihr einziger Beprasentant in Guatemala sind 

1. Die Pipiles. 



Literatar. 

8eganda carta de Pedro de Älvarado & Henian Gortes. 1524. 
Torqtiemada. Monarquia Indiana. Madrid 1614. 2 ed. 172 L 
Herrera, Historia g^neral de los hechos do los castellanos en las Indias. 
Madrid 1615. 2 ed. 1730. 

StdO, Zur Ethnographie Ton Onateiiuüa. 1 



— 2 — 

Fuenies y Guzman. Historia de Guatemala 6 Becopilacion florida. 1609. 
Madrid 1882. 

Juarros. Gompendio de la historia de la ciudad de Ouatemala. Guatem. 
1808. 2 ed. 1857. 

E. G, Squier. Notes on Central America, particularly the States of Hon- 
duras and Salvador etc. New-Tork 1855. 

Deutsch bearbeitet von K. Ändree : Die Staaten von Central- 
America. Leipzig 1865. 

Dr. C, Scherzer, Sprachen der Indianer Gentralamerikas. Sitzgsber. der 
kais. Ac. der Wiss. phil. bist. Klasse. Bd. XV, Heft 1. "Wien 1855. 

Brasseur de Bourbourg. Histoire des nations civilis^es du Mexique et de 
rAm6rique centrale, t. II cb. 3. 1858. 

Josd Milla. Historia de la America central, t. I c. Y. Guatemala 1879. 

XII der ethnographischen Karte. 

Ssrnonymie der Pipil-Sprache. 

Pipil (auct.) Mejicano nnd Nahuate (Juarros) Nahual der Balsamküste und von 
Izalco. (Squier.) 

Mexikanisch oder Sprache der Tlascaltekas Indianer. (Scherzer.) 

Ausdehnung des Pipil-Gebietes. Gegenwärtig wird die Pipil- 
Sprache innerhalb der Bepublik Gaatemala nur noch an wenigen Orten 
gesprochen. Es bildet dieselbe eine nördliche Colonie mit den Ort- 
schaften Salamd, S. Agustin Acasahuastlan, Tocoy und den umliegenden 
Aldeas, und eine südliche, welche hauptsächlich die Nähe Yon Escuintla 
begreift. Zwischen beiden Pipil-Gebieten liegt, wie ein Blick auf die 
ethnographische Karte zeigt, dasjenige der Pokomames. Vielorts, wie 
z. B. im obern Motaguathale, in Guastatoya, Chimalapa etc. ist die 
Sprache ausgestorben, an andern Orten ist sie durch fremde Sprachen 
verdrängt worden, so in Mita (dem alten Mictlan) und der Umgebung 
des Güijasees durch das Pokomam, und in Santa Lucia Cozumalhuapa 
durch das Cakchiqüel. 

Geschichtliches. 

Als die Spanier, nach Unterjochung der alten Reiche der Qu'ich6s 
und Cakchiqueles, auf ihrem Eroberungszuge im J. 1524 weiter süd- 
wärts drangen, musste es sie in hohem Grade befremden, an der Süd- 
küste Ton Guatemala einen Yolksstamm zu finden, der eine dem Mexi- 
kanischen nahe verwandte Sprache redete. Die spanischen Chronisten, 



— 3 — 

welche uns jenen Zug überliefert haben, waren denn aach schnell bei 
der Hand, diese seltsame Thatsaohe zu begründen und zu erklären, was 
sie, wie leider so oft, in der oberflächlichsten Art und Weise gethan 
haben, es unter ihrer Würde haltend, diese Dinge, die ja doch am Ende 
nur Indianer betrafen, genau zu untersuchen. Fuentes sacht zu beweisen, 
dass die Reiche von Guatemala niemals unter der Oberherrschaft Me^ 
xicos standen, und dass der König Ahuitzol daher versuchte, mit List 
ihrer Herr zu werden, indem er eine Anzahl Leute hinschickte, an- 
geblich als Eaufleute, um nach und nach festen Fuss zu fassen. Juarros 
gibt diese Erzählung folgendermassen wieder: 

,I)a Autzol (Ahuitzotl) der S^*^ König von Mexico, die mächtigen 
Völker dieses Beiches, die Qu4ch6s, Cakchiqueles, Mames, Tzendales, 
Qaelenes und Zapotecas^) mit Waffengewalt nicht hatte unterjochen 
können, so nahm er zur List seine Zuflacht und schickte eine grosse 
Anzahl Ton Indianern unter AnfÜhrang you vier HäaptHngen und einem 
Oberbefehlshaber (cuatro capitanes y un general) ab, welche sich in dieser 
Gegend unter dem Namen von Händlern (mercaderes) einführten und 
längs der Küste der Südsee niederliessen. Es war die Absicht dieses 
Fürsten, Leute seines Anhangs in diesen Ländern zu haben, um ihn 
im Kriege gegen deren Beherrscher zu unterstützen; aber der Tod 
dnrchschnitt den Faden seines Gewebes fast zur selben Zeit, als er 
es zu weben begann^). Diese Indianer waren aus der niedrigen Klasse 
der Mexicaner und reden daher das Mexikanische nur yerdorben, wie 
die Kinder es reden, weshalb man sie Pipiles nennt, was in dieser 
Sprache „Ejiaben'' bedeutet Das Yolk der Pipiles vermehrte sich 
ungeheuer in diesem Reiche (Guatemala) und erstreckte sich über die 
Provinzen von Sonsonate, San Salvador und S. Miguel, wie man aus 
den vielen Ortschaften dieser Provinzen, welche die Pipil-Sprache reden, 
ersieht 

„In späterer Zeit begannen die Qu'ich6s und Cakchiqueles, sei es 



^) Die drei letztgenannten Völker gehören zum heutigen südlichen Mexico. 
^ Ahuitzotl regierte von 1486—1503 p. Chr. 



— 4 — 

dass sie bei bo rascher Venuehrang der Pipiles einen Aufstand der- 
selben befürchteten, oder aus andern Gründen, diese zu bedrängen, in 
der Absicht, sie . auszurotten. Aber diese Indianer beschlossen, ihr 
Heerwesen, in der Form, wie Auteol es begründet hatte, wieder her- 
zustellen, nicht weniger in der Absicht, ihre neuen Staaten zu erhal- 
ten, als um des Credites ihrer Waffen willen.^) Aber in der Folge 
tyrannisierten die Heerführer, welche den Oberbefehl über das Volk 
hatten, dieses mit übertriebenen Tributen und andern Erpressungen. 
Dazu kam, dass der Häuptling Ouaucmichin die Menschenopfer, nach 
mexikanischem Brauche, einführte, und dazu Hand an einige angesehene 
Männer des Volkes legte ; dasselbe, dadurch aufgereizt, griff den Palast 
des Ouaucmichin an, und tödtete diesen mit Stockhieben und Stein- 
würfen. Auf den Plätzen jener Stadt 2) rief es als obersten Herrscher 
den Tutecotzimit aus, einen Mann Von sanfter Oemüthsart, friedliebend 
und ein ausgezeichneter Regent. Das Volk selbst entkleidete auch die 
andern Häuptlinge ihrer Würde und degradierte sie zu Alahuaes oder 
Ersten des Oalpuls. 

„Als sich Tutecotzimit solchergestalt auf dem Throne und von 
seinen Vasallen geehrt sah, beschloss er, die Herrschaft in seiner Fa- 
milie erblich zu machen, und ernannte zu dieseih Behufe einen Rath 
von acht Mitgliedern, welche er aus dem Adel wählte, indem er darauf 
Bedacht nahm, dass alle seiner Familie nahe stehend und ihr ergeben 
seien. Er gewährte diesen Räthen eine gewisse Gerichtsame über das 
Volk und befahl, dass sie zum Unterschiede von den Häuptlingen und 
den Ersten des Reiches, lange Talare von gewisser Farbe trügen, welche 
sonst allen Uebrigen zu tragen verboten waren. Er ernannte eine 
grosse Anzahl ünterbeamter, alle vom Adel, welche die Befehle des 
Senates ausführen sollten. Nach der Einsetzung dieses obersten Staats- 
rathes war das erste, was er verhandelte, die Verringerung der Ab- 



*) Juarros fugt bei : „nicht ohne specielle Bathsversammlung, wie das PipiU 
Manuscript, fol. 2, besagt." — Dieses Manuscript ist, wie manches andere, verloren. 
*) Sie wird nicht näher bezeichnet. 



5 — 



gaben des Volkes, und da Tatecotzimit seinen Unterthanen dadurch 
noch lieber wurde, Hess er sich in offenem Rath als Herrscher Treue 
schwören, sich und allen seinen Söhnen und Nachkommen, in der Erb- 
folge, die er aufstellen würde. 

„Nachdem dieser Act vorüber war, wurden Gesetze zur Staats- 
verwaltung berathen; zunächst wurden die Kriegsangelegenheiten ge- 
ordnet und als oberster Heerführer Tilguantzimit, der älteste Sohn des 
Tutecotzimit, mit vier von ihm selbst vorgeschlagenen Kriegsministem 
gewählt, welche ihm in der Heerverwaltung beistehen sollten. Zweitens 
wurde die Thronfolge berathen und beschlossen, dass nach dem Tode 
des Herrschers sein ältester Sohn, der zugleich Heerführer sein sollte, 
an seine Stelle träte; aber im Falle dieser nicht alt genug für das 
Scepter wäre, so soll der Bruder oder nächste Verwandte des verstor- 
benen Herrschers, nach Senatswahl, für ihn regieren, und sobald der 
Erstgeborne das nöthige Alter erreichte, so soll der Staatsrath darüber 
B€schluss fassen, ob er fähig sei, zu regieren und ob er Neigung zeige, 
den Staat zu heben und das Loos der Unterthanen zu erleichtern. Wenn 
er dazu nicht geeignet schiene, so soll die Herrschaft auf den zweiten 
Sohn übergehen, und falls keine Nachkommen da seien, so 'soll der 
Staatsrath sie dem nächsten Verwandten anvertrauen, immer unter der 
Bedingung, dass er mit den Gaben ausgestattet sei, welche für sein Amt 
erfordert werden, und dass er im Kriege und in andern Aemtern Tapfer- 
keit und Fähigkeit zum Regieren bewiesen habe. Die Frauen sind von 
der Thronfolge ausgeschlossen, denn es ist nicht ziemlich, dass ein 
Fremder durch Heirat zur Herrschaft gelange, jedoch sollen sie an 
ihrem übrigen Erbe, wie Land, Häuser und Sclaven nicht verkürzt wer- 
den. Ebenso wurde gesetzlich bestimmt, dass für alle Aemter der Staats- 
und Heerverwaltung nur Adelige gewählt werden, und dass diese erst 
die Prüfung und Erfahrung geringerer Aemter durchzumachen hätten, 
ehe sie zu den obersten gelangten. Tutecotzimit schuf auch Gesetze 
zur Strafe für XJebelthäter : Diebe wurden lebenslänglich verbannt, 
Mörder wurden von den Felsen herabgestürzt, und ebenso wurden die 
Strafen für die übrigen Verbrechen bestimmt, sehr der Vernunft gemäss. 



— 6 — 

Es genügt das Gesagte, damit man erkenne, dass diese Indianer nicht 
ohne Yemunft handelten, trotzdem sie uns jetzt in ihrer Verkommenheit 
(apagamiento) so dumm, unwissend und roh erscheinen/ 

Diess ist die Darstellung des Juarros üher die Herkunft und den 
Character der Pipiles. Ihre Unwahrscheinlichkeit , um nicht zu sagen 
Unmöglichkeit, ist sofort klar, eine so durchhildete Staatsform, wie die 
geschilderte, ist nirgends das Resultat' einiger Senatsbeschlfisse, sondern 
die langsam reifende Frucht allmäliger Entwicklung. 

Squier unternahm es, die Unwahrscheinlichkeit der Angaben von 
Fuentes und Juarros durch eine ausführlichere Behandlung der Pipil- 
Frage darzuthun. Er weisst darauf hin, dass Ahuitzotl den Thron von 
Mexico erst im Jahr 1486, also 38 Jahre vor der spanischen Eroberung 
Guatemalas bestieg, und dass in dieser Zeit unmöglich die von ihm 
angeblich abgesandten Eaufleute die starke und dichte Bevölkerung 
produciert haben könnten, welche die Spanier in diesen Gegenden vor- 
fanden. Er zieht ferner in Betracht, dass in Nicaragua eine ähnliche 
Colonie von mexikanisch redenden Indianern existiert i), und dass in 
dem zuerst von Gemelli Carreri^) publicierten und von A. v. Humboldt 3) 
reproducierten mexikanischen Gemälde, welches die Wanderungen der 
Azteken darstellt, der Ausgangspunkt derselben Aztlan ist, neben wel- 
chem ein teocalli und eine Palme stehen. Er beruft sich darauf, dass 
auch Humboldt erstaunt gewesen sei, eine Palme neben diesem teocalli 
zu finden. In Erwägung all' dieser Umstände kommt er zum Schluss, 
dass die Annahme einer Wanderung der Azteken oder Nahuatl-Yölker 
aus Nicaragua und Salvador (dem alten Cuscatlan) nach dem Hochland 
von Anahuac (Mexico), also in der Richtung von Süd nach Nord, viel 
wahrscheinlicher sei, als die gewöhnliche Annahme einer Wanderung 
von Norden her, welche durch keine historische Ueberlieferung als die- 
jenige Ixtlilxochitls gestützt werde. 



*) Siehe Squier. Nicaragua, its people, scenery, monuments etc. New-Tork 1852. 
2) Gemelli Carreri, Giro del mondo. Napoli 1699. 
5) Vues des CordilUres, pl. XXXII p. 223—230. 



— 7 — 

Zunächst habe ich hier zu bemerken, dass das von Gemelli Car- 
reri publicierte Gemälde, wie auf den ersten Blick ersichtlich, kein 
altmexikanisches, rein indianisches Machwerk ist, sondern im guustig- 
sten Falle eine modernisierte, schlechte Copie eines solchen. Sodann 
ist es zur Richtigstellung des Citates aus den „Yues des Cordill^res'' 
nöthig, jene angezogene Stelle in extenso zu berücksichtigen. Hum- 
boldt sagt (pag. 228) wörtlich: ,,Je suis surpris de trouver un palmier 
„pr^s de ce t6ocalli: ce y6g6tal n^indique certainement pas une r6gion 
„septentrionale, et cependant,'^ fahrt er fort, j^ü est presque certain quHl 
fjaut chercher la pretnüre patrie des peuples mexicains, Äztlan, Hue- 
jfhuetlapallan et Amciquemecan, au moins au nord du 42^ degri de 
jflatUude. Peut-^tre le peintre mexicain, habitant de la zone torride, 
„n'a-t-il plac6 un palmier aupr^s du temple d'Aztlan, que parcequ'il 
yignorait que oet arbre est 6tranger aux pays du Nord/ Diess ist so 
ziemlich das Gegentheil Yon dem Sinn, den man nach Squiers Citat 
erwarten mOsste. Die künstlerische Ausführung der fraglichen Palme 
ist zudem nicht der Art, dass man sie mit absoluter Sicherheit als 
solche ansprechen könnte. 

Ixtlilxochitl ist femer Dicht der einzige Schriftsteller, welcher eine 
Einwanderung der Nahuatl von Norden her berichtet. Clavigero, dessen 
Storia antica del Messico ^) zu dem Besten gehört, was wir über diesen 
dunkeln Gegenstand haben, spricht davon, dass die ersten Bewohner 
Anahuacs jedenfalls von den wenigen Menschen abstammten, welche 
die Sündflut überlebten und fahrt dann fort : „N^ meno puo dubitarsi, 
„che le Nazioni, le quali anticamente quella terra popolarono, vennero 
„ad essa da paesi piü settentrionali dell' America, dove molti anni e 
„secoli prima s'erano stabiliti i loro antenati. In questi due punti 
„tutti trovo d'accordo gli Storici Toltechi, Cicimechi, Acolhui, Messi- 
„cani e Tlascalesi; ma non si sa chi furono i primi abitatori, n^ il 
„tempo del loro passaggio, n^ gli avvenimenti del loro viaggio, e dei 



t. 1—4. CeseiiA 1780. 



— 8 — 

„loro primi Btabilimenti/ •— Ixtlilxocbitn) bringt diese Wanderungen 
mit der Zertrümmerang des Toltekenreiches im Jahre 959 in Verbin- 
dung, und mit der Besitznahme des Landes durch den Chichimeken-Häupt- 
ling Xolotl. Er sagt: ,^0n laissa yivre le peu de Tolt^ques qui ayait 
,,6chapp6 k la destruction . . .^ ,,11 y en eut meme quelqnes-uns qui 
„allärent s^6tablir dans le pays de Mcaragua et dans d'autres plus 
. „61oign^s, oül la s6cheresse et les autres calamit6s dont j'ai parl6 ne 
^s^6taient pas etendues." 

Torquemada'^) erzählt, dass diejenigen Einwohner von Nicaragua, 
welche auch Mangues heissen, einst die Einode von Xoconuchco in 
Mexico bewohnten, diejenigen von Nicoya, welche von den Cholultecas 
(Einwohnern von Cholula) abstammen, wohnten im Innern in den Ge- 
birgen, und diejenigen von Nicaragua, welche von den Mexikanern von 
Anahuac abstammen, lebten an den Küsten der Südsee. Sie bewohn- 
ten diese Gegenden sieben oder acht Menschenalter, und wurden nach 
Ablauf dieser Zeit von den Ulmecas (oder Olmeken) überfallen und 
unterjocht. Nachdem ihnen dies schimpfliche und drückende Joch mit 
der Zeit unerträglich geworden, verliessen sie auf den Rath ihrer Prie- 
ster das Land und wanderten, immer der schmalen Tieflandzone am 
Westabhang der Cordillere folgend, südwärts, und nachdem sie Guate- 
mala durchzogen hatten, gelangten sie in die Gegenden, welche sie 
jetzt bewohnen. Die Chololtecas Hessen sich an den Küsten der Süd- 
see nieder, die Mexikaner siedelten sich um den grossen Süsswassersee 
von Nicaragua an, einige aber blieben in Guatemala und gründeten die 
Städte Mictlan^) und Izcuitlan; ihre Nachkommen sind unter dem 
Namen der Pipiles bekannt. — Soweit Torquemada, dessen Schilderung 
sich Brasseur de Bourbourg anschliesst. 

Damit in Einklang stehen die Aussagen der mexicanisch redenden 



^) Hiatoire des ChicMmkques oa des anciens rois de Tezcuco, par Fernando 
d'Alva Ixtlilxochitl; trad. par H. Teraaux-Compans. Paris 1840. 

^ Monarquia indiana lib. III. cap. 40. 

^) Das heutige Dorf Mita in der Itähe des Güijasees, im Departamento de 
Jutiapa; dasselbe gehört gegenwärtig zum Gebiet der Pokomames. 



— 9 — 

Indianer Yon Nicaragua, wie sie in der Yon Temaux-Compans über- 
setssten and publicierten Historia de Nicaragua von Gonzalo Fernandez 
de Oviedo y Yald^s (1535—57?) gegeben sind. Der Mönch Francisco 
de Bobadilla veranstaltete auf Veranlassung des damaligen Gouverneurs 
Y(m Nicaragua, Pedrarias Ddvila, Interrogatorien mit den Indianern, 
welche Oviedo gesprächsweise mittheilt. Die uns interessierende Stelle 
ist die folgende : 

^Le R. religieux fit ensuite r6unir 13 Indiens, caciques ou pr^tres 
de leurs temples infernaux et leur demanda s'ils 6taient originaires du 
pays de Nicaragua, et d'oü ils 6taient venus?^ 

„Nous ne sommes pas originaires de ce pays, nos anc^tres y sont 
venus depuis un temps imm6morial; cela n^est pas arriv6 de nos jours.^ 

j^F (fraile : Mönch) : Comment se nommait le pays qu'ils habitaient, 
et pourquoi l'ont-ils abandonn6?* 

„7 (Indios: Indianer): Le pays qu^habitaient nos anc6tres se 
nommait Ticomega Emaguatega et est situ^ au couchant. Ils le quitt^- 
rent, parce qu'ils avaient des maitres qu'ils servaient et qui les mal- 
traitaient .... Les mattres 6taient venus d'un autre pays, et comme ils 
^taient tr^s-nombreux, ils avaient subjugu6 nos ancetres, qui emigr^rent 
et vinrent ici." 

Diess also sind die im Ganzen übereinstimmenden Angaben der 
zuverlässigsten Historiker der Conquista. Das fast unentwirrbare Dunkel, 
welches das mittelamerikanische Alterthum umhüllt, hat es nothwendig 
gemacht, ausführlich zu sein in einer Sache, die, auch ganz abgesehen 
von der Feststellung des historisch Geschehenen, eine grosse allgemeine 
Wichtigkeit hat. Es wird nämlich die im Obigen durch das Zeugniss 
der Hbtoriker gestutzte Annahme einer Einwanderung von Norden her 
auch durch rein philologische Gründe wahrscheinlich gemacht. Im Fol- 
genden gebe ich das von mir in der nördlichsten noch existierenden 
Colonie der Pipiles in Guatemala, nämlich in der Stadt Salamä (April 
1883) gesammelte Yocabular ihrer Sprache und setze die entsprechen- 
den Worte der klassischen Azteca-Sprache daneben. Der Leser wird beim 



— 10 — 

obefficUidiCB Teiglciche beider Idiome steh fibeneugeB, dm es frafc in 
alleii TiBen dieteibcB Worte in beiden Sprachen sind, wdche aber in 
Fipl dnrcbwcg eine TereinfiusUe Fonn der entsprechenden m frilemi die n 
diustellen. IMe wenigen Differenzen würden adi wohl bei genaoerer Ana- 
beotong des aztekiachen Spracfaidiatzes noch heben laasen. Bieae ein- 
fiuifaem Wortfonnen findm seh schon znr Zeit der Erobenmg in der 
gleichen Weise tot, wie diess ans dem spärlidien Yomth Ton INpil- 
Worten, wddie in den Schriften der spanischen Chronisten, specieD Ton 
Fnentes, enthalten and, herrorgeht. Ein Vergleich der Ton Scfaeixer in 
Izaloo, Ton Sqoier an der Balsamkfiste ond Ton mir im Innern Ton 
Gnatemala gesammelten Yozeichnisse Ton Pipil-Worten, welche unter 
sich nur ganz geringe Abweichongen zeigen, beweist die grosse Stabi- 
lität dieser Spradie, die ach im Laufe mehrerer Jahrhondeite wenig 
geändert hat, und dass das Ton Lyells) in so geistreicher Wdse auf- 
gestellte Gesetz einer raschen Tariabüität der Sprachen nicht Ton so 
allgemeiner Gültigkeit ist, wie man diess nach Analogie der europäischen 
Sprachen Termuthen konnte. Denn sowohl die Pipiles Ton Guatemala 
und Salrador, als die mexikanisch redenden Stänmie Yon Nicaragua 
be&nden sich gerade in dem Falle einer Jahrhunderte langen Isoliertheit 
und gänzlichen Trennung tou ihrer Muttersprache. Allerdings unter- 
scheidet sich das heutige Pipil durch andere Differenzen tou der Azteca, 
als die tou Squier aufgezeichnete Sprache der Niquiraner in ^cangua ; 
aber dennodi zweifle ich nicht, dass ein Pipil-Iudianer, wenn er plötz- 
lich nadi Anahuac yersetzt würde, sich nach kurzer Grewohnung leid- 



>) Ch, LyeU, the «ntiqnity of Mim London 1863 p. 465. Der YerflBSser sagt fdgen- 
des : «If all known langnages are derivative and not primordial creations, tiiey most 
eaeh of tfaem have been slowlj elaborated in a Single geographica! area. ITo one of 
tbem can have had two birtbplaces. If one were carried bj a eolony to a diaiant 
region, it woold immediatelj begin to vary nnless freqaent interconrse was kept np 
with the mother coontry. The descendants of the same stock, if perfectly isolated, 
wonld in ftve or six centuries, perfaaps sooner, be qmte nnable to oonTerse with tiioee 
who remained at home, or with those who may have migrated to some distant region, 
where they were ahnt ont from all conunnnication with others speaking tiie same 
tongoe.* 



— II — 

lieh würde ventaiidlich machen können. Das Verlorengehen vieler 
indianischer Worte im Kampfe mit der ajidringenden spanischen Sprache 
ist einfach als Aosrottongy nicht als Veränderung innerhalb des jeder 
Sprache eigenthümlichen Geistes zu bezeichnen. Wenn man die Schwie- 
rigkeiten bedenkt, unter welchen die zahlreichen Sprachen eines ver- 
h&ltnissmässig so kleinen Landes, wie Guatemala, gegenüber dem Idiom 
des spanisohen Eroberers ihr Dasein fristen, so nmss man sich vielmehr 
wundem, dass sie sich noch in solchem Umfange und in solcher Reinheit 
zu halten vermochten. Es ist diese Frage von der Verimderlichkeit der 
indianischen Sprachen von ganz fundamentaler Wichtigkeit, indem von 
ihr die Möglichkeit, jemals jene alten Mayahandschriffcen, von denen 
spater die Bede sein vnrd, und die zahlreichen Hieroglyphentafeln der 
alten Buinenplätze entziffern zu können, in erster Linie abhängt. 

Wir müssen nach dem Gesagten, um die seit der Zeit der Er- 
oberung bis auf heute, in so zu sagen unveränderter Weise bestehenden 
Differenzen zwischen der Pipil- und der klassischen Azteca-Sprache zu 
eikliren, jedenfalls weit grössere Zeiträume in Anspruch nehmen, als 
wir sie von der Regierung des Königs Ahuitzotl bis auf die Jetztzeit 
zur Verfügung hätten. Ohne alle Zweifel waren die Pipiles schon Jahr- 
hunderte zuvor von ihrem Mutterboden abgetrennt und hatten sich selbst- 
sföndig entwickeln müssen. Es ist mir sogar wahrscheinlich, dass jene 
toltekisehen Wanderungen, welche die mexikanisch redenden Völker 
Guatemalas, Salvadors und Nicaraguas so weit südlich führten, noch viel 
früher, als die oben citierten Angaben der spanischen Chronisten scblies- 
sen lassen (10. — 1 1 . Jahrb.), stattgefunden haben, sonst müssten die sprach- 
fichen Differenzen noch geringere sein. Vermuthlich haben auch jene 
Wanderungen der Tolteken sich über einen langen Zeitraum erstreckt, 
während welches die wandernden Stämme sich an verschiedenen Stellen 
des durdizogenen Gebietes während kürzerer und längerer Zeit an- 
siedelten. 

In der Iföhe von Sta. Lucia Cozumalhuapa und auf einigen der um- 
liegenden Pflanzungen wurden eine Anzahl prachtvoller und in ihrer 
Art ganz eigenthümlieher Ruinen und Denkmäler entdeckt, welche im 



— 12 — 

Jahre 1862 zuerst von Dr. Habel besucht und bekannt gemacht wur-. 
deni). Die schönsten derselben wurden späterhin von ihrem Besitzer 
dem königl. Museum in Berlin abgetreten durch Vermittlung des Direc- 
tors der ethnographischen Abtheilung, Prof. A. Bastian, der sie neuer- 
dings beschrieb und commentierte ^). Doch liegen noch eine Menge sehr 
schöner, kleinerer Stücke zerstreut auf den umliegenden Pflanzungen, 
wie Pantaleon, Baul und andern, der Rohheit der Bewohner preisgegeben. 
Ein Theil derselben wurde im Jahre 1882 von meinem Freund Dr. Gustav 
Eisen in Califomien an Ort und Stelle gezeichnet, und wird er dieselben 
wohl in Bälde publicieren. Besonders auffällig waren -mir darunter 
ein paar Köpfe mit einem oder beiden ausgestochenen und aus der 
Orbita heraushängenden Augen. 

Die Vermuthung lag nahe, diese Denkmäler, welche sich von den- 
jenigen der bekannten Ruinenstätten auf der atlantischen Seite des 
Landes ganz bedeutend unterscheiden, mit dem Zuge der Tolteken 
durch diese Gebiete in Beziehung zu setzen, resp. in ihnen geradezu 
Schöpfungen dieses nach der übereinstimmenden Aussage der Schrift- 
steller ausserordentlich kunstgeübten Volkes zu sehen. Es war diess 
die Ansicht Prof. Bastians, und auch die ursprüngliche Dr. Berendts, 
der die Ausgrabung leitete und so sich lange mit diesen Ruinen be- 
schäftigen konnte. Später änderte er, wie aus einem von Bastian (1. c.) 
publicierten Briefe Dr. Berendts hervorgeht, seine Ansicht (1877) und 
begann die Steine von Santa Lucia für Denkmäler aus der Periode 
der Kämpfe zwischen den verschiedenen Zweigen der Qu'ich6-Familie 
anzusehen, aus welchen Kämpfen das grosse Qu'ich6-Reich hervorgieng. 
„Sie sind gewissermassen in Stein gehauene Illustrationen zum Popol- 
Vuh, dieser alten Tradition, welche Brasseur hier irgendwo auffand 
und mit französischer Uebersetzung in Paris 1861 herausgab." So 
schwer nun die Ansicht Dr. Berendts, der mit Brasseur jedenfalls der 



*) Dr. Habel. The Sculptores of Santa Lucia Cozumalhuapa. "Waah. 1879. 
(Smithsonian Contributions to Knowledge.) 

^) A. Bastian. Steinsculpturen aus Guatemala. Berlin 1882« 



— 13 — 

grOndfichste Kenner der oentralamerikanischen Ethnogn^hie war, ins 
Gewicht fäHt, 80 ist dennoch anzunehmen, dass er bezüglich dieser 
Denkmaler zu seiner orsprigoglichen Ansicht zurückgekehrt wäre, wenn 
nicht schon im folgenden Jahre der Tod seinem Forscherleben ein Ziel 
gesetzt hatte. Nirgends mehr, als bei Betrachtung dieser alten, von 
unbekannten Künstlern in Stein gemeiselten, so characteristischen und 
oft bewundemswerth individualisierten Gesichter und Kopfe fühlen wir 
den Mangel jeden anthropologischen Materials aus diesen Gegenden, 
das durch wissenschaftliche, auf Messungen basierte Yergleichung der 
lebenden Racen mit derjenigen der Denkmäler der Ethnographie in der 
Losung dieser dunkeln Fragen helfen konnte. Leider sind wir noch 
unendlich weit von diesem Ziele und müssen uns mit Gründen der 
Wahrscheinlichkeit den Weg weiter bahnen. Vom Popol-Vuh, dieser 
merkwürdigsten aller bis jetzt bekannten indianischen Schriftdenkmäler, 
wird bei Besprechung der Qu'ich6-Indianer die Rede sein, ich glaube 
nicht, dass wir seinen Inhalt mit den Darstellungen der Santa-Lucia- 
Denkm&ler in Beziehung bringen dürfen. 

Dagegen können wir bei genauer Betrachtung derselben nicht um- 
hin, bei air ihrer Originalität gewisse Punkte aufzufinden, in welchen 
sie mit der spätem aztekischen Kunst viel näher verwandt sind, als 
mit irgend einem der bis jetzt bekannten Maya-Denkmäler. Ich rechne 
dahin: 

1) Die gänzliche Abwesenheit der bisher in allen Maya-Ruinen ge- 
fundenen Bieroglyphentafeln in Santa Lucia. 

2) Den Schmuck der Oberlippe, bestehend aus einem Querbalken 
(Habel pl. U Nr. 4, pl. III Nr. 4), der sich auf zahlreichen Figuren 
des Codex Borgianus von Yeletri wiederfindet (cf. Humboldts Vues des 
CordUlöres, pl. XV, pl. XXVII etc.). 

3) Die Bezeichnung der Zahlen durch eine Anzahl in Reihenform 
geordneter Kreise») (Habel pl. VI f. 13. 14. pl. VIH fig. 15, Bastian Taf. L). 



') In den May a- Hieroglyphen werden je fünf Einheiton zusammen durch einen 
LSn^^trich, die Einheiten anter fOnf durch entsprechend viele Kreispunlcto bezeichnet. 



— u — 

4) Die AehnUchkeit der Ohrgdiäiige in den Figuren des Codex 
Borgianot mit denen yon Santa Lada. 

5) Die Bezeicfanong der Sprache durch ans dem Munde gehende 
Yerlängemngen. Auf den Steinen von Santa Lncia sind es lange 
schmale Streifen, die auf beiden Seiten in grossen A(>staDden Gruppen 
TOD runden Knoten tragen; in den mexikanischen Codices sind es 
längere oder kürzere, gewundene und keulenförmige Bildungen (siehe 
die Ornamente auf dem Denkmal von Xochicalco, Yues des Cord. pl. EL, 
Codex mexic. yindobon. und Raccolta di Mendeza). 

6) Die übereinstimmende Darstellung des Alters durch scharf 
markierte, magere, runzlige Gesichter in Santa Lucia sowohl, als in den 
Codd. mex. (vergL pl. I Nr. 1, pl. VI Nr. 17, pL VH Nr. 16 mit den 
Figuren aus der Raccolta di Mendoza in den Yues des Cordill^res pl. 
LIX fig. 7). 

Es handelt sich hier nicht um TÖllige Congruenz, sondern um 
Aehnlichkeiten in der Darstellung, die auf eine traditionell gewordene 
Technik und früherfi genetischen Zusammenhang der Kunst schliessen 
lassen. 

Eine gründliche Untersuchung des ganzen frühem Pipil-Gebietes an 
der Südseeküste von Guatemala und Salvador würde ohne Zweifel noch 
manchen werthvoUen Fund zu Tage fordern, es ist jedoch die Hoffnung 
gering, dass diess geschehe, bevor diese stummen Zeugen altindianischer 
Baukunst dem Yandalismus ihrer jetzigen Besitzer zum Opfer fallen. 



— 15 — 



Wortverzeichniss der Pipil-Sprache von Salamä. 

Ich habe bei dem nachstehenden Yocabnlar die Aussprachsregeln 
der spanischen Sprache der Conquista za Grande gelegt. Es wäre leicht 
gewesen, die Pipil- Worte mit der traditionellen Schreibweise des Aztekischen 
in Einklang zu bringen, es lag mir jedoch daran, dem Leser die wirk- 
Hch gesprochene Sprache möglichst nahe zu bringen, wesshalb ich auch 
im Pipil die Accente ausgesetzt habe. Die accentuierten Silben sind 
sammtlich gedehnt FQr die Schreibung des beigesetzten Aztekischen i) 
habe ich die Orthographie des Glossarium Azteco-latinum von Biondelli^) 
eingehalten. 



^) Trotz der Ausstellungen Brasseurs (Arch. de la Gommission scientif. du Mexique, 
1 1 p. 118. 1864) behalte ich den Kamen Azteca, als für unsere Zwecke correot, bei. 
Er ist synonym der Bezeichnung Kahaatl oder Nahuatlaca, die Brasseur f&r die 
kistorisch richtigere hält. 

') Eyangeliariuin, epistolarium et lectionarium Azteoum sive Mexicanum ed 
Bern. BumdeUi, Mediol. 1858. 



— 16 — 




Mann 

Weib; Gattin 
Sohn 

Schwiegersohn 
Tochter 

Vater 

Mutter 

Kopf 

Auge, Antlitz 

Nase 

Ohr 

Mund 

Zähne 

Kehle, Schlund 

Bart 

Haar 

Knochen 

Nacken 

Schulter 

weibliche Brust 
Herz, Brust 
Bauch 
Nabel 
Lenden 
Arm, Hand 
Daum 

kleiner Finger 
Fingernagel 



t4gat; ach^) 

civuat 

putz 

miiti 

ixta; suapiltz (wahrsch. 
für civuapfltz) 

tatz 
nantz 



tlacatl 
cfhuatl 
tepiltzin 
möntli 

ichpochtli 

tatli, Reverentialform : 
totatzin 

nantli, Revential: to- 
nantzin 



tzunt^u 




tzontecontli 


ixcu 




ixtli 


yag 




yactli 


ndgas 




nacaztli 


ti 




camactli 


ti 




tlantli 


qu6xta2) 




quechtli 


t^ntzu 




tentzontli 


tzüngal 




tzontli 


ümit 




omitl 


pac mu quexta (auf dei- 
nem Halse) 


quechtli 


pac mu yülo 
ner Brust) 


(auf dei- 


ahcolli 


chichivual 




chichihuatl 


yiilo 




yollohtli 


ihti 




itetl u. ititl 


müxtut 




xictli 


cüchil 




cuilchilli 


ma 




maitl 


ma vu6y 




huey mapilli 


t6pitz 




mapiltontli 


istit 




iztetl od. iztitl 



1) ach, wahrscheinlich aus der benachbarten QuUchd-Sprache entlehnt (achi). 
i X =: deutschem seh, oder englisch sh. 



— 17 — 



Devitch 

• 


Pipn 


AZwBdi 


Knie 


t&nguac 


tlancuaitl 


Bein, Fuss 


mücx 


metztli, icxitl 


Athem 


ihin 


ihyotl 


Blut 


6ste 


eztli 


Harn 


vnixO 


axixtli 


Speichel 


chihcha 


chicha (verb. : spucken) 


Schmerz 


cuc 


chichinaqoiliztli 


Kopfschmerz 


cuc ma tznnt^a (es 
schmerzt dein Kopf) 


? 


Fieber 


müscut 


atonahuiztli 


Schüttelfrost 


cecig (kalt) 


cecec 


Dorf 


chin&mit 


chinamitl 

(Scheidewand, Ein- 
fassung) 


Lehmziegel (adobe) 


x&mit 


xamitl 


Fussboden, Erde 


tm 


tlaUi 


Bett 


tap6chco 


tlapechtli 


Bastmatte 


p^dat 


petlatl 


Guacal*) 


vu&cal 


huacalli 


Calebasse (Jicara) 


xigal 


xicalli 


Comal») 


cumal 


comalli 


Mahlstein 


m^dat 


metlatl 


Walze desselben 


ma (siehe Hand) 


? 


Tecomate*) 


tecümat 


tecomatl 


Korb 


chiquit 


chiquihuitl 


Indianische Sandalen 


c&cte 


cactli 


Lendengürtel 


m&ztat 


maxtlatl 


üeberwnrf der Indiane- 




■ 


rinnen 


vuipÜ 


huipilli 


Stirnband, Riemen 


mec&vual 


mecapalli 


Weg 


ühti 


ohtU 


Wasser 


at 


atl 


Salz 


istat 


iztatl 


1) Tuiz ist ein Maya-Wort 






t) eine S<AaAle. 






S) ganz flacher Teller znm 


Rösten der tortUlas. 




*) Flaschenkfirbis. 







Ston, Etimographie Ton Guatemala. 



2 



18 — 



Deutsch 


Pipil 


Azteca 


^ 


Atolei) 


chilat 


chilatoUi 




Tamale2) 


tdmal 


? 




Chocolade 


chucülat 


cacaoaatl 




TortiUa 


tax 


tlaxcalli 




Fleisch 


n&gat 


nacatl 




Schwarze Bohnen 


et 


etl 




Maiskolben 


cinti 


cintli 




abgekornter Mais 


tayügal 


tlaolli 




entkörnter Maiskolben 


ülut 


olotl 




unreifer Mais 


61ot 


elotl 




Maisfeld 


mlU 


milli 




Schwein 


cuy&mit 


coyametl 




Sau 


civuat cuydmit 


? 




Eatze 


mlstu 


mizton (Diminutiv 
miztli; Kuguar) 


von 


Ei 


tutültit 


totoltetl 




Truthahn 


nöos^ 


? 




Zopilote 


s6pe 


tzopilotl 




Falke 


culxti 


cuixtli 




Eule 


tecölot 


tecolotl 




Reh 


mdsat 


maQatl 




Rüsselbär (Nasua) 


pisöt 


pitzotl 




Coyote (canis latrans) 


cüyut 


coyotl 




Maus 


quimlch 


quimichin 




Hase 


tüxti 


tochtli 




Schlange 


cüat 


cohuatl, coatl 




Fisch 


mich 


m ichin 




Schmetterling 


pap&lot 


papalotl 




Ameise 


tzigat 


azcatl 




Fliege 


sayüle 


^ayolin 




Scorpion 


ciilut 


colotl 




Floh 


t6cpe 


tecpin 




Laus 


at6met 


atemitl 




1) Breiartiges Getränke aa 


s Maismehl. 






2) Gericht aas Maisgries u 


nd Fleisch. 






3) N6os ist aus dem Qu*ic! 


Ii6 entlehnt und kein Pipil- Wort 


• 





— 19 — 



Deutsch 


Pipil 


Azteca 


Wind 


ehi6gat 


yeecatl oder ehecatl 


Sonne 


ti'inal 


tonatiuh 


Mond 


rarste 


metztli 


bei Tage 


tio tunal 


? 


Nachts 


tio yuvuAli 


yohuac 


heute 


nia tun&li 


axcan 


morgen 


müsta 


moztla 


übennorgen 


Yuipta 


huiptla 


gestern 


y&lTua 


yalhna 


Monat 


m^ste 


metztli 


Licht 


müscut 


tletl 


es ist dunkel 


ta yüao 


? 


kalt 


c6cig 


cecec 


Erde 


t&U 


tlalli 


Wald, Gestrüpp 


c6hta 


quauhtla 


Berg 


t6vet 


tepetl 


heisse Quelle 


tutungui at 


? 


Barranca 


üstut 


? 


Rauch 


pücti 


poctli 


Eisen 


teptisti 


tepotztli 


Stein 


tet 


teü 


Sand 


x&Ii 


xalU 


Kalk 


tenexte 


tenextli 


Roth 


suquit 


9oquitl 


Baum 


cot 


quahuitl 


Dom 


huihti 


huitztli 


Gras 


s&gat 


Qacatl 


Haus 


c41i od. oha 


calli od. chantli 


Kleid 


tilma 


tilmahtli 


Geld 


tüme 


tomin 


Amatebaum 


&mat 


amatl 


Jocotebaum 


xügut 


xocotl 


Leder 


cutixte 


cuetl axtli 


Kienholz 


ügut 


ocotl 


1) Von ton&m, die Hitze. 







- 20 — 



Deutsch 


Pipil 


Azteca 


Eamin 


chicavu&ste 


tzicahuaztli 


Loch, Höhle 


cuytingue 


? 


hier 


ne niga 


nican 


Spanisches Moos 


p&xte 


pachtli 


Kautschuk 


nie 


Olli 


Brennesselbaum 


chichicdste 


tzitzioaztli 


dort 


n^va, uma 


nepa, neoha 


inmitten 


itähu 


? 


nirgends 


ac&va 


? 


(es ist) gut 


ne yecte 


yectli 


auf, über 


icpac 


icpac 


unter 


itzinda 


tlani 


vor 


ixpa 


tla ixpan 


hinter 


ihutdvane 


icampa 


warum 


te ip4mba 


ip&mpa (desshalb, weil) 


wo, wohin 


cdva 


campa 


wann 


qu6ma 


quemman 


wie viel 


quex 


quexquich 


weit 


vu6ha 


hueca 


hoch 


4hu 


aco 


niedrig 


tätzinda 


tlatzintlan 


kurz 


tiinou 


ahmo huiac 


breit 


pdtac 


patlahuao 


gross 


vu6y 


huey 


klein 


tepitz 


tepiton 


sicher, gewiss 


m61ao 


melahuac 


ein anderer 


6cce 


occe 


wenig 


ixeg 


ahmo miec 


nichts 


ac tSno 


? 


weiss 


istac 


ixtac 


schwarz 


tiltic 


tUltic 


grün, blau 


XllXUg 


xoxoctec 


roth 


chichÜtic 


chichiltio 


schmutzig 


tz'il 1) 


? 


1) TsMl ist kein Azteca-W 


ort, sondern aus der Qa'icliS-Sp 


räche entlehnt. 1 



— 21 — 



DealNh 


PipH 


Axteoa 


trocken 


hu&otuo 


huacqui 


nasB, feucht 


pdltic 


paltic 


zart 


c^Ieg 


celio 


weich 


yam&nig 


yamanqni 


gesund sein 


p&hti (ni) 


pahti (ni) 


schwer 


^tic 


etic 


süss 


n^cte 


neotli 


alt 


Yuevu^ntze 


huehue 


trunken 


tavudntag 


tlahuanani 


fett 


tümao 


tomahuac 


heiss 


tutüngue 


totonqui (Hitze) 


1 


oe 


ce 


2 


ümi oder ümo 


ome 


3 


y^i 


yei 


4 


n^Yui 


nahui 


5 


mäouil 


Diacuilli 


6 


chicuÄs^) 


chicuacen 


mein Gesicht 


nu ixcu net 


? 


dein Gesicht 


mu ixcu tet 


? 


sie, jene 


Ivua 


yehuantin 


ich 


n^vua, net, ne 


nehuatl, nehua, ne 


es hat (span. hay) 


ünga 


onca 


wir 


tevn&nte 


tehuantin 


jetzt 


&xca 


axcan 


span. Pfeffer 


Chili 


chilli 


Vogel 


tüdut 


tototl 


Zucker- oder Maisrohr 


üvuat 


ohuatl 


verborgen • 


tatfa 


tlatihtica 


nackt * 


pet&htac 


petlauhtinem 2) 


ich sehe 


net nihida 


nehuatl niqn-itta 


ich träume 


ni-temflie 


ni-temiqui 


viel 


miao 


miec 


alles 


muchi 


muchi 


1) Ton hier an sind die Z 


ahlw5rter im Plpil Ton Salami 


rerloren gegting^n und wird 


•pniidi wdter gnSkhh. 






1) Dto SadEtbea 







— 22 — 



Deutsch 


Pipii 


Azteca 


ich weine 


ni-chüga 


ni-choca 


ich rufe 


ni-tz&htzi 


ni-tzatzatzi 


ich blase 


ni-pitza 


nitla-pitza 


ich gehe 


ni-nen^me 


ni-nenemi 


ich bücke mich 


ninu-p&ohu 


nino-pachoa 


ich stehe auf 


ninn-qu6tza 


nino-qnetza 


ich bade 


nin-&lti 


n-altya 


ich sterbe 


ni-migue 


ni-miqui 


ich habe, halte 


nic-pia 


nic-pia 


ich gebe 


nic-mdga 


nicte-maca 


ich schliesse 


nic-tz&cua 


nitla-tzaqua 


ich säe 


nic-tuga 


nitla-toca 


ich reinige 


ni-pupüa 


nitla-popoa 


ich heirathe 


ninu-namicte 


nino-namictya 


ich verbrenne 


nic-chiohfnu 


nite-chiohinoa 


ich benetze mich 


nine-paltltic 


nite-paltilya 


ich schüttle 


ni-ulfne 


nin-olinya 


ich binde zusammen 


niqu-ilpe 


nitla-ilpia 


ich binde los 


ni-tutiima 


nite-totoma 


ich fliehe 


ni-chuliia 


ni-choloa 


ich steige auf 


ni-t6hu 


ni-tleco 


ich steige herab 


ni-t^mu 


ni-temo 


ich weiss 


nic-m&ti 


nic-mati 


ich komme an 


nic-Äsi 


ni-aci 


ich kehre zurück 


ni-vudla 


ni-huallauh 


ich gehe zurück 


ni-YualmucuSva 


ni-hualmocuepa 


ich helfe 


nic-pal6vue 


nite-palehya 


ich fange aa 


nic-p6vua 


nitla-pehualtya 


ich trage 


nic-Yulga 


nitla-huica 


ich schlafe 


ni-cüchi 


ni-cochi 



Das vorstehende Yerzeichniss mag genügen, um dem Leser einen 
Begriff von dem gegenseitigen Yerhaltniss der Pipii- und Azteca-Sprache 
zu geben. Ich stelle den Rest meines Pipil-Yocabulars noch zusammen, 
ohne die ohnehin gut bekannte Azteca weiter zu berücksichtigen. 



— 23 — 



Deutsch 


Pipil 


Deutsch 


Pipil 


ich esse 


nit&cua 


ich mache Feuer 


nicmi^a mdscut 


ich esse nicht 


ac niticua 


ich quetsche 


nicpitzine 


ich trinke 


nicüni 


ich male 


nitis 


ich erwache 


nineis&tno 


ich bin satt 


ninet6ntuc 


ich schwitze 


nimehti&ni 


ich ziehe 


nildna 


ich orinire 


nichivuanuat(ich 


ich stosse 


nitzuncu^ya 




mache m. Wasser) 


gebunden 


ilpfltic 


ich singe 


nitaovuiga 


ich drehe 


nicuti'ina 


ich spreche 


nitahtda 


ich thue, mache 


nichivua 


ich kaue 


nico&houa 


ich sage 


niquile 


ich kämme mich 


ninuchicavuibte 


ich nähere mich 


niihuäne 


ich renne 


nitiosa 


ich warte 


nicchia 


ich hfipfe 


nipatine 


ich bringe 


nicualia 


ich setze mich 


ninut&li 


ich begrabe 


nictuga(auch säen) 


ich falle 


niTu^tz 


ich erschrecke od. 




ich fühle 


nicmäti 


fürchte mich 


nimohmÖYue 


ich lege mich anf 




geliehen 


taqu6vua 


den Bücken 


ninucu^Ta 


krank 


umunucüa 


ich tanze 


nimetüte 


ich frage 


nictat&ne 


ich lebe 


nineyültuc 


ich antworte 


nictactüa 


ich wachse 


nimusddi 


ich ermüde 


nitdtuc 


ich kanfe 


nicüa 


ich ruhe aus 


ninuc^Yue 


ich sammle oder 
ernte 


nicoldla 


ich zittere 


ninuyujüga 


ich breche den 




ich begegne 


nicnamigui 


trocknen Mais. 


nitapixca 


ich lehre 


nicm4xti 


ich stehle 


nic&na 


ich gehe hinein 


nical&i 


ich werfe weg 


nicmuna 


ich komme heraus 


niquisa 


ich offne 


nict&vo 


ich spalte 


nichüa 


geschlossen 


tz&ctuc 


mager 


vu&ctuc 


ich lege 


nictdli 


ich stosse mich 


umuch&lu 


ich nehme weg 


niqnixtile 


ich gleite aus 


nialaTuitya 


ich reisse aus 




ich zeige d. Weg. 


iUiti nia 


CWurzeln etc.) 


nicuiTita 


ich spiele 


nima?uilti 


ich schneide 


nict^y 


ich spiele (ein In- 




ich schiesse 


nicmuna 


strument) 


nitzutz6na 



— 24 — 



Deutsch 


Pipll 


Deutsch 


PipU 


ich habe gern 


nicnigue 


so wie jenes 


hi n^va , 


es regnet 


cha xup&nta 


es ist unwahr 


ac m61ao 


bring warmes Was- 




es thut weh 


cuc 


ser 


cualia tutungui at 


es ist dickflüssig 


t6tzac 


gestern hatten wir 




ich sehe nicht 


ao nihida 


eine kalte Nacht 


ydlyua up&nu m&ti 








•/ k 


dort kommt er 


ba vu^a 


ich gehe 

ich u. meine Frau 


niu 






netva nu clyuat 


dort gieng er hinab 


ca üma uy&vui - 


wenig Mais 


ixeg tahüli 


mein Yater gieng 
in den Wald 


uy& t4ta ti cühta 


zwischen denHäu- 




nur einer 


icil ce 


sem 


ti cali 










nur zwei 


icil üme 


unter mir 


nu tzlnda net 










ein anderer Mann 


occe ach 


unter dem Bett' 


tzinda tapechcu 






••1 * 




andere Männer 


occe achim> 


über mir 


nucpac net 






* »1 T-r 


* 


bis zum Knie 


tic mu t&neuac 


er ist zu Hause 


ba ne ti o4Ii 




D 


ich gehe in den 




er ist noch unreif 


ne xüxug 


Wald 


niu ti c6hta 


es dämmert 


tuvualt&tui 


das Dorf ist weit 




es windet 


tfiuisa ihy6gat 


weg 


Yu6ha chin&mit 


er isst viel 


tdcua miac 


heimlich 


cayülic 


er trinkt viel 


üti mlac 


dieser Mann 


ba ach 


er ist betrunken 


tavuüntag 


jener Mann 


n6va ach 


es wird Nacht 

•i 


ca lay yuac 


viele Leute 


miac tdgat 


die Nacht ist vor- 




es ist heiss 


mlac tünal 


bei 


yuac up&nu 


im Flusse 


tic at 


die Yögel singen 


tudut tatacvulga 


hierher 


ca niga 


was gibt es 


teng ünga 


dorthin 


ca n6ya 


so sagt man 


hi üma 


im Osten 


Yualquitza tunal 


ein Baumwoll- 








knäuel 


ichcat 


im Westen 


t6mu tünal 






wohin gehst du? 


cdva tiu 


Spinne 


tügat 






Halber Mond 


taxc41u m^ste 


täglich 


muchi tun4]i 






Nachts 


tic yuv&li 


(Der Mais) ist 
schlecht gemahlen 


ne mox 


am frühen Morgen 


ca Yualt&tui 


er ist gut gemahlen 


ne cuexte 


nach und nach 


cayülic 


Name 


tüga oder tüa 


wie geht es dir? 


hina tin6me 


die tortillas sind 




so wie diess 


hi niga 


hart 


ne tacac tax 



— 25 — 



Deutsch 


Pipil 


Deutsch 


PIpil 


die 3 Herdsteine 
rohes Fleisch 
am Ufer d. Flusses 
Copal 


ÜD&mast 
n^gat xuxug 
t^ngu at 
cüval 


vor mir 

das Haus stürzt 
ein 

er hellt 


mn ixpa 

teoüavu^tzi c&li 
tut^cua 



Versuchen wir nun aus dem Torstehend gegebenen historischen 
nnd sprachlichen Material die Folgerungen für die ethnographische 
Stellung der Pipiles zu ziehen, so können wir dieselben, wie ich glaube, 
auf folgende Satze reduciren: 

1) Die Pipiles sind von Norden her in Guatemala eingewandert. 

?) Die Abweichungen, welche die Pipil-Sprache gegenwärtig von 
der Aztekischen zeigt, weisen darauf hin, dass diese Einwanderung 
lange Zeit vor der spanischen Eroberung stattgefunden habe; ein be- 
grenzter Zeitraum ist dafür bei der Dürftigkeit der historischen Quellen 
nicht anzugeben, wahrscheinlich fallen sie jedoch vor das 10. Jahr- 
hundert unserer Zeitrechnung. 

3) Die Sprache sowohl ^) , als die auf fiüherem Pipil-Gebiete auf- 
gefundenen Ruinen (Santa Lucia Cozumalhuapa) machen es wahr- 
scheinlich, dass wir in den Pipiles einen Rest der Tolteken^, jener ersten, 
historisch nachweisbaren, ins Hochland von Mexico eingedrungenen 
Volker, zu erblicken haben. 



1) GlaTigero halt die Sprachen der Tolteken, Chichimeken, Acolhoas und Nahuatls 
(Azteken), die nacheinander vom mexikanischen Hochland Besitz nahmen, für identisch, 
d.h. fQr Mexikanifloh. Er sagt: (üb. IL, p. 153) „Sappiamo, che i Toltechi od i Cici- 
«mechi, i Cicimechi e gli Acolhoi insin dal principio insieme comunicarono, e sMntesero 
^reciprocamente senza interprete. II trovarsi la lingua messicana diffasa insino a 
^oaragua, non pa6 ad altro atcriverti, se non alla dispersione dei Toltechi, che la 
«parlaTano, poichd non si sa che i Nahuatlachi s'innoltrassero di U da Chiapan.** 

*) Herr Dr. D. O. Brinton yerweist (American Hero Myths p. 86 sqq.) die Toi- 
teken gSnzUch iB*8 JReich der FabeL loh Termag mich einstweilen dieser AufCassnng 
nicht anzuschliessen, sondern sehe in den Tolteken den ältesten Zweig dos Nahuatl- 
Stammes, dessen jüngster Zweig die Azteken sind. 



— 26 



II. Mije-Stämme. 

Von diesen werden in Guatemala nur gefanden: 

2. Die Pupuluca-Indianer. 

Literatur. 

Vocabulario comparativo de las lenguas pertenecientes & la familia Maya- 
Qu'ich6 por Dr. C. H, Berendt. MS. 
XIV der ethnographischen Karte. 

Synonymie. 

Pupuluca (Juarros), Populuca (Palacio), Popoluca (Berendt. MS.)0 

(Papuluka bei Brasseur ist der alte Name eines Cakchiqael-Dorfes, 
des heutigen San Juan Sacatepequez ; Scherzer's Pupuluka EAtschike 
ist reines Cakchiquel). 

Der Name Pupuluca entspricht der Pipil-Aussprache des Azteca- 
Wortes popoloca, welches „Fremdling'' mit dem Nebenbegriff der Roh- 
heit bedeutet. 

Gebiet der Pupulucas: Nach dem Zeugniss des Juarros, dem 
einzigen bis jetzt vorhandenen, wird die Pupuluca-Sprache in Gua- 
temala nur in der Gegend von Conguaco (Depto Jutiapa, nahe der 



^) Ob die im Mithridates (Bd. 3 p.) als Populuca erwähnte Sprache von Oazaca 
mit der unsrigen identisch sei, kann ich nicht entscheiden. 



— 27 — 

salyadorenischen Grenze) gesprochen, in Salvador in Jayantiqae, einer 
Ortschaft des Departements von S. Biiguel; also an zwei ziemlich von 
einander entfernten, durch andere Sprachgebiete getrennten Orten. Wie 
dieselben dahin gekommen sind, dafür fehlt jedes historische Material, 
obwohl es auch hier wahrscheinlich ist, dass die Einwanderung von 
Korden her, und zwar vom Isthmus von Tehuantepeque aus, geschah, 
wo die Mijes od. Mixis, mit deren Sprache die Pupuluca nahe Ver- 
wandtschaft zeigt, einst ein ausgedehntes, später durch fremde Stamme 
eingeengtes Qebiet bewohnten^). Brasseur bemerkt: „La ressemblance 
,que präsente la langue mixi avec la choche, la zotzile et la tzendale 
, Signale, d^ d'abord, sa proche parent6 avec le maya, qui parait avoir 
,6t6 dans les temps ant^rieurs, la langue universelle du Ghiapas et de 
,rAm6riqne centrale^. Es ist diess nicht richtig, wie aus dem nach- 
stehenden kleinen Wortverzeichniss hervorgeht. Die Chocho- Sprache 
kenne ich nicht ; nach einer handschriftlichen Notiz Dr. Berendts würde 
sie zur Gruppe der Mrxteca-Sprachen gehören. Das Tzental und Tzotzil, 
welches Brasseur ebenfalls damit als verwandt erklärt, sind typische 
Maya-Sprachen, während die Pupuluca und die Mije-Sprache eine der 
Maya fremde, für sich bestehende Gruppe bilden würden, deren nächste 
Verwandte die Zoque-Sprache wäre, wie aus einigen wenigen überein- 
stimmenden Worten hervorzugehen scheint. 

Diess sind die einzigen Anhaltspuncte , die wir bezüglich der 
Stellung der Pupuluca-Sprache nach dem bis heute vorliegenden, äusserst 
dürftigen Materiale gewinnen können. 

Bezüglich des in folgender Zusammenstellung benützten Alphabetes 
vergleiche die ausfuhrliche Darstellung desselben bei den Mayasprachen. 



*) Yergl. die Geschichte der Mijes bei Brasseur de Boorbourg, hist. du Mexique 
etc., tom. m eh. 2. 



— 28 — 



Vocabular der Pupuluca-Sprache 

im Vergleich mit der Mije-, Tzental- und Tzotzil-Sprache. 



Deutsch 


Pupuluca 


Mije 


Tzental 


Tzotzil 


Mann 


yojua 


yai 


uinik 


uinik 


Frau 


mojau 


toix 


antz 


antz 


Sohn 


iunag 


unc 


al 


nich^ön 


Bmder 


imaku 


vich 


f bankil (älter) 
( ijtz'in (jung. j 


( bankil (älter) 
\ ijtz'in üüng.) 


Kopf 


ikopaak 


kopak 


jol 


jol 


Auge 


iyina 


uln 


sitj 


sat 


Mnnd 


abna 


au 


e. tii 


e. ti 


Ohr 


tatzuk 


? 


chiqu^in 


chiqu'in 


Hand 


kojopo 


kov 


k'ab 


k^om 


Finger 


tuub 


? 


k'ab 


k^om 


Sonne 


xejua 


xeuj 


k'in 


k'dc'dl 


Mond 


poa 


? 


uü 


u 


Wasser 


nojo 


noo 


ja& 


jo6 


Feuer 


juna 


joon 


k'a'k 


k'o'k 


Luft 


jamu 


pop 


ik 


ik 


Berg 


kopaak 


? 


uitz 


uitz 


eins 


tuub 


tuuk 


jun 


jun 


zwei 


mesko 


metzk 


cbim 


chabe 


drei 


tuo 


tukok 


ox6j 


oxim 


vier 


maktaxko 


maktaxk 


chan6b 


chanim 


fünf 


mokoxko 


mokoxk 


jo6b 


joom 


sechs 


tujtujko 


tuduuk 


uaköb 


nakim 


sieben 


juxtukujtujko 


uextuuk 


uukeb 


uuküm 


acht 


tukujtujko 


tukduuk 


uaxakeb 


uaxakim 


neun 


taxtujtujko 


taxduuk 


baluneb 


balun6m 


zehn 


roako 


majk 


lajuneb 


lajunem 


zwanzig 


ipxe 


ipsa 


? 


tom 1 



— 29 — 



lU. Caraibische Stämme. 
3. Die Caraiben und ihre Sprache. 

Mit dem Namen Caraiben (span.: Caribes, eng).: Caribs) werden 
gegenwärtig die Bewohner einiger E&stenorte an der Bay Ton Hondaras 
bezeichnet, weldie ein Ueberrest der BeTÖlkemng der kleinen Antille 
St. 'Vincent sind. Sie worden im J. 1796 von den Engländern nach 
Roatan, einer kleinen Insel nahe der hondurenischen Küste gebracht, 
und Yerbreiteten sich von da aas allmälig über die gegenüberliegende 
Küste Ton Honduras, Gaatemala und Britisch Hondaras. In Guatemala 
bewohnen sie einzig den kleinen Hafenort Liyingstone aaf der atlan- 
tischen Seite des Landes, am Ansflasse des Rio Dulce in die Bay Ton 
Hondaras. Sie sind demnach als ein in jüngerer Zeit der Republik Guate- 
mala künstlich aofgepfropfter Bevölkerungszweig zu betrachten. Die 
jetzigen Einwohner Ton Livingstone und der Küstenplätze Ton Honduras 
and Beiice, welche ich selbst zu besuchen Gelegenheit hatte (Puerto 
Cortes, Omoa etc.) sind sämmtlich ^schwarze Caraiben'', d. h. Zambos 
od. yielmehr Neger, in welchen das alte Caraibenblut yermuthlich seit 
Gfenerationen untergegangen ist, obwohl sie bis auf den heutigen Tag 
die alte caraibische Sprache der kleinen Antillen beibehalten haben, 
und dieser Umstand yeranlasst mich, der Caraiben an dieser Stelle über- 
haupt zu erwähnen. 

Literatur. 

Petri Martyris ah Angleria (d'Anghiera) de rebus Oceanicis, et de orbe novo 

deoades 3. Basilea 1533. 
^y^mnd Breton, Dictiomiaire caralbe-fran^ais. Aozerre 1665. 
I^lercq. Dictionnaire caraibe-fraD^ais. Bennes 1665. 
^ochefort, Histoire naturelle et morale des lies Antilles. Rottord. 1681. 
^* de Humboldt, Yoyage aox r^gions 6quinoxiaIes du nouvean continent. 

Paris 1874. 
^- Schomburgk, Reisen in Britisch-Guiana. Leipzig 1847. 
^' 0, Squier, Kotes on Central America, particalariy the States of Honduras 

and Salvador. New-York 1855. 



— 30 — 

JJr, C, U. Berenät. Yocabnlario compantiro de las lenguas pertenecientes k 
la familia Maya-Qalcbe. MS. 

In diesem Yocabalar liat Dr. Berendt anhangsweise eine Anzahl von 
Sprachen, die der Maja-Familie fem stehen, aufgenommen and anter die- 
sen auch das Caraibische. Es dienten ihm for seine Zasammensteliong ein 
MS. Yocabalar and dito Dictionnaire, welche vom englischen Geistli- 
chen Henderson Terfasst worden waren. 

XIX Der ethnographischen Karte. 

Sqnier ooterscheidet (!• c.) schwarze and gdbe Caraiben, welche 
letztem angeblich ein Best der reinen, mit Xegerblat nicht gemischten 
Caraiben sein sollen. Von den reinen Caraiben entwirft Rochefort 
folgende Beschreibung (1. c. p. 437 sqq). 

,,Le8 Caraibes sont gens bien-faits, et proportionez de lenr corps, 
assez agreables, la mine riante, de moyenne taille, larges d'^panles 
et de hanches, et presque tous en assez bon point et plns robustes 
que les Fran^ois. Bs ont le yisage rond et ample, et pour la plupart 
les Jones marquees de deus petites fossettes dans le milieu. Leur 
bouche est mediocrement fendue, et leurs dents sont parfaitement 
blanches et serrees. B est Tray qu'ils ont le teint naturellement oli- 
yätre, et que cette couleur s^etend meme sur le blanc de leurs yeus, 
Idqnels ils ont noirs, un peu petis, aussi bien que les Chinois et les 
Tartares, mais fort penetrans. Bs ont aussi le front et le nez aplatis, 
mais par artifice et non pas naturellement. Car leurs meres les leur 
pressent k leur naissance, et continuellement pendant tous le tems 
qu'ellcs les allaitent, s'imaginant qu'il y a en cela de la beaut6 et de 
la perfection, car sans cela ils auroient le nez bien form6, et le front 
eleve comme nous. Bs ont les pieds larges et epatez, parce qu'ils 
vont nus-pieds: mais au reste si endurcis, qu'ils sont a toute 6preuve, 
et dans les bois et sur les rochers. 

„B se voit meme de belies fiUes et de belies femmes entre les 
Sauvagesses Cara'ibes. 

,,Tou8 les Caraibes ont les cheveus noirs, comme les Chinois. Ces 
cheveus des Caraibes ne sont pas frisez comme ceus des Mores, mais 
tout droits et fort longs comme ceus des Maldivois." 



— 31 — 

Dieser Beschreibung entsprechen die heutigen Caraiben von 
Honduras und Guatemala nicht. Diese sind hochgewachsene, eher 
hagere Gtotalten, mit dem typischen Wollkopf des Negers, der kurzen, 
breitgequetschten Nase, dicken Lippen; ihre fettglänzende Haut von 
einer Farbe, welche der von stark gerostetem Kaffee ähnlich ist. Sie 
sind lebhaft, starke Freunde der Rede, und begleiten alP ihr Thun mit 
beträchtlichem Lärm, ganz im Gegensatz zu dem Indianer des innern 
Guatemala. Sie kleiden sich, da sie ihr Geld yerhältnissmässig leicht 
verdienen, ziemlich gut, und namentlich ihre Weiber lieben es, sich 
in grellfarbene Zeuge zu hüllen. Arbeiten, bei welchen mehrere 
Caraiben betheiligt sind, wie das Rudern der Lastböte, begleiten sie 
mit einer Art Gesang, der sich aus der Feme nicht unharmonisch an- 
hört, eine Äusserung von gemüthlicher Zufriedenheit, welche ebenfalls 
dem Wesen des Indianers yollkommen fremd ist. Im Gegensatz zu 
der von Squier nach Youngs Schilderung entworfenen Beschreibung 
wurden sie mir von den Ausländem, welche mit ihnen in nähere Be- 
rohrang zu kommen gezwungen sind, als ein schwierig zu behandelndes 
Arbeitermatcrial von unerträglicher Faulheit geschildert. Von den 
sogenannten ,,gelben Caraiben'' habe ich nichts bemerken können. Die 
wenig zahlreichen, hellfarbigen und straffhaarigen Individuen, welche 
ich an den Wohnplätzen der Caraiben sah, waren unzweifelhafte Indianer- 
mischlinge, sogenannte Ladinos, die spanisch reden und aus dem Innern 
in diese Hafenorte gehomraen sind. Fast möchte ich vermuthen, dass 
man diese für gelbe Caraiben ausgegeben hat. 

Die alte Sprache der Insel-Caraiben hatte die Eigenthiimlicbkeit, 
dass die Frauen für gewisse Dinge andere Ausdrücke gebrauchten, als 
die Männer, obwohl sie selbstverständlich die Sprache der Männer 
ebenfalls verstanden. Auch diese gebrauchten die entsprechenden Aus- 
drücke der Frauensprache nie, ohne sich lächerlich zu machen. Die 
Carsdben von Dominique behaupteten, es rühre diess daher, dass die 
Inseln, bevor sie von den Caraiben erobert wurden, von den Arawaken 
(einer ebenfalls der Caraiben-Gruppe zugehörigen, jetzt noch im Norden 
von Südamerika heimischen Nation) bevölkert gewesen seien. Als 



— 32 — 

dann die Caraiben von den kleinen Antillen Besitz nahmen, tddteten 
sie alle Männer^ behielten aber die Fraoen für sich, welche ihrer an- 
gestannnten Sprache treu blieben und sie auf ihre Tochter vererbten; 
während die Knaben Tom 5. oder 6. Jahre an die Sprache der Männer 
annahmen. Die Caraiben des Festlandes sollen diesen Unterschied 
nicht gehabt haben, sondern Männer und Frauen redeten dieselbe 
Sprache. 

Obwohl dem eigentlichen Gegenstand Torliegender Arbeit femer- 
stehend, mag es gestattet sein, an dieser Stelle die Angabe Rochefort's, 
dass die Sprache der caraibischcn Frauen der Inseln mit der Sprache 
der festländischen Arawaken einigermassen übereinstimmte, durch eine 
kleine Zusammenstellung Ton Worten aus der Eingangs erwähnten 
Literatur als irrthümlich zurückzuweisen. Um die Einheitlichkeit aller 
in dieser Arbeit Torkommenden Tabellen zu wahren, habe ich auch 
das caraibische Yocabular auf das Alphabet reduciert, welches bei den 
Maya-Sprachen eingehend erörtert wird (siehe pag. 40 und ff.)- ^^ 
die Caraiben- und Arawak-Sprache war es jedoch nöthig, noch die 
Yocale ä, o, ü zu Hülfe zu nehmen und zwar entsprechend ihrer Aus- 
sprache in den deutschen Worten Bär, hören, fuhren. 

Die 2. Colonne des nachstehenden Yocabulars gibt die Ausdrücke 
des alten Insel-Caraibischen der Männer, die 3. die entsprechenden, der 
Frauensprache, die 4. endlich enthält dieselben Ausdrücke im AräWa- 
kischen des südamerikanischen Festlandes, soweit ich sie finden kann. 



— 83 — 



Deutsch 


Caraibische 
MäniMrspradie 


Caraibische 
Frauensprache 


Arawakisch 


mein Blut 


nita 


nimoinala 


ourisa 


mein Herz 
m&nnLSchamiheile 
mein Verwandter 


niynftni 

yaluculi 

niumnlicu 


nanixi 

nejuera 

nituke 


dalona8ebu,mnaj ü 

? 

? 


mein Tater 
mein Grossyater 


yumaan 
itamulu 


nucuzili 
narg^ti 


datye, datti 
datuouohi 


Oheim (litUrind«) 
mein Sohn 
mein Slter. Bruder 
mein jUng. Bruder 


yao 

■an, inili, yaMiiri 

janjin 

vuänue. 


acatobu 
nirajo 
nibncayem 
amuleem • 


dadayinzi 
? 

1 dabuqoiti 


mein Schwager 
meine Oattin 
meine Mutter 


ibamui 

yeneneri 

ixanum 


niqueliri 

liani (seine Frau) 

nucuxuru 


? 

vuori 

dayn 


meineGroBsmutter 


inuti 


naguete 


daoutu 


meine Tochter 


niananti 


nirajö 


? 

4 


meine Base 
Mann, männlich 
Frau, weiblich 


yueleri 
yequeli 
uele 


yuelu 
eyeri 
in&ru 


? 

YuädiU 

? 


Freund 


ibavuänale 


nitinon 


?• 


Feind 


etatu 


acani 


? 


meine Freude 

Arbeit 

Krieg 

er lebt noch 

er ist todt 


navueregu 
iuätegmali 
naincoa 
nnluqueili 
ayueeH, nioo- 


niYuäni 
numanicle 
nijuctuculi 
caqueili 

jilaali 


? 
? 
? 
? 

? 


Haus 


tubana 


tujonooo 


baje 


mein Garten 


imainati 


nizali 


? 


Bett 
Qift 


amao, acat 
tibuculu 


nequera 
tibaucura 


? 
? 


Spitze 
B(^en 
Sonne 
Erde, Mond 


lixibau 
ulaba 
juyeyu 
nonum 


labulugn 
zimala 
cazi 
cati 


? 

semaarajaaba 

jaddali 

caxei (ErdeiTosabv 


ein Oteiet, Dämon 


acambue 


opoyem 


yayuaju 


guter Geist 


ixeiri 


zemün 


cummmanni 



Stell, Etimograpliid tod GoAteoMÜ«. 



— 34 — 

Unter diesen, allerdings wenig zahlreichen Ausdrücken ist ein 
einziger, nämlich caxi, der in der Caraibiscben Frauensprache Sonne 
bedeutet, mit welchem ein Arawakisches Wort, nSmlich caxei für Mond 
Aehnlichkeit hat ; es scheint also, dass die oben citirte Behauptung der 
Caraiben von Dominique der thatsächlichen Begründung entbehrte und 
dass wir zur Erklärung der Abweichungen in der Sprache der caraibi- 
scben Männer und Frauen nach andern Gründen suchen müssen. Aus 
dem obigen Yerzeichniss ist leicht ersichtlich, dass diejenigen Begriffe, 
für welche Mä.nner und Frauen yerschiedene Bezeichnungen haben, in 
erster Linie die Verwandtschaftsgrade sind, sodann die Geschlechts- 
differenzen, und einige mehr abstracto Begriffe, wie die von Freund 
und Feind, von gutem und bösem Geist. Nun finden wir auch in den 
Maya^rachen, also einer dem Caraibiscben gänzlich femstehenden 
Sprachfamilie, ebenfalls gerade für die Bezeichnung der Verwandt- 
Schaftsgrade häufig yerschiedene Ausdrücke bei Männern und Frauen, 
und yermuthlich wird sich dieselbe Erscheinung auch noch für andere 
mittelamerikanische Sprachgruppen herausstellen ; leider ist das bis jetzt 
yorliegende Material yiel zu mangelhaft, als dass sich allgemeinere Conse- 
quenzen ziehen Hessen. Es genüge hier die Andeutung, dass die land- 
läufige Annahme, wonach die Sprache der Frauen ein ursprünglich 
fremdes, durch locale Gründe (Eroberung mit Ausrottung der Männer) 
aquiriertes Element in diesen Sprachen darstellt, wohl kaum zur Er- 
klärung ausreicht. Yiel wahrscheinlicher ist es mir, dass diese Erschei- 
nung einerseits in der sozialen Stellung der Frau bei den betreffenden 
Völkern und in einer unsem Sprachen fremden, schärfern Differencierung 
gewisser Dinge, wie die Verwandtschaftsgrade, ihren ursprünglichen 
Grund hat. 

Meine Absicht, in Livingstone ein Vocabular des von den dortigen 
Zambos gesprochenen Idioms aufzunehmen, wurde durch die verfrühte 
Ankunft des Dampfers, mit dem ich zu reisen hatte, vereitelt, dagegen 
theile ich aus meiner Copie des oben citirten Berendt'schen Manu- 
scriptes eine kleine Anzahl Worte von der hondurenischen Küste mit, 
und setze, soweit thunlich, die entsprechenden Ausdrücke des alten 



— 35 - 



Insel-Caraibiscb daneben, am einen Begriff des gegenseitigen Yerbält- 
nisses beider Sprachen 2a geben. 

(M bezeichnet den Mann, F die Frau.) 



Deutsch 


Caraibisch v. Honduras. 


Insel-Caraibisch 


Mann 


(M. vügueri 
(F. eieriU 


( M. vequeli 
(F. eyeri 


Wittwer 


1 amuisaruli 
1 amuisarulu 


moinza 


Vater 


uguzili 


|M. yumaan 
( F. ucuzili 


Matter 


uguchuru 


jM. ixanum 
\F. ucuchuru 


Grossyater 


aruguti 


jM. itamulu 
(F. arguti 


Tochter 


ingü 


M. innti 
F. irajö 


Bruder 
Schwester 


ibuguia, amulie 
itu 


1 M. janjin 
(F. ibucayem 
itu 


Oheim 


yauriti 


|M. yao 
\F. acatobu 


Gatte 


eiäriti 


iraiti 


Körper 


ugabu 


ocobu 


Knochen 


abu 


abo 


Schalter 


äche 


eche 


Arm 


arina 


aröna 


Ellbogen 


aginügu 


ögomöque 


Hand 


ujabu 


ucabo 


Nagel 


ubaru 


ubara 


Bauch 


aragai 


ulacae 


Nabel 


ari 


arioma 


GesäsB 


iada 


iata 


Herz 


anixi 


anixi 


Bein 


uruna 


uma 


Knie 


agacherügü 


agachiric 


FUBS 


ugudi 


uguti 


Femd 


agani 


acani 


Kopf 


ichügu 


ichoque 



— 36 — 



Deutsch 


Caraibisch v. Honduras 


Insel-Caraibisch 


Haar 


idiburi 


itiburi 


Gesicht 


ichibu 


ichibu 


Stirn 


eräbärügu 


erebe 


Blut 


itaü 


ita 


Auge 


agu 


acu 


Augenbraue 


isugusu 


ixicuxi 


Nase 


ichiri 


ichiri 


Ohr 


aragai 


aricae 


Mund 


iuraa 


iuma 


Zahn 


ari 


an 


Dieb 


iyuaruti 


ivualuti 


Thür 


bäna 


bena 


Schüssel 


canale 


canari 


Feuer 


vuatu 


vätu 



Weit geringere Aehnlichkeit, als unter sieb, zeigen sowohl das 
Caraibische von Honduras, als die alte Antillen-Sprache mit derjenigen 
der heutigen Caraiben des südamerikanischen Festlandes. 



— 87 — 



IV. Maya-Volker. 

Der weitsns grosste Theil des Territoriams des heutigen Guate- 
mala wird seit alter Zeit von IndiaDerstämmen bewohnt, welche, zu- 
sammen mit einigen Völkern der angrenzenden Gebiete von Chiapas 
und Tabasco, als Maya-Yölker bezeichnet werden, entsprechend ihrer 
SprachverwandtBchaft mit den Mayas von Yucatan. Innerhalb dieser all- 
gemeinen Bezeichnung aber lassen sich naturgemäss yerschiedene kleinere 
Gruppen unterscheiden, deren Glieder unter sich in einem engem Yer- 
wandtschafiayerhaltnisse stehen; es hat sich daher die genauere Be- 
zeichnung Hututeea-MaychQu'ich^YSikeT in die ethnographische Ter- 
minologie eingebürgert, obwohl auch dieser Ausdruck keineswegs er- 
schöpfend ist, das heisst, durchaus nicht sammtliche zu unterscheidende 
Gruppen in sich schliesst, wie spater gezeigt werden solL 

Die älteste Geschidite der Maya-Yölker verliert sich in unent- 
wirrbarer Sage ; wir wissen zur Zeit nicht mit annähernder Sicherheit, 
wann und woher sie in die gegenwärtig von ihnen bewohnten Gegen- 
den gekonunen sind. Nach Yater^) gibt G. F. de 0?iedo an, dass sich 
die Ureinwohner Yon Cnba und Jamaica nut den Yucateken durch ihre 
Sprache yersüuidigen konnten. Es wäre die Bestätigung dieser Angabe 
von grosstem Belang, wenn es auch wahrscheinlich ist, dass die Yer- 
Btandigung lediglich durch DoUmetseher oder durch dne im Yerikehr 
sprachfiremder EüstenYÖlker sieh Idcht ausbildende ,lingua franca' ge- 
schah, denn die Sprache der gronen Antillen, so, wie sie uns fiber- 
liefert ist, war von der Maya gänzlich Tenchieden. Der unermüdliche 



1) IGtiiridalet, 8. Bd., p. 3. 



— 38 — 

Brasseur de Bourbourg bat in seiner „Histou*e des nations ciyilis^es du 
Mexique et de TAm^rique centrale** die üeberlieferungen einiger mittel* 
amerikaniscber Yölker, der Tzentals, der Mayas, der Qa'icb6s und Cak- 
cbiqueles, sowie der Azteken in Einklang zu bringen, und daraus die 
alte Gescbicbte dieser Gegenden zu reconstruieren versucht. Es würde 
die Aufgabe einer Monographie der Maya- Völker sein, diese Üeberlie- 
ferungen neuerdings zu untersuchen und ihren geschichtlichen Werth 
zu prüfen. Für den Zweck der vorliegenden Arbeit kommen nur die 
Völker von Guatemala und ihr Verhältniss zu den übrigen Maya-StSmmen 
in Betracht, obwohl es mir im Interesse einer Vergleichung der ver- 
schiedenen Maya -Völker und ihres muthmasslichen Verwandtschaffcs- 
und Descendenzverhältnisses wünschenswerth erschien, auch die ausser- 
halb Guatemala lebenden, der Maya-Familie zugehörigen Sprachstämme 
kurz zu berücksichtigen. Ich lasse zu diesem Zweck zunächst ein ver- 
gleichendes Vocabular von 270 W^orten in fast sämmtlichen Sprachen, 
die bis jetzt als der Maya-Familie zugehörig erkannt sind, und über 
welche mir ein hiefur ausreichendes Material zu Gebote stand, folgen. 
Die Sprache der Tz'utujiles und der Chortis mnsste ich ansschliessen ; 
die erstere, welche nach der übereinstimmenden Aussage der Gram- 
matiker Jimenez und Flores sich enge an die Qu'ich6- und Cakcbiquel* 
Sprache anschliesst^ ist in neuerer Zeit nie wieder untersucht worden; 
die Chorti-Sprache ist nur in wenigen W^orten bekannt. Beide werden 
im Texte besonders behandelt werden. 

Eine Hauptschwierigkeit, welche der Aufstellung einer derartigen 
Vergleichungstabelle der Maya-Sprachen im Wege stand, war dieRednction 
derselben auf ein gemeinsames Alphabet, welches auch für einen mit 
der Aussprache der Maya-Dialecte nicht näher vertrauten Leser leicht 
verständlich wäre und dennoch den etymologischen Znsammenhang der 
einzelnen Sprachen klar zur Anschauung brächte. Es sind nämlich die 
in Maya gedruckten Bücher und Grammatiken in einem andern Alpha- 
bete verfasst, als die Grammatiken des Cakchiquel und Qu'ich6, wo- 
durch für eine Anzahl von Lauten verschiedene synonyme Zeichen ent- 
standen sind, welche für unsem Zweck, das Gemeinsame in den ver- 



— 39 — 

schiedenen Sprachen hervorzuheben, unbrauchbar waren. Allerdings 
hat Dr. Berendt in seinem Analytical Alphabet i) eine Arbeit geliefert, 
welche in dieser Hinsicht yollkommen brauchbar gewesen wäre, die 
ich jedoch wegen Mangel der Typen nicht benutzen konnte, abgesehen 
davon, dass sie auf eine so genaue Notierung der Aussprache berechnet 
ist, wie sie bis jezt leider nur für wenige Maya-Dialecte durchgeführt 
werden kann, und ausserdem für die vorliegende Arbeit nicht unum- 
gänglich nöthig war. Ich bin daher genöthigt gewesen, ein einfacheres 
Alphabet aufzustellen, dessen Grundlage die gewöhnliche spanische 
Ausspradie der Laute bildet. 

Eine hervorstechende Eigenthiimlichkeit der Maya-Sprachen besteht 
in den sogenannten ^Letras heridas^ (w^^^ letters^ bei Berendt). Mit 
diesem Ausdruck ist eine kleine Anzahl von Consonanten gemeint^ 
welche eine verschärfte und durch eine kleine Pause vom folgenden 
oder vorau%ehenden Yocale getrennte Aussprache einiger, auch in der 
gewöhnlichen Anwendung in den Maya-Sprachen vorkommender Conso- 
nanten darstellen. Ich habe dieselben in dem nachstehenden Alphabet 
hervorgehoben, indem ich den correspondierenden gewöhnlichen Lauten 
einen Apostroph beifügte. Es sind die folgenden: 
c', ch', k', qu', tz'. 

Um dem Leser eine approximative Idee von der Aussprache dieser 
apostrophierten Laute zu geben, sei bemerkt, dass in dem folgenden 
Wortverzeichniss ca und ac ausgesprochen werden, wie im Spanischen 
and Französischen; c'a und a*c hingegen mit verschärftem und vom a 
durch eine kleine Pause getrenntem c. Und so die übrigen. Das k^ 
ist stark guttural, und wird ganz tief in der Kehle, so zu sagen gerade 
aber dem Kehlkopf gesprochen, und zwar nicht sehr laut, so dass es 
im Anfang leicht überhört wird, bis das Ohr des Europäers sich an 
diesen fremdartigen Laut gewöhnt hat. 



1) Analytical Alphabet for the Mexican and Central American languages by 
C. H. Berendt, M. D., pablished by the American Ethnological Society. New- York 1869. 



— 40 — 



Alphabet der Maya-Sprachen. 

a wie im spanischen: casa, im deutschen: alles. 

b wie im spanischen: baue, im deutschen: bis, 

c wie im spanischen : casa, im französischen : car, Yor e und i ist es 
im Folgenden durch qu ersetzt, während es in den Maya-Drucken 
Ton Yucatan yor diesen Yocalen mit derselben Aussprache, die es 
vor a, 0, u hat, beibehalten wird, z. B. cej, das Reh, sprich : quef. 
Berendt hat es in seinem Analytical Alphabet ganz weggelassen 
und durch sein k ersetzt. Im Maya-Alphabet wird es auch in 
Worten gebraucht, die richtiger mit k geschrieben würden. 

c' ist das apostrophierte c, siehe oben. Es ist bei Brasseur ^) durch q 
(ohne u), bei Flores^) durch ein besonderes Zeichen: ^ ersetzt. 
Im Maya-Alphabet wird es vom k nicht getrennt, sondern die 
Worte, in denen es vorkömmt, wie kaan, das Seil (sprich (faan) 
werden mit k geschrieben. 

ch lautet wie im spanischen muchacho oder wie tsch im deutschen 
Worte: deutsch. In Berendt's Analytical Alphabet ist es, seiner 
Laut-Genese entsprechend, durch tx ersetzt, wie mir scheint, nicht 
ganz nothwendiger Weise, da es von allen spanischen Gramma- 
tikern gleichwerthig angewendet und daher eingebürgert ist. 
ch' ist das apostrophirte ch, es lautet diesem ähnlich, nur etwas ver- 
schärft und von dem folgenden oder vorangehenden Yocal durch 
eine kleine Pause getrennt. Im Maya-Alphabet wird dieser Laut 
durch ein ch wiedergegeben, dessen h oben einen kleinen Quer- 
strich hat. Brasseur^) ersetzt es durch gh, Flores fugt, um diesen 
Laut zu bezeichnen, seinem c'-Laut ein h bei und erhält so das 



^) Grammaire de la langae QuUch6e. Paris 1862. 

2) Arte de la Lengua Metropolitana del Reyno Cakcliiquel, 6 Guatemalico. 
Guatem. 1758. 

•) Vocabulaire Maya-Fran^ais, im Bande der »Relation des Choses de Yucatan*. 
Paris 1864. 



— 41 — 

Zeichen ^ft. L6011 de Rosny^) braucht meines ^V^ssens zum ersten 
Mal das Zeichen ch\ 

d wie im spanischen dar und deutschen du, 

e wie im spanischen ^ro oder dieutschen Ehhe. 

g kommt nur in wenigen Worten Yor and hat den Laut von g im 
spanischen gorro oder deutschen gehen. 

Um ihm Yor e und i seinen ^-Laut zu wahren , war es 
gemäss der spanischen Orthographie nothwendig, ein u nachzu- 
setzen, so dass die Silben gue und gut lauten wie im deutschen 
ge und gi. 

Das Yon Brasseur^) gebrauchte g entspricht unserm I^. 

h wurde in den altem Grammatiken allgemein für das^' der heutigen 
spanischen Orthographie geschrieben.' Ich ersetze es durchgehends 
durch das letztere, mit Ausnahme des oben gegebenen Pipil-Yocabu- 
lars, wo es, um die Congruenz mit der Azteca besser zu zeigen, 
gemäss der alten Schreibweise beibehalten wurde. 

i wie im spanischen giro oder deutsehen bin. 

i wie im spanischen Jorje oder wie ch im deutschen hochj Buch 
etc. Noch besser entspricht es dem alemannischen ch der Schweiz. 
Dialecte, z. B. in chind (Kind). 

k fehlt der spanischen Sprache, ist jedoch in den Maya-Sprachen sehr 
verbreitet, und wurde Ton den Grammatikern schon firQh eingeführt, 
es hat den gutturalen Laut des alemannischen k in den Schweizer- 
dialecten, z. B. in kein, Kamed etc. 

Unter das k des Maya-Alphabetes fällt auch theilweise unser 
<f und k^. In Berendts Analytical Alphabet ist es durch ein k wieder- 
gegeben, unter welches eine kleine gestellt ist. 

k' ist das apostrophierte und gleichzeitig tief im Gaumen gesprochene 
Ar, welches den europäischen Sprachen fehlt. 



^ Codex Cortesianns (Yocabalaire). Paris 1883. 
*) Giammaire Qnich^, Popol Yiih etc. 



— 42 — 

Brasseur ersetzt es durch g^ Flores durch ein dem arabischen 
din ähnliches Zeichen (£)), im Maya- Alphabet filllt es, wie Torhin 
bemerkt, unter das k> 

1 wie im spanischen luna und deutschen lieh, 

11 hat in den wenigen Worten, wo es vorkommt, durchaus den Laut 
des deutschen 11 m fallen, und nicht den des spanischen 11 in llano, 
m wie im spanischen und deutschen. 
n wie im spanischen und deutschen. 
o wie im deutschen oben und spanischen oro. 
ö lautet, wie der russische Laut yerry^ zwischen ö und ü ; Dr. Berendt 
ersetzt es durch ein o mit centralem Punkt im Ringe. 

In den oben gegebenen caraibischen Wortverzeichnissen lautet 
es wie das deutsche ö oder französisch eu in jeu, 

p wie im spanischen perro und Französischen par. 

Im Maya- Alphabet entspricht dem einfachen f ein apostro- 
phiertes, welches von einigen Schriftstellern durch pp^ von andern 
durch ein unten quergestrichenes p dargestellt wird. 

qu entspricht vor e und % dem c vor ajO^w^ es lautet wie im spanischen 
quien, querer und französischen que. 

Es wird im Maya- Alphabet auch vor e und t durch c ersetzt. 
qu' ist das apostrophierte qu. 

Brasseur ersetzt es durch q und Flores durch den schon 
bei (^ beschriebenen Buchstaben. 

r wie im spanischen perro und italienischen ragazzo, 

8 wie im spanischen silbar und deutschen singen. 

Die altem Grammatiker haben an seiner Stelle z und g. 
t wie im spanischen tonto und französischen tante* 

Im Maya- Alphabet kommt auch das apostrophierte tj durch th, 
bei Flores an einer Stelle durch tt bezeichnet, zur Verwendung, 
tz wie im deutschen Pfütze. 

tz' ist das apostrophierte tz ; es entspricht dem o des Maya- Alphabetes. 
Flores gibt es durch ^, Berendt's Alphabet durch ta mit oben 



— 43 — 

quergesirichenem t wieder, Brafiseur trennt es nicht vom gewöhn- 
lichen tz. 

u wie im gpanischen puro and deutschen Hand, 

V wie im spanischen vaso und w im deutschen u:ahr. Häufig ist 
hinter demselben ein u zu hören, wodurch es ähnlich lautet wie 
t€ im englischen weil, what etc. 

X wie 8ch im deutschen seheinen oder ah im englischen shade. 

y wie im spanischen liay und englischen year oderj im deutschen ^a. 

Anmerkan^. Die reinen Indianer trennen in der Aussprache die „letras 
heridas" sehr genaa von den entsprechenden gewöhnlichen Lauten und 
ist daher für etymologische Zwecke eine möglichst scharfe AuffaBSung 
derselben ganz unerlftssUcb. Etymologieen, wie sie der sonst so verdienst- 
volle Brassenr aufgestellt hat, sind als durchaus verfehlt zu annullieren, 
und die diessbezUgUchen Studien ganz von Keuem zu beginnen. Es 
konmien noch innerhalb einiger Laute, wie j, r, s und x Lautdififerenzen 
in der wirklich von den Ladianem gesprochenen Sprache zur Geltung, 
welche ich für den vorliegenden Zweck allerdings vernachlässigen konnte, 
die aber fUr rein philologische Arbeiten auf diesem Gebiete von grösster 
Wichtigkeit sind. Bis jetzt hat nur der alte Padre Flores in seiner 
Cakchiquel-Grammatik und Dr. Berendt in seinem handschriftlichen Yo- 
oabulario comparativo diese nothwendigen Trennungen durchgeführt. 
Alles übrige Material ist für etymologische Forschungen nur mit der 
äussersten Vorsicht zu gebraueben, und alle daraus gezogenen Schlüsse 
sind durchaus trügerisob. 

Bezüglich des Accentes gilt als allgemeine Regel, dass derselbe 
auf die letzte Silbe fällt, gleichgültig ob diese vocalisch oder consonantisch 
endigt. Doch finden sich in einzelnen Dialecten Ausnahmen von dieser 
Regel, wesshalb ich im nachfolgenden Yocabular die Accente ausgesetzt 
habe. 

Li dem nachfolgenden Yerzeichniss sind die Sprachen möglichst 

nach ihrer Yerwandtschaffc grappirt, die sich am weitesten vpm Typus 

der Maya-Sprachen entfernende Huasteca habe ich vorangestellt. Yor 

Jahren hat der verstorbene Dr. Berendt eine ähnliche Zusammenstellung 

der Maya-Sprachen sowohl, als einiger mexikanischer Sprachen gemacht, 

es ist diess das schon mehrfach erwähnte „Yocabulario comparativo de 

las lenguas pertenecientes k la familia Maya-Qu'ich6^, welches meines 



— 44 — 

Wissens nie veröffentlicht worden ist. Diese mchtige Zusammenstellung 
umfasst etwas über 600 Yocabeln in den verschiedenen Sprachen der 
Maya-Familie. Das Manuscript ist gegenwärtig im Besitz von Professor 
Bockstroh, eines Freundes des verstorbenen Dr. Berendt, und verdanke 
ich es der Freundlichkeit Herrn Rockstroh's, dass es mir möglich war, 
dieses wichtige MS. wenigstens, soweit es die Maya-Sprachen betrifft, 
in extenso zu copieren. Dieser Copie entstammen in meiner Zusammen- 
stellung die Yocabularien der ausserhalb Guatemala gesprochenen Maya- 
Dialecte. Berendt lässt die Maya-Sprachen folgendermassen sich anein- 
anderreihen : 

Maya (antigna, modema, de la Montaßa, del Peten, de los Lacan- 
dones) Chontal, Tzental, Zotzil, Chaiiabal, Putum (Chol in meinem 
Vocabular), Chorti, bdl, Cakchiquel, Tz'utujil, Kich6, Quekchi, Pokonchl, 
Pokomam, Mam, Huasteca. Die Sprachen von Aguacatan und Uspantan 
waren Dr. Berendt unbekannt, und wurden von mir zum ersten Mal 
aufgenommen. 

Meine im folgenden dargestellte Sprachreihe weicht von derjenigen 
Dr. Berendt's etwas ab ; ich glaube, dass das gegebene Material die 
Gründe dieser Abweichungen leicht erkennen lassen und rechtfertigen 
wird. 



Vergleichendes Vocabular 



der 



Maya-Sprachen. 



-^ 46 — 



Sprache 



I Weib j Vater 



1 Hnasteca 

2 Maja 

2 a Petes 

3 ChoDtal 
4Tzental 
5TzotzU 
eChanabal 

7 Chol 

8 Qaekchi 

9 Pokomchi 
lOPokomam 

11 Cakchiqael 

12 Qu ich6 
ISUspanteca 
Uixil 

15Agaa4^ateca 
16 3fame 



inic, inik 

xib, xibUd 

Tuinik 

Tuinik 

Tuinik 

Tuinik 

Tninik 

Tiniiik 

Toink 

Tinik 

Tin^k, mas 

aclii, Tinak 

Tin&k, achi 

TVDÜL 

na 

y4je, yato 

ca, ichang 



uxum 

ch'upUd 

ixch'op 

xsSl 

antz 

jantz 

lixak 

\sSl 

ixk 

iz6k 

ixk^on 

ixok 

ixok 

izök 

IXO 

znan 





pailöm, pap 


mini 


enajülfai 


1 


Tarn 


na 


ajqaiBalia 




Tom 


na 






I»P 


taJk 


meUnnSk 




tat 


nan 


mebiniidk 




tot 


me 


meatt41«bdk 




tat 


nan 


9 

• 




tut 


nü 


mebi 




Tami 


na 


9 

• 




aj&a 


tvt 


nebiTinik 




tat 


■an, tot 


9 

• 




tat& 


t^, nan 


malc^in 




tat 


nan, dmch 


malc^in 




»j 


xchoch 


• 




bal 


chnch 


V 

• 




ta 


chn 


• 


xuj 


mka. 


chnj 


? 



Spraclhe 



jiB|. 
Schwester 



GresevsiBr 



Grossmutter 



Schwiefer- 
vater 






1 Huasteca acab 



2MaTa 

• 

2aPeten 

3 Cbontal 

4 Tzental 

5 Tzotzil 

6 Chauabal 

7 Chol 

8 Quekchi 

9 Pokomchi 

10 Pokomam 

11 Cakchiquel 

12 Qu*icb^ 

1 3 ÜBpanteca 
14lxU 

1 5 Aguacateca 
IGMame 



itz*in 

itz'in 

itz'in 

ijtz''in 

ixl^l 



mani 



suciin, mam 

9 



tatmamü 
yag4 
? 

ijti4n mam 

itz'in mamä 

cba'k mam 

? imam 

cbaklAtz aDaimamä 



Snab 
k^anaxi^l 



itz lO 
! änab 



mam 
jmam 
mam 
mam 



ach 

mim, chich 
mam 

• 

chich 
Tam6 

9 

min 

nxaÄn 

atit 

atet 

ati 

atit 

atit 

c uy 

cha 

9 



iyam, alib 



jaan, 

9 

• 

ich&n 
icb&n 
moni. 



nxüm, iyim, 
uxdm, aHb 

nojyanjixja^ Dojo6 



nojn4 
ni niÄl 

9 

ixnÜd 
izni^ Lcakfl 



iukü 



nijil 

ixrwil, 

tat 

jinan, alinian[jit6, 
ji 

• • 



, alitö 
ji, alitz 

ji ixc6 



^1 

9 



— 47 - 



WMwe 



Sohn 



ajquimioh^ii 

izmaichin 

meb& ixik 

meb& ante 

mean&l aniz 

? 

meb& 

? 

neb& ix6k 

? 

malo'&n 

malo'&n 

? 

? 

? 

? 



ade. tarn 

mej^n 

? 

ajI6 

al 

nioh^öii 

unfn 

p6niel 

al&l 

ao^dn 

ac*ün 

al. aohij 

o'ajöl 

c'ajöl 

c'a61 

abdo 

ou&l 



Tochter 



atio 

ixmej6n 

? 

ijoh'ök 

al 

antzil nich^ÖD 

al 

p^niel 

abin 

ixk'ön 

ix6k al. me&l 

mi&l 

abin 

meid 

alxün 

OUÜ 



äÜ Bruder 



atmim 

Buodn 

sacüm 

sacün 

baokfl 

bankü 

bankil 

uascüm 

as 

as 

as 

xib&l 

nimi adulfl 

atzaxi^l 

atsio 

? 

? 



Jung. Bruder 



ataUl 

itz'fn 

itz'in 

itz'in 

ijtz'in 

itz'fn 

ijtz'in&l 

iijtz^in 

itz'ia 

cha^k 

cha'k 

eh'ati libfl eba'k 

ch'aü'nackaUleha'k 

k^unuxiöl 

itz'in 

itz6n 

? 



alt. 

Schwester 



bayil 

quio 

quio 

chioh 

iiix 

uix, uixin 

VL&tZ 

2 

&nab, aB 

as 

? 

nimalatz aii& 

&Dab, atz- 

atzaxi61 

&Dab 

tzic 

&nab 






Oheim 



Tante 



Schwager 



Schwägerin 



Schwieger- 
sohn 



Schwieger- 
tochter 



yeUm.pailöm 

tz^eyüm.aodn 

? 

Bucün 

? 

? 

? 

yumj61 

ic&k 

ic^&n 

ic'&n 

ic'&n 

ic^&n 

io^dn 

ic*dn 

aJYuitz 

? 



tzanub 

ixqait.tz*eiia& 

? 

nojnd 

? 

me 

? 

niiy61 

ic&k 

io^&n 

? 

ic^&n 

ic*&n 

ohiyij 

io^dn 

? 

? 



bdy. atmül 

mu. bal 

mu 

ja&n 

bankü 

bol. muiu 

? 

ja&n 

ixn&m 

balüc 

ilim 

balüc 

balüc 

balüc 

balüch 

balüc 

balüc, itzam 



mu 
mu 



isbankil 
janün 



tz'in 


nijÄl 


ixn&m 


ji 


balüc 


ilibjio 


mesk^al&s 


? 


balüc 


• • 


balüc 


• • 


balüc 


• • 


ma 


• • 


? 


• • 


? 


? 



ayüm 

ja&n 

? 

niö 

alobil 

ni 

? 



alib 

lUb 

? 

örib 

• 

Didl 

? 

? 

xna belüm 

Uibj61 

• 

all 

aHb 

alib 

aHb 

julib 

? 



— 48 — 



Sprache 


KOrper 


Kopf 


Auge 


Nase 


Ohr 


1 Huasteca 


iniot&l 


oc 


vu&l 


sam 


xutzüm 


2 Maja 


bay61 


pol. jo61 


ich 


ni 


xiqnin 


2a Peten 


yiDikfl 


jo61 


ich 


ni 


xiquin 


S ChoDtal 


ak'6 


pol 


jut 


ni 


chiqoin 


4 Tzental 


natu 


jol 


Sit] 


• • 

Till 


chiqnin 


5 Tzotzil 


? 


jol 


sat 


dI 


chiquin 


6 Chanabal 


9 

• 


ol6m 


sat 


nii 


ohiquin 


7 Chol 


Yinkil61 


jol 


uti. jut 


Tili 


chiquin 


8 Qaekchi 


qu'ejyu&l 


jol6m 


xnak vu 


vuüj 


xic 


9 Pokomchf 


tijol&n 


na 


nak Yu&ch 


j« 


xiquin 


10 Pokomam 


chak^l 


jaI6m 


na'k Yu&ch 


tz^am 


xiquin 


11 Oakohiquel 


chakül 


jolön 


vuich 


tz^an 


xiqu^in 


12 Qu'ichö 


tiojfl 


jol6m 


vu&ch 


tz'am 


xiquin 


13 üspanteca 


tiojü 


ba 


bak vich 


tz^am 


xiquin 


14T7ril 


chiöl 


vi 


bak vudtz 


j« 


xiquiTi 


löAguacateca 


YU&nkil 


vib 


VTlitZ 


V^ 


xiquin 


16 Marne 


? 


vi 


vuitz 


chaTH 


ohiquin 



Sprache 


Bart 


Hals 


Nacken 


weibi. Brust 


Bauch 


1 Huasteca 


itzim 


nuc 


nuc 


mil 


chucül 


2Maya 


me6x 


cal 


culcdl 


im 


nak 


2a Peten 


medx 


cal 


culcftl 


chuchü.' im 


nak 


8 Chontal 


tzucti 


luküb 


chun luküb 


chu 


nok 


4 Tzental 


tzotzfl 


nuk 


? 


chu 


ch'ujt 


5 Tzotzil 


isim 


nuk 


patj61 


chu 


ch'ut 


6 Chanabal 


itzim&l 


jnuc 


jnuc 


mix 


lucüm 


7 Chol 


tzuctii 


luküb 


? 


chu 


niök 


8 Quekchi 


mach 


cux 


ix cux 


tu 


8& 


9Pokomchi 


isinchi 


al&k 


ij na 


chVch 


pam 


10 Pokomam 


isinchi 


al&k 


ij al&k 


? 


pam 


1 1 Cakchiquel 


usmachi 


k'ul 


vi telön 


tz'un 


pan 


12 Qu'iche 


? 


k'ul 


ij vi 


tz^um 


pam 


13 üspanteca 


asamchi 


kul 


ij kul 


? 


ch'ol 


UIxil 


tzuc 


jiil 


chald vi 


chiol ix6 


ul 


15 Aguacateca 


xmatzi 


jm41 cul 


te cul 


im 


cul 


16 Mame 


? 


col 


? 


? 


? 



— 49 — 



Mimd 


Zunge 


Schneide- 
zähne 


Eckzähne 


Mahlzähne 


Haar 


Tni 


lecAb 


camabl^c 


elebftz oj61 


camabl^o 


xil 


Chi- 


a'k 


CO 


tz'dy 


cha^ 


tzotz 


Chi 


a'k 


coj 


tz'a^ 


? 


tzoötz 


ti 


aa'k 


qu^j 


? 


cha^ 


tzuo 


ti 


a'k 


8bak6l 6 


? 


? 


tzotzil jol 


ti 


a'k 


8bak61 6 


? 


ch'a^m 


tzotzil jol 


ti 


a'k 


quejtio 


tzij y6 


cha 


tzoötz 


ti 


aa'k 


6 


tzi e 


ni6j e 


tzutz 


ts'nmM 4f 


a'k 


ka 


xtz'i e 


e 


ism&l jol6m 


chi 


a'k 


6 


? 


ka 


i8m41 


fthi 


a'k 


^ 


? 


? 


ism^l 


ohi 


a'k 


h 


tz'i ey 


ka 


U8um&l y1 


ohi 


a'k 


6 


tzi 6 


ka 


? 


ohi 


a'k 


^ 


tzH 6 


ka 


usumdl ba 


d 


a'k 


6 


tz'i b( 


e 


xil vi 


Chi 


a'k 


6 


? 


ka 


xiÜ vib 


tri 


ak 


vi 6 


? 


? 


sam&l x14ti 



Nabel 


Gedärme 


Arm, Hand 


Eilbogen 


Finger 


Daum 


oon 


tisis 


ok6b 


tiyio 


cubaol^o 


mimü cubdc 


tooh 


choch 


k'ab 


euc 


yal k'ab 


imaak'&b 


tooh 


choch 


muo k'ab 


cuüo 


yal k'ab 


nak'ab 


mnk 


soitd 


k'öb 


pix k'öb 


k'öb 


9 

• 


? 


ebiqtiil 


k'ab 


slajib k'ab 


k'ab 


? 


inizio 


biquÜ 


k'om 


chao k'6m 


k'om 


smejk'öm 


mnztiG 


chanloktim 


k'ab 


xijk'Äb 


nik'abtio 


xuxebk'db 


mnjk 


BoitiÄ 


k'5 


xujk'ti 


ya&lk'ö 


? 


di*np 


o'amc'öt 


uk 


xic 


uj u'k 


xna uj u'k 


M'iim 


e'k sa 


tü^p. k'ab 


tzijc 


na k'ab 


mam k'ab 


? 


9 

• 


k'am 


tz'6jc 


k'am 


nim k'am 


rnnxüx 


ixcolöp 


k'a 


tz'io 


vi k'a 


nima k'a 


iDiix6z 


ixcolöp 


k'ab 


tz'ic 


a k'ab 


? 


muxüx 


ixcölop 


k'ab 


chao k'ab 


ba k'ab 


mamal 


? 


üb. ol 


k'ab 


jnn k'ab 


k'ab 


mam k'ab 


mnx 


? 


k'ab 


xchec 


vi k'ab 


nim k'ab 


? 


* 


k'ob 


? 


vi k'ob 


? 



StoD, Sämofntpliie tob Onatomal«. 



— ÖO — 



SprtMche 


Fingernagel 


Bein 


Knie 


FU88 


Knochen 


1 Huasteca 


itzio 


tzej6t 


cualü 


akdn 


bekl6k 


2 Maja 


ich'&k 


ok 


pix 


ok 


bak 


2a Peten 


icV4k 


ok 


pix 


ok 


bak 


3 Chontal 


ich'ök 


ok 


pix 


ok 


bok^ 


4 Tzental 


eohök 


a 


? 


ok 


bak61 


5 Tzotzil 


icbdk 





? 


ok 


bak 


6 Ghanabai 


ech 


ok 


xij kan 


ok 


bak 


7 Chol 


ejohAk 


ya 


pix 


ok 


bak 


8 Quekohi 


ixc4 


xton ak 


xben ak 


ok 


bak61 


9 Pokomchl 


ixo^&k 


tuk 


chejc 


ok 


bak 


lOPükomam 


ixc'Äk 


tuk 


a ch&jk 


tuk 


bak 


11 Cakchiquel 


ixc^Äk 


a 


ch'ec 


ak&n 


bak 


12 Qa'ioh6 


ixc'dk 


ak&n 


ch'ec 


akÄn 


bak 


1 3 üspanteca 


ixqu'6k 


ak&n. a 


ba ch^ec 


akdn 


bak^l 


14 Ixil 


ixca 





batz 


ul 6 


bakil 


15 Aguacateca 


pac 


max 


vi ch'ec 


uk&n 


bak 


16 Marne 


? 


? 


? 


9 

• 


? 



Sprache 


StOtzpfeiler 


Wand 


Bett 


Bastmatte 


Wolltuch 


1 Huasteca 


akam lAb 


tiÄb. hem 


tzei 


tat (mexic.) 


puchl&b 


2Maya 


ok6m 


pak 


ch'ac. vai 


po6p 


8uy6m 


2a Peton 


ok6m 


pök 


ch'ao. vai 


po6p 


? 


3 Chontal 


tulüm 


bojtö 


luch 


pop 


buk 


• 4 Tzental 


? 


? 


suayib 


POJP 


tzotz 


5 Tzotzil 


oi 


pakül 


yaibäl 


pop 


? 


6 Chanabal 


oi 


pakÄb 


tzat 


pojP 


chej&l 


7 Chol 


? 


? 


ch'ac 


? 


tzutz 


8 Quekchi 


ok6ch 


c'ak 


ch'at 


pop 


is 


9 Pokomchl 


ch'it 


xan 


yocdb 


aj 


? 


10 Pokomam 


chi6 


pitz'dn 


9 

• 


POJP 


o'oy 


11 Cakchiquel 


xatdt 


xan 


ch'at 


pop 


k'u 


1 2 Qu'iche 


xatdm 


xam. xan 


ch'at 


pop 


k'u 


1 3 Üspanteca 


akdn ja 


vuioh xan 


ch'at 


pop 


k'unlc 


14 Ixil 


potzöm 


xan 


ch'a'ch 


pop 


xl 


15 Aguacateca 


tjan cal 


xe cal 


ch'a'ch 


pop 


cho 


16 Marne 


? 


? 


? 


? 


? 



— 61 — 





Bliit 


Harn 


Faces 


Sdmeiss 


Dorf 


Haut 




xijia 


chic 


ta 


tzaquib 


bichön 


at4. pas^l 




qu'i'o 


nix 


ta& 


kilcÄb 


oab. caj 


Da. otöch 




qu'i'o 


uix 


ta 


kilcdb 


oaj. cigil 


Diy. ot6ch 




ch'i'oh 


5ix 


ta 


buUch 


ca&. oaj 


otöt 




ch'ü'ch 


jchux 


tza 


? 


lumikl 


na. ot6t 




chTch 


kam 


tzo 


chi'c 


lum 


na 




Ohio 


chul&l 


cot 


tic4n 


chondb 


naitz 




ch'i'oh 


pich 


tid 


? 


tiejlnm 


oti6t 




qu'iqu'61 


chu 


o'ot 


tic6 


tinamit 


ooh6ch 




qu'iqu'^1 


ab 


sa 


bax 


tinamit 


pat 




qu'i'o 


am 


? 


vudjx 


tenemit 


pat 




qu'iqu'^ 


chul 


ach&k 


tz'oj6b 


thiamit 


aoh6. ochöoh 




qu'i'o 


chul 


ach&k 


tz'6jb. o'atin 


tinamit 


jft 




qu'i'o 


chul 


yoo 


c'at4n 


tinimit 


ja. ich6oh 




caj&l 


al chuc 


lachuouniii 


tz'a 


ten&OL 


c4bal 




chich 


uquis 


oha 


a Yu&nkil 


tenüm 


oal 




chi'o 


chul 


tz'U 


? 


ama'k 


ja 



UfM 


fiaacal 


Jicara 


Wasserkrug 


KOrMsflasche 




calflöm 


pach^ mni 


? 


juytil 


oaldm 




kaboüm 


cum 


lucb 


pul 


chu 




kabofim 


cum 


inch 


pul 


chuj 




? 


pet 


tup 


pu 


chny 




? 


pin 


bojoh 


kib 


? 




tu'ta. leoh 


pin 


booh 


kirn 


tzu 




lech 


oxom 


tzimd 


ch'ub 


tzu 




? 


pejtio 


tzimk 


uküm 


? 




Tualebti 


jo6m 


oo'o 


cuc 


SU 




pux 


jojm 


8UJ 


icom 


8uj jojb 




? 


saköm 


YUCÜl 


? 


suj 




pak 


tzimdy 


c'ox 


kurd 


sdy 




pak 


tzim4 


mulül 


bu6, cucüb 


tzu 




? 


tzimi 


muldl 


k'ib 


tzu 




9 

• 


Bei 


tzimiij 


oben 


tzu 




pak 


pak 


tzmk 


cho^k 


tzu 




pak 


? 


? 


• 


? 




, 













— 62 — 



Sprache 


Korb 


Stirnband 


Blasrohr 


Bogen 


Pfeil 


1 Hnasteca 


tocnÄl 


ocl&b 


? 


piill&b 


tiohocl&b 


2Maya 


xac 


tab 


tz'on 


chulül 


jnl 


2 a Peten 


xao 


ta&b. jol 


tz^on 


nnnt^ 


jul 


3 Chontal 


chach 


jojt6 


? 


nöntS 


tojc 


4 Tzental 


moch 


pejo 


? 


? 


? 


5 Tzotzil 


moch 


pejo. peo 


? 


? 


? 


6 Chanabal 


mo6ch 


pec 


• 


? 


? 


7 Chol 


chiqui 


tiajb&l 


? 


aintiS 


jalöj 


8 Quekchi 


cbac&ch 


tab 


pubchS 


tzim&j 


tzim&j 


9 Pokomchi 


chac&ch 


patD&l 


pujbch6 


ch'ab 


ch'ab 


10 Pokomam 


chac&ch 


? 


aj 


? 


? 


1 1 Cakchiqael 


chac&oh 


pat&n 


pubch6 


ch'a 


al ch'a 


12 Qu'ich6 


cbac&oh 


patÄn 


pub 


ch'ab 


ch'ab 


13 Uspanteca 


chic&ch 


? 


ubab 


ch'ab 


eVab 


UIxil 


xuo 


? 


jub 


? 


? 


15Aguacateca 


moch 


? 


? 


tz'atl6n 


mes 


16 Marne 


? 


? 


? 


simaj 


? 



Sprache 


Agavegarn 


Schnur 


Tragnetz 


Tuch 


Nlarict 


1 Huasteca 


tzim 


tza 


tzoinabtzÄ 


cuachfm 


eleb 


2 Maya 


ki 


o'aÄn 


c'adn 


buük 


quivTiic 


2 a Peten 


Wj 


c'adn 


? 


nok 


? 


3 Chontal 


chaj&b 


jojt6 


? 


buk 


? 


4 Tzental 


chi 


chaj&n 


? 


? 


? 


5 Tzotzil 


chi 


chojön 


? 


k'u 


chivuich 


6 Chanabal 


chi 


yaguil chi 


? 


nok 


chinÄb 


7 Chol 


chi 


chij 


? 


bujk 


? 


8 Quekchi 


ik'6 


c^am 


champd 


sut 


c'ayÜ 


9 Pokomchi 


sajki 


c^ajÄm 


yal 


sut 


c'aibÄl 


10 Pokomam 


? 


c^am. sajqnil 


? 


sot 


o'aydl 


1 1 Cakchiquel 


sak qu'iy 


c'an 


yal 


sut 


c'ayibdl 


12 Qu'ich6 


? 


c^amdl 


c'at 


sut 


cflib&l 


13 uspanteca 


? 


c^am 


c'at 


sut 


o'aibdl 


UIxil 


e'o 


chi 


c'ach 


sut 


o'ayibal 


15Aguacateca 


? 


qu'ejÄ 


c'ach 


sut 


c'aibil 


1 6 Mame 


? 


? 


? 


• 


? 



ÖS — 



Hut 


Sandalen 


* Kamm 


Beinkleid 


Weiberrock 


Weiberhemd 


tknmpel^l 


pajabldb 


tziohÄb 


pateldb 


lac&b 


? 


poo 


xan&b 


xalch6 


? 


pio 


ipiJ. kub 


pooo 


xandb 


xalch6 


u^x 


pio 


uipil (mexik.) 


jop6j 


xönob 


xijöb 


u6x 


pio 


jipi (mexik.) 


pixj61 . 


xanÄb 


jachaüb 


u^x 


tzio 


sku antz 


pix61 


xon6m 


jachüm 


u6x 


tzeo 


chül ka 


pisolöm 


xan&b 


xix^b 


u6x 


jun&l 


ool6b 


tiep61 


x5n6 


chiö 


u6x 


majtz 


? 


piinit 


xam 


xiti&b 


u6x 


uk 


po6t 


pünet 


xijdb 


xijuÄl 


uex 


11 jk 


pot 


pajniß 


xij&b 


chijvu&l 


u6x 


ojk 


pot 


pamuj 


xaj4b 


jich& 


u6x 


uk 


pot 


? 


xaj&b 


xi&b 


u6x 


uk 


pot 


patbÄ 


xaj&b 


xab 


u6x 


uk 


pot 


Taob&n 


xab 


? 


? 


chio 


colich 


at Ti 


xdjab 


xeb 


u6x 


xchic xnan 


c6lop xnan 


pasbel 


? 


? 


uexj 


? 


? 



Wasser 


Salz 


Atole 


Tortilla 


Fleisch 


Bohnen 


j* 


at^m 


joat&p 


bac4m 


tii116c 


pucül 


ja& 


tadb 


sa 


VUÄj 


bak 


buül 


ja& 


ta&b 


sa 


vudj 


ba&k 


buül 


ja& 


atz'&m 


ixÄl. ohujt&n 


VUÄj 


bököt 


buül 


ja& 


atz'&m 


ul 


VU&j 


sbaket&l 


chen6k 


jo6 


atz'&m 


ul 


VUÄj 


bek6t 


cben^k 


i» 


atz*Äm 


ma6tz 


vu4j 


bak6t 


chen^k 


jßk 


atz'&m 


ul 


VUÄj 


bök 


? 


j» 


atz*&m 


uk'ün 


YU& 


? 


quenk 


jotio. jab 


atz^dm 


ma'tz 


vuio 


bak 


quind^k 


j» 


atz^lim 


ma'tz 


vuec 


ch'ak 


quin&^k 


ja 


atz'dn 


k'or 


vu4y 


ch'ak 


quin&^k 


ja. jorön 


atz^&m 


jocb. buch 


vuÄ. lej 


ch'ak 


quind^k 


ja 


atz^&m 


jo'ch t 


Yual^j 


tinic 


quind^k 


a 


&tz*ain 


nc'Ä. tzatzl& 


16 


ohib 


chicöng 


a 


a*tzm 


8&ka 


VU& 


tlmbü 


ohioun 


a 


? 


? 


? 


cha&k 

• 


xenk 



- 64 — 





Sprache 


Maisiuilben 


MaMSrner 


unreifer Mais 


Otote 


Maiffeld 




1 Hnasteca 


gu6X 


isis 


aj&m 


boj61 


em 




2Maya 


nal 


ixim 


nal 


bacdl 


col 




2aPeten 


nal 


ixim 


caxan41 


bac&l 


col 




3 Chontal 


nal 


ixim 


chojnö 


b5c5 


cho 




4 Tzental 


? 


ixim 


aj4n 


bacal61 


kaltic 




öTzotzU 


uöjton 


ixim 


aj4n 


bac41 


chomtie 




eCh^UOml 


jal 


ixim 


ajdn 


bac&l 


alajaltio 




7 Chol 


jal 


ixim 


pol 


böcol 


ch'olel 




8 Qaekchi 


jal 


ixim 


och 


bajl&k 


vuaj 




9 Pokomchi 


jal 


ixim 


rax jal 


baji&k 


abix 




10 Pokomam 


jal 


ixim 


ajm 


yuajl&k 


avix 




11 Gakcbiqae] 


jal 


ixin 


»j 


pi'k 


avüen ^ 




12 Qu'ich^ 


jal 


ixim 


rax jal 


o'ox jal. pik 


abix 




18 üspanteca 


jal 


ixim 


CHX 


pi'k 


abix 




14 Ixil 


jal 


ixim 


matzin jal 


Yual&j 


com 




15 Agaacatecf 


jal 


ixin 


x^ba 


bajl&k 


coon 




16 Marne 


? 


? 


? 


? 

r 


con, cojoB 



8pr€icfie 


Ei 


Vogel 


Truthahn 


ZopHote 


Eule 


1 Hnasteca 


sakch6k 


tzitzin 


illalcas&uj 


? 


sicoic 


2Maya 


je6 


chVch 


cntz 


ch'om 


iquim 


2 a Peten 


je6 


ch'i'ch 


ajcütz 


ajch'öm 


ajxö'ch 


3 Chontal 


söktok. ny&l 


mut 


ajtzö 


ajm&a 


i^ 


4 Tzental 


tonmdt 


? 


tulüc 


OS 


? 


5 Tzotzil 


ton 


mnt 


tulüo 


xul6m 


xo'ch 


6 Chanabal 


nol6b 


? 


? 


usöj 


xoch 


7 Chol 


tiunmütiö 


mütiö 


ac'dch 


öjsi 


? 


8 Quekchi 


mol 


tzMc 


ac'Äch 


sos61 


guarröm 


9 Pokomchi 


milöj 


tz^iquin 


pijil. ao'doh 


o'och 


tujciir 


10 Pokomam 


mall6j 


tz'iqu'in 


? 


o'uch 


? 


11 Cakchiquel 


sakmallö 


tz'iqu'in 


mama c'61 


c'och 


tucurüy 


12 Qu'ich6 


sakmalöb 


tzMqu^in 


n6o8 


o'uch 


tncür 


13 üspanteca 


sakmölob 


tz'iqu'in 


ajtz6 


c'uch 


tucür 


14 Ixil 


c61op 


tz'iqu'in 


atsö 


cus 


tucül 


15Agaacateca 


cölob 


? 


mam col 


kus 


quejmÄm 


16Mame 


Jos 


? 


? 


? 


? 



1 

4 

i 



— 65 — 



«^1 »- 

UUIHBIII 


Hud 


Kaiza 


Hase 


Hahn 


Hanne 


ol6m 


pic6 


mitzd 


coi 


00x61 


pitd 


kek6n 


pek 


mis. mistön 


ttü 


^jo^ 


ixc&x 


kek^n 


pek 


igmis 


tul 


aiM 


ixo&x 


chitiun 


nichü. i^oh6 


lyaiiB 


tul 


ajk^B 


? 


ohit4m 


te'i 


mis 


tal 


quelemdt 


memdt 


chitöm 


ts'i 


mis 


toi 


kotz 


meoaxldn 


ehit&m 


tz'i 


mistd 


chioh 


queremdt 


niämüt 


diiti&n 


tz'i 


mis 


tal 


tiatmdtiö 


mütiö 


ak 


tz'i 


mea 


imol 


itiim fluhi 


xna caxUn 


ajk 


tz'i 


mes 


imul 


imas 


atit quixUm 


ajk 


tz'e 


mis 


emol 


? 


ao'&ch 


ak 


tz'i 


mes 


omni 


m&ma a'c 


ati a'o 


ak 


tz'i 


mis 


umu] 


mdma a'o 


a'o 


ak 


tz'i 


ton 


nmiil 


? 


? 


ohich&in 


oh'i 


mes 


? 


pel6y 


ao'dch 


boch 


Chi 


mitu 


omni 


^jtz6 


xcha qaich 


booh 


ohian 


? 


ischic 


? 


? 



Vaialiiest 


Feder 


FMiel 


Schwanz 


Jaguar 


Cuguar 


catfl 


jacldo 


pabdb 


juodj 


pasdm 


tzo 


kad 


kakdm 


li'o 


ne 


baidm 


coj 


ka 


kokdm 


xi'o 


nej 


baldm 


sgodj 


ku 


makl6 


oich 


niöj 


baldm 


ckoaäy yda 


sna 


kokajB^l 


i'o 


ne 


baldm 


choj 


8om 


kokdm 


xi'o 


ne 


boldm 


tzajdl boldm 


tso 


kokdm 


Yu6ch 


? 


? 


choj 


ka 


kakdm 


Yuich 


ne 


bajldm 


? 


XBOO 


• 

IX 


xi'o 


xti6 


• 

IX 


cak coj 


Bok 


• • 


xi'o 


je 


bajldm 


cak coi 


? 


? 


? 


? 


? 


? 


80k 


asomti 


x'io 


j6y 


bdla 


bdla 


BOk 


? 


x'io 


je 


baldm 


coj 


Mk 


osaai^ 


x'io 


je 


baldm 


ooj 


iotzdtz 


? 


xi'ch 


je 


baldm 


k'an boldy 


Bok ohae 


? 


xi'o 


je 


baldm 


? 


? 


? 


? 


? 


? 


? 



— Ö6 — 



Sprache 


Reh 


Wildschwein 


Waschbär 


RQsselbär 


EicbhSmchen 


1 Huasteca 


tenecbichin 


ol6m 


es^m 


bexe 


ot^l 


2Maya 


qu6j 


quit&m 


achch'db 


chic, chiic 


cuüc 


2a Peten 


qu6j 


quit&m 


cuMb 


chic, chifc 


ajcuüc 


3 Chontal 


ohimd 


tel6 obitdm 


ajmapachin 


ajchicd 


chuch 


4 Tzental 


chij 


Jamal chitÄm 


em6ch 


tzutzüb 


chuch 


5 Tzotzil 


chij 


uomol chit6m 


me^l 


cot6m 

• 


chuch 


6 Chariabal 


cujl&l ch6j 


cujlal chit&m 


nap&ch 


cojtöm 


chu 


7 Chol 


chijm&y 


mati6 chiti&n 


emdch 


tz'utz'd 


chuch 


8 Quekchi 


quej 


quUch6 ak 


ajöuj 


cak sis 


cuc 


9 Pokomohf 


quej 


qu'ich6 ajk 


6u 


itzül 


cuc 


lOPokomam 


masÄt (mex.) 


9 

• 


? 


? 


cuc 


1 1 Cakohiquel 


masat 


juyubÄl ak 


c'as 


tix, sis 


cuc 


12Qu'ich6 


qu^j. masat 


? 


? 


sis 


cuc 


ISÜspanteca 


qui6j 


qu'icb61 ak 


ixpit a^k 


sis 


cuc 


14 Ixil 


qui6 


o'op chal 


? 


pa'ch 


cuc 


15Aguaoateca 


masat 


stzeld hoch 


xpit a^k 


xiul 


cuc 


1 6 Mame 


chej 


hoch 


? 


tzutz 


? 



Sprache 


Kr5te 


Alligator 


Fisch 


Schmetter- 
ling 


Raupe 


1 Huasteca 


cua. tim 


ajin 


toi 


lemtutu 


sum 


2Maya 


much 


ain 


c&i 


pep6m 


nok 


2a Peten 


ajmüch 


ayin 


cdi 


pemp6n 


ixnoköl 


3 Chontal 


ajmüch 


öjin 


tsoo 


? 


nok 


4 Tzental 


? 


ajin 


chdi 


pejp6n 


? 


5 Tzotzil 


pok6k 


ain 


ch6i 


pep6n 


? 


6 Chariabal 


go 


ayin 


ch&i 


? 


yalch4n 


7 Chol 


poktsa 


ajin 


chüi 


pejp6n 


? 


8 Quekchi 


kopop6 


ain 


car 


pep6m 


motz 6 


9 Pokomchi 


juki'ik 


? 


car 


pejp^m 


sijc6r 


10 Pokomam 


putz6n 


? 


car 


? 


? 


11 Cakchiquel 


vukük 


ain 


car 


kais ohio6 


amallö 


12 Qu'ich6 


xpek 


? 


car 


amoll6 


sunsdy 


1 3 üspanteca 


? 


? 


car 


que'k sulüb 


amülo. titlm 


14 Ixil 


? 


? 


chdy 


sulüb 


US. 


15 Aguacateca 


? 


? 


cÄy 


slub 


aml6 


16 Mame 


? 


ain 


cÄy 


? 


? 



— 67 — 



Coyote 


Affe 


Maus 


Maulwurf 


Fledermaus 


Frosch 


cbach 


? 


te61 


baim 


? 


petzp^tz 


cVum&o 


ma&z 


ch'o6 


ba 


soHz 


?■ 


? 


ma&z 


ajch*6 


baj 


so'tz 


ajqae^oh 


? 


ajmaz 


tzuo 


ajbÄj 


suHz 


ajmüoh 


? 


? 


ch'o 


ba 


tz'o'tz 


? 


okil 


madx 


cb'o6 


ba. big 


so'tz 


moo6ch 


okfl 


max 


chitamchö 


baj 


? 


chuch 


? 


maix 


tzuc 


baj 


tz'u'tz 


? 


ajx6j 


max 


cb'o 


ba 


soHz 


amdch 


xojb 


c'öy 


ch'o 


ba 


soHz 


tujtz 


? 


? 


ch'o 


? 


? 


? 


Qtio 


o'6y 


ch'6y 


bay 


so'tz 


ixtdtz 


ntSa 


c'öy 


ch'o 


ba 


so'tz 


ixtütz 


utiu 


c'öy 


ch'o 


? 


BO'tZ 


xtUtz 


igo 


c'6y 


oh'o 


? 


so'tz 


ixtütz 


xo 


o'öy 


ich'i 


? 


Bo'tz 


rip 


? 


? 


? 


? 


? 


? 



KOchen- 
schabe 


Ameise 


Fliege 


Mosquito 


Spinne 


Zecke 


pejb&l 


itzanitz 


jan6c 


yofm 


a4m 


tit 


zcnlüch 


sinio 


yazc&ch 


kax61 


am 


pech 


? 


Rififc 


? 


uB. kox61 


ajtöi 


pech 


ajldch 


xiniob 


ajajün 


? 


ajtöi 


pech 


? 


xanich 


? 


? 


am 


sip 


mako. peb&l 


xinicb 


•Job 


UB 


om 


sip 


? 


xanfoh 


US 


? 


? 


sip 


? 


xmich 


• • 


aohja4 


am 


sip 


pach&ch 


sanc 


rax yao 


o'nx 


am 


sipk 


paoh&ch 


sinfo 


utz 


utz 


am 


sip 


? 


? 


? 


? 


? 


? 


pachdoh 


sanio 


US 


US 


am 


sip 


paoh^ch 


Banio 


amollö 


UB. xan 


am 


sip 


kap6j 


senio 


am&Uo 


uBÜm 


am 


? 


? 


sanic 


OB 


al UB 


? 


? 


? 


snio 


US 


mex ÜB 


? 


? 


? 


? 


ajem 


US 


? 


? 



-^ 58 — 



Sprcu^e 


Krebs 


Krabbe 


Scerpion 


FM 


Laus 


1 Hnasteca 


tzacdi 


xo6tz 


sini 


tzac 


utz 


2Maya 


xexcÄy 


ixbdn 


sin&n 


ch'ic 


uk 


2a Peten 


xex 


• -1 


sinaän 


ch'ic 


uk 


3 Chontal 


xex 


ajxi'ix 


sind 


ch'öc 


uch 


4 Tzental 


? 


jiit 


tsec 


? 


uch 


5 Tzotzil 


jit 


yox 


tsec 


ch'ac 


uch 


6 Chanabal 


? 


? 


tseo 


cac 


uc 


7 Chol 


xex 


jiti6. me^p 


siDiän 


ch'öc 1 


uch 


8 Quekchi 


c'ox 


tap 


maixül 


cak 


u'c 


9 Pokonchi 


coxb 


tap 


tzindj 


c'ak 


u'c 


10 Pokomam 


? 


? 


? 


c'ak 


? 


11 Cakchiquel 


ch'om 


top 


sin&j 


qu^ek. c^ak 


u'k 


12 Qu'ich^ 


oh'om 


tap 


ixc&b. sin&j 


c'ak 


u'c 


13 üspanieoa 


? 


tap 


sinäj 


qu'i^.k 


sak u'k 


UIxil 


? 


? 


cachü'c 


c'a 


saj u'k 


15 Aguacateca 


tzol6j picfa 


chap 


sind 


quMdk 


c'ux 


16 Marne 


• 


• 


? 


qu^idk 


? 



Sprache 


Mond 


Stern 


Regen 


BliU 


Tag 


1 Huasteca 


aitz 


ot 


ja 


tzoo 


ki. aquichä 


2Ma7a 


u 


e6k 


kaxaljad 


lembä 


k'in 


2a Peten 


^i 


? 


? 


leml6m 


k'in 


3 Chontal 


uj 


ek 


jad 


chauoo 


k'in 


4 Tzental 


uu 


ek 


jadl 


chaüo 


k'in 


5 Tzotzil 


u 


k'andl 


chdu quil6 


chaüo 


k'ak'äl 


6 Chanabal 


ix&u 


k'andl 


jad 


chaüc 


k'agu 


7 Chol 


uj. ujU 


e6k 


jaal^l 


tzantzeuäl 


k'in 


8 Quekchi 


po 


chajim 


jab 


atz' um oak 


cutän 


9 Pokomchi 


po 


ch^umil 


jab 


cajök 


k'ij 


10 Pokomam 


po 


ch'imil 


jab 


coj6k 


k'ij 


11 Cakchiquel 


i'c 


ch'umil 


Job 


k'a'k 


k'ij 


12 Qu'ich6 


rc 


ch'umil 


jab 


sak 


k'ij 


13 Uspanteca 


i*c 


ch'umil 


jabdl 


coy6pa 


k'ij 


141x11 


i'ch 


ch'umil 


jabäl 


cayämpal 


k'ij 


15 Aguacateca 


xdu 


ch'umil 


jabäl 


k'an quiök 


k'e 


16 Mame 


ixjdu 


? 




? 


? 

1 



— 69 — 



HMig 


Himnel 


Enle 


Wolken 


Wind 


Sonne 


cbabohin 


tia^-b 


tiabal 


toc6b 


ik 


aquicha 


cab 


oain 


luum 


muyäl 


ik 


k'in 


oab 


caän 


luum 


muyäl 


ik 


kin 


c5b 


? 


oab 


buolä 


ik 


k'in 


? 


cboxän 


Inm 


tojoäl 


ik 


? 


pom 


vuinaj^l 


Inm 


toc 


ik 


k'ak'äl 


chab 


cnlobän 


lom 


asön 


ik 


k^agu 


yal^cb jaä 


panchän 


him 


tiocäl 


ik 


k'in 


gak cab 


choxä 


oh'o^Dh 


chok 


ik 


sak'6 


iscäb 


(pan) tazäj 


ao^al 


su^tz 


t^u 


k'ij 


oab 


taxÄj 


ac'al 


su^tz 


t^uj 


k'ij 


cab 


oaj 


ul^u 


SQ^tZ 


cak'fk 


k'ij 


oaYoaMb 


caj 


ulen 


su^tz 


caqu^lk 


k'ij 


cab 


caj 


ulea 


suUz 


t6a 


k'ij 


al cab 


almfca 


cb'a?a& 


sa^tz 


cajrk 


k'i 


cab 


tzenfi quii 


ch^o'oh 


sba'k 


quik^^k 


k'e 


? 


quiaj 


ch'o'ch 


muj 


qaiak^ik 


? 



Nacht 


bevte 


morgen 


gestern 


vorgestern 


übermorgen 


akjSl 


xaja6 


caläm 


tija61 


titzabqoi 


tzabqui ? 


ak'äb 


jel6 


samal 


jolj6 


ocni 


sasamäl 


akMb 


bajeli 


samäl 


jol6 


? 


sasamäl 


ak'ob 


aobi 


ik6 


okoi 


chöbi 


cliabi 


ajk'abal 


Dax 


paj^l 


uoj6i 


chaj6i 


chau61 


ak'ubäl 


nax 


ok6m 


uojj6 


ohamje 


cha^j 


ak'uäl 


naxä. yaban 


jech^l 


equ6 


akual6 


cbab6j 


ak'nal^l 


uölo 


ijkon 


akbi 


chöji 


chabi 


kW 


anakTuän 


ouläj 


ivu6r 


oabaj^r 


cab6j 


ohakMb 


yanäk 


ekill 


^u 


ixej^r 


oab(j 


chak'äm 


tur6 


akäl 


y6vua 


cobij6r 


cob(j 


ak'ä 


vuao*ami 


chavoäk 


ivlr 


cabiji'r 


cabfj 


ak'äb 


c'amio 


cbuYi^k 


ivfr 


cavajfr 


oxojfr 


ak'äb 


YuaoM 


chuvu^'k 


iv6r 


cabjfr 


oabfj 


a'kbäl 


chel 


cal^ng 


s^te 


paxfo set tziin 


cabön 


a'kbäil 


j«u 


e*kl6D 


eut^ntz 


eut^nts tz^ 


cab6n 


? 


? 


? 


? 


? 


? 



— 60 — 



Sprache 


Monat 


Jahr 


Wald 


Berg 


Ebene 


1 Huasteca 


aitz 


tamüb 


alt^. tell&m 


tzen. tze^m 


tzall&m ? 


2Ma7a 


u 


jadb 


ka&x 


puüo. vuitz 


ohakän 


2 a Peten 


«j 


? 


kadx 


Yultz 


chak&n 


3 ChoDtal 


«j 


jab 


teel 


YTiitz 


to6 


4 Tzental 


? 


• 


jam&l 


vuitz 


akÜ 


5 Tzotzil 


u 


jaabil 


te61 


vuitz 


yaxaltio 


6 Chauabal 


ixdu 


jabll 


kill 


vuitz 


Job 


7 Chol 


uj 


? 


mati6 


vuitz 


jamll 


8 Quekchi 


po 


cbab 


quUch6 


tzul 


tak& 


9 Pokonchi 


po 


jab 


ch^an 


yuk 


quixcab 


10 Pokomam 


po 


jan&m 


k'ej^s 


yu'k 


? 


11 Oakchiquel 


i'c 


jun& 


k'ayiß 


juyü 


takaj 


12 Qu'icb6 


To 


ab. jun&b 


quMohel&j 


juyüp. latz 


yocoio 


ISÜspanteca 


i'c 


jun&b 


qu'ichö • 


vuitz 


vuiztak&j 


HTxil 


Tch 


yab 


ch^ac&ben 


vuitz 


? 


löAguacateca 


x&u 


yeb 


lakvuitz 


vuijuütz 


? 


16 Marne 


ixj&u 


• 


? 


? 


? 



Sprache 


Silber 


Eisen 


Sand 


Stein 


Koth 


1 Huasteca 


sak takin 


pat&l 


quisib 


tujüb 


lulük 


2Maya 


sak takin 


mask&b 


8UUS 


tunich 


luk 


2 a Peten 


sak takin 


mask&b 


BUS 


tunich 


luk 


3 Chontal 


takin 


palip 


• • 


tun 


pusujil 


4 Tzental 


takin 


kaltakin 


• • 


• 

ton 


? 


5 Tzotzil 


takin 


takin 


• • • 


ton 


ach'61 


6 Chanabal 


takin 


takin 


jii cab 


ton 


lokök 


7 Chol 


takin 


takin 


• • 


tiun 


? 


8 Quekchi 


tumin (mex.) 


ch'i'ch 


samajib. poks 


pec 


suMl 


9 Pokonchi 


tumin 


cVij'ch 


sani. pok 


ab&j 


ch'uvd 


10 Pokomam 


pu&k 


ch'ej'ch 


sanim. pok 


avu&j 


ch'uvii& 


11 Cakchiquel 


pu&k 


ch'i'ch 


pokol&j.pokoj 


ab&j 


ch'ab&k 


12 Qu'ich6 


pu&k 


ch'iVh 


saoejep. pokU 


abdj 


xok'öl 


13 üspanteca 


pu&k 


ch'i'ch 


pok 


ab&j 


xok'öl 


14lxil 


pu&j 


ch'i'ch 


poj6 


cup 


xok'öl 


15 Aguacateca 


puök 


ch'i'ch 


pokli 


cup 


xk'ol 


16 Marne 


? 


? 


• 


abaj. abj 


knüx 



— 61 - 



Meer 


See 


Fless 


Feaer 


Ranch 


Asche 


tzoclej^m 


lej6m 


jaalj4 


kVk 


p4aj 


jolt4i. cuixiz 


kakn&b 


? 


yochoa4 


kVk 


ba*tz 


ta4n. tz*it4aii 


kan^ 


peienjd 


9 

• 


k'aa'k 


ba*tz 


ta4n 


k5kii4b 


nab 


tzi4j 


k*ak 


ba'tz 


izitan 


? 


? 


ja4 


kVk 


chaU 


tan 


? 


nabfl 


uktSm 


kVk 


chail 


tanil k'o'k 


niyn&n j4 


istimln j4 


JÄ 


ka*k 


tab 


tan 


? 


jfa 


? 


k'ajk 


butz 


tiuni k^aj'k 


pal&a 


palia 


nim 4 


xam 


gib 


cha 


paliuij 


pal&oj 


nim j4 


k'alc 


gib 


chaj 


? 


? 


j6 


kVk 


sim 


chiaj 


pal6uj 


ch6v 

• 


ak4n t4 

• 


kVk 


sip 


chaj 


pol6. pa]6. 


polö. palö. 


i» 


kVk 


sip 


achakcha 


? 


niiiid ja 


iiiin4 ja 


k'a'k 


sip 


chaj 


? 


nimld 4 


xaoiiil4 4 


xam41 


dp 


tzaa 


? 


? 


tsi 4. tal 


kVk 


sip 


tza 


pald 


? 


? 


? 


? 


tziap 



Bann 


Bamnast 


Blonie 


BJatt 


Wurzel 




te 


ena^l 


▼uftz 


xefieL ledee 


ibil 




che 


n k*ab che 


niete 


\e6 


motz 




cbe 


k*ab che 


top. lol 


lee 


motz 




te 


k'öbte 


nichts 


to 


ni te 




te 


9 

• 


nich 


jabenäl 


yetal 




te 


najch 


nich. nichi'm 


yanal 


yib^l 




te 


k'abt^ 


nichim 


pa Ynilt6 


yecht6 




ti6 


9 

• 


niich 


pimil 


Ul 




che 


nk che 


atz^üm 


xak 


xe 




che 


k'ab che 


ixmac^al 


xak 


a 




chi6 


k*am chi6 


ejtzöm 


xak che 


Tnasal chi£ 




che 


k'a che 


kotz'ij 


xak 


xe 




che 


k'ab che 


kotzij 


xak che 


a 




che 


k'ab che 


xnm che 


xak che 


a che. xe 




tze 


k'ab tz6 


xnm tz6 


xaj tz^ 


ti tz6 




tze 


9 

• 


bnch 


xak ize 


takl tze 




tze 


? 


? 


? 


? 





— 62 — 



Sprache 


Dorn 


Frucht 


Brennholz 


Kohle 


Banane 


1 Huasteca 


quis 


vualil 


si. t6 


calül 


itäs 


2Maya 


qu'iiz 


Yuicli. ich 


si 


chuo 


jaas 


2a Peten 


quHix 


ich 


si 


chudo 


jaäs 


3 Chontal 


ch'ix 


ujut 


si 


tzitan. tzibio 


jaas 


4 Tzental 


ch'ix 


Sit 


si 


ak'äl 


jaäs 


5 Tzotzil 


ch^iix 


sat 


si 


ak'äl 


loböl 


6 ChanalMa 


qu'iix 


tekülte 


si 


ak*äl 


lobil 


7 Chol 


? 


ütiö ti6 


tzi 


sibic 


? 


8 Quekchi 


qu'iz 


ti 


si 


u xam 


toi 


9 Pokonchi 


quUxQ 


Yuäch 


si 


ak'dt 


? 


10 Pokomam 


qu'ix 


Yoala 


si 


? 


tz'ajl^o 


11 Cacbiquel 


qu^ix 


Yuich. vuüeh 


si 


ak'äl 


sakül 


12Qa'ich6 


qu'ix 


sakül 


81 


2 

• 


saküi 


13 üspanteoa 


qu'ix 


? 


SI 


? 


sakül 


14lxU 


chMxäl tzd 


vuätz tz^ 


si 


akohal 


on6x 


15 Aguacateca 


ch'ix 


I6ba 


si 


? 


P 


16 Harne 


? 


? 


9 


? 


? 



Spraclie 


weiss 


sehwarz 


grOn 


gelb 


roth 


1 Huasteca 


saknf 


ejej 


yaxni 


man 


tzakni 


2Maya 


sak. saaak 


ek. box 


yax 


k'M. k'uk'jn 


chak. ehaehik 


2a Peten 


sak. sök 


box 


yaax 


k'ak*än 


chachäj 


3 Chontal 


sok 


box 


yux 


k'ön 


chok 


4 Tzental 


sak. sök 


ijk 


yöx. yax 


k'on. k'an 


chochok. tsi^ 


5 Tzotzil 


sak 


ijk 


yox 


k'on 


tzoj 


6 Chanabal 


sak 


k'ik 


yax 


k'an 


chak 


7 Chol 


sok. sak 


eck. box 


yox. yax 


k'önk'ön. k'an 


chochok 


8 Quekchi 


sak 


k^e'k 


rax 


k'an 


cak 


9 Pokonchi 


sak 


k'e'k 


rax 


k'an 


cak 


10 Pokomam 


sak 


k'e'k 


rax . 


k'an 


cak 


11 Cakchiquel 


sak 


k'e'k 


rax 


kan 


quiäk. cak 


12 Qu'ich6 


sak 


k'e'k 


rax 


k'an 


cak 


18 Uspanteca 


sak 


k'e'k 


rax 


k'an 


qui6k. qmÜL 


141x11 


sak 


k'e'k 


chax 


k'an 


cak 


15 Aguacateca 


isak 


k'e'k 


chax 


k»an 


quiäk 


16Mamo 


sak 


k'e^k 


chax 


k^am 


quiäk 



— 63 — 



A|«actte 


Fidite 


Tabak 


Weg 


heiss 


kaH 


ja 


sakt6 


mai 


bei 


k'a'k 


tzamai 


on 


taj 


kütz 


be 


ohacuä 


que61. sis 


on 


tSjt^ 


kutz 


be 


ohoköj 


que^l. aiia 


nn 


tajt6 


kutz 


bij 


tikon 


sis 


on 


? 


m^i 


? 


k'ajk 


sie 


UD 


tajt^ 


kutz 


bi. be 


kixin 


sie 


on 


sakäl taj 


mai. 81^0 


be 


kixin 


oha4 


um 


tiajti6 


kujtz 


? 


tioo5n 


tzuuän 





chaj 


m^i 


be 


quik 


qne 


oj 


ohaj 


aro 


be 


tza 


CUXIC 


qj 


diaj 


si'c 


vu6 


tza 


CUXIC 


qj 


chaj 


si'c 


b^y 


c^atan 


xot^nj 


oj 


cbaj 


ai'c 


be 


c^atän 


jorön 


oj 


chaj 


ai'c 


be 


mek*6n 


teu 


? 


tza 


Bi^oal 


h6y 


tza 


ch6u 


oj 


tza 


? 


be 


tza 


ch6u 


? 


tzaj 


? 


be 


? 


ch6a 



hart 


weich 


viel 


wenig 


nicfits 


gross 


tzapic 


palüj 


yam 


jatoÄ 


ibätz xatii 


pullio 


eiiich 


knÜB 


yaäb 


tz'e'tz 


mabäl 


nojöch 


chich 


tz*atz*uqui 


yaab 


tz'etz'ec 


mixbaal 


nojöch 


tzutz 


ajnkäm 


aqu^6n 


mach boy6 


machancoä 


noj 


? 


? 


bay61 


mayuc 


mayüc 


muo 


tzotz 


kudn 


ep 


jutuc 


mnknsf 


muo 


izafas 


j«l 


jitzan 


tusan 


minjasäi 


niguän 


? 


? 


qu^eqa*^ 


tzitia 


machän 


niocbü 


cia 


kun 


nabäl 


cachin 


makä 


nim 


e6ii 


ma c<$a taj 


qu'ij 


qu'isin 


maxtäj 


nim 


cdyu 


acMn 


qu'öj 


tzapit 


taj 


nim 


e6a 


buyäl 


qu'iy 


juba oc 


manök 


nim 


CO 


chulfc 


qu'i 


jubiio 


mavi 


nim 


coYin 


ac*alin 


qu'i 


junquitz 


quitän 


nim 


atiyaquil 


ch'uch'd 


caläb 


cal cuxtu 


yexcam 


nim 


tzantzdj 


tu'ch 


muntz 


noceun 


qu6cl 


nim 


? 


? 


ik(5j 


chimchim 


? 


nim 



- 64 — 



Sprache 


klein 


gut 


böse, schlecht 


brett 


schmal 




1 Hnasteca 


chichic 


alvuä 


atax 


tzicöt 


ibätz tzictft 




2Maya 


chanchan 


ntz 


kas. loöb 


coch 


nat. nut 




2a Peten 


chichän 


maloöb 


kas 


codch. corh 


nat 




3 Chontal 


ch'och'dc 


atz^an 


? 


noj 


chochdc 




4 Tzental 


bikit 


lek 


ma lek mo 


mok 


biknit 




5 TzotzU 


bikit 


lek 


ma lek nc 


ja 


eoBCOBcliiqni 




6 CTiafiabal 


ch'in 


lek 


mi lek 


nigoän 


ch^in 




TChol 


nioniö 


atz'ät 


bibi 


niuc 


minu 




8 Quekchi 


cachin 


US 


ma US 


mm(r)u 


cachin(r)a 




9 Pokonchi 


qa^isfn 


atdb 


ma atdb ta 


nim Yuach 


qu^isin yuäoh 




10 Pokomam 


tzapit 


quirö 


• * » 
ixca 


nim vuäch 


tzapit Yiiäoh 




11 Oakchiquel 


chMtin 


utz 


itz61 


nim Yuäch 


ch'itinok Tv^ 




12 Qu'ich6 


ch'utin 


utz 


itzel 


nim Yuäch 


laj vuäch 




13 Uspanteca 


chal 


tzi 


ötzel 


nim Yuäch 


cbal vui'ch 




14lxil 


ch^b 


ban 


yebanäx 


nim i vuätz 


ch^o i Yiiäts 




15 Aguacateca 


vuy. cüy 


ban 


yab 


nim Yui'tz 


vuy vuitz 




16 Maine 


ohimtim 


ban 


• 


9 


9 

• 





Sprache 


leicht 


sauer 


sQss 


schon 


hässlich 


1 Huasteca 


asildm 


jflli 


tzic 


alvuab61 


atäx 


2Maya 


saal 


Paj 


ch'ujuc 


jatz'u'tz 


petach. kas 


2a Peten 


saäl 


Paj 


chuüc 


jatz^u^tz 


kas 


3 Chontal 


aas^b 


Paj 


tsaj 


? 


? 


4 Tzental 


? 


9 

• 


9 

• 


9 

* 


? 


5 Tzotzil 


mo ol uc 


Poj 


chi 


9 

• 


yansvä 


6 Chanabal 


mi al uc 


paj 


chi 


tzamäl 


mi lek sat 


TChol 


9 

• 


paj 


chujüc 


? 


9 

• 


8 Quekchi 


seb 


c'a 


qui 


China us 


yib(r)ü 


9 Pokonchi 


ma äjl taj 


ch'am. c'a 


qui 


jolojio 


yib6 Yuäch 


10 Pokomam 


? 


ch'am 


quiö 


? 


vu&ksa 


1 1 Cakchiquel 


tzacal 


ch'om 


qui 


utzok 


itz61 


12 Qu'ich6 


ma äl ta 


ch'am 


qui 


jeb^l 


itzel 


13 Uspanteca 


? 


ch^am 


qui 


tzi 


quita tzi 


1 4 Ixil 


sujchitibenä 


cajik 


cab 


tzuquöl 


ye ban 


15 Aguacateca 


sas 


ch'am 


chi 


ban 


quichi 


16Mame 


? 


9 

• 


? 


9 

• 


9 

• 



\ 



I 



— 66 — 



reich 


am 


krank 


schwer 






? 

• 


tzejnantal 


yaül 


alchlo 






ikaL ayikal 


nomya 


kojän 


al 






ikaL ayikal 


ajnuyaj 


kojaän 


al 






chmuc 


ajneba 


kojö 


aal 






kal6j 


babia 


chamöl 


9 

• 






kal6j 


medn 


cbam61 


Ol 






? 


9 

• 


cbamöl 


al 






? 


9 

• 


kam 


9 

• 






bidm 


nebä 


yaj 


al 






bejöm 


neba 


yavuub 


»jl 






? 


9 

• 


? 

• 


9 

• 






beytfn 


mebä 


yavuä 


al 






klntfm 


mebä 


yavuä 


al 






biydm 


mebä 


yajin 


alin 






ch'iöl iqoi 


mebä 


(ni)ch'on6 


altaläl 






? 


mebä 


ch'on 


al 






? 


9 

• 


yabti 


9 

• 







alt 


jung 


fern 


nahe 


fett 


glatt 


yetz^L tziöm 


tzej61 


öuj 


ibätz onj 


tu8. kochdl 


quititil. litzi 


nojxib 


tanqael^m 


nach 


neHz. naHz 


polöc 


yuyulquf 


BOXlb 


tanqaelem 


naiich 


na'tzaän 


polöc 


liliHzqui 


nojxib 


chojtd 


naiit 


notzo 


pokdm 


atzuyum 


? 


? 


namäl 


nopöl 


muk 


9 

• 


modl 


qaer6m 


nom 


nopöl 


cup6n. jnb^m 


ch'ulul 


mol 


qaer^m 


najät 


mojän 


kojl61 


bilitz 


? 


? 


niajtifl 


lücol 


JuJP^ 


• 


mamä 


al 


naj 


le 


nim 


k'un ru 


riji Tuinäk 


acMn 


najt 


ma najt taj 


nimläj 


ch^ubio. tue 


? 


ac^ün 


? 


9 

• 


? 


? 


• • 


a'cuäl 


najt 


chi nakäj 


tioj. pim 


ch'uch'uj 


• • 


c'ajol 


najt 


Chi nakäj 


pim 


aijsio 


• • 


ajac'alin 


naj in 


nakäj che 


tioj 


? 


qn^exlana 


talxac 


nächel 


monäjli 


tzacMlna 




? 


äc'ä 


joilä 


näja 


nimcatzä 




mamä 


? 


9 

• 


9 

• 


? 

• 


? 



Ston, Bflmognphie von Guatemala. 



— 66 — 



Sprache 


todt 


lebendig 


diele 


dünn 


ich 


1 Huasteca 


tzamn6k 


ejät 


cochöl 


tijax. tilibil 


nana 


2Maya 


quim^n 


cux. cuxaän 


pim 


bequ6ch 


ten 


2 a Peten 


quim^n 


cuxaän 


pim 


bequ^cb 


ten 


3 Chontal 


ajchom6 


c'uxü 


noj 


yoj choc6o 


natzo. no6n 


4 Tzental 


cliam6I 


c'uxül 


mukul 


biki't 


joon 


5 Tzotzil 


cham61 


c'uxül 


yij. pim 


jichi'l. j6i 


joon 


6 Cbanabal 


chamta 


saganil 


pii'n 


bikit. jäi 


quenä 


7 Chol 


xchömü 


cuxün 


nioc. pim 




joni6n 


8 Quekcbi 


caminäk 


yoyoquil 


pim 


jai 


lain 


9 Pokonchi 


oaminak 


c*aclilic 


nim pam 


ia(r)iIoin pam 


re jin 


10 Pokomam 


camnäk 


c'achl6 


? 


vuak (bak) 


Jen 


1 1 Cakchiquel 


caminäk 


c'as 


pim 


xax6j 


yin 


12Qu'ich6 


caminäk 


o'as 


pim 


xax 


in 


13 Uspantec'a 


camin&k 


yolquin 


pim 


xax 


yin 


14lxil 


oämna 


chat^le 


nim ti 


cb*o ti 


in 


15 Aguacateca 


saquim 


itzin 


nim 


xax 


in 


16 Marne 


oquim 


itz 


? 


? 


ain 



Sprache 



jener 



hier 



dort 



mein 



dein 



1 Huasteca 
2Maya 
2 a Peten 

3 Chontal 

4 Tzental 

5 Tzotzil 

6 Cbanabal 

7 Chol 

8 Quekchi 

9 Pokonchi 

10 Pokomam 

11 Cakchiquel 

12 Qu'ich^ 

13 üspanteca 
14Ixil 

15 Aguacateca 

16 Mame 



exe. naxe 

läy 

jeelö 

• • • 

jmi 

amin6 

anum6 

itujot^ 

jayani 

a.... Yul6 

i.... vulü 

? 

lajün 

n ja 

? 

u e 

jun li 

lu 



tiox6 

vay. vay6 

vay6 

vidä 

lii 

li 

iU 

juöi 

ari 

ayii 

alajö 

cherö 

ar6 vae. varäl 

? 

tzitzä 

tzun^ 

9 



tijuä 

tii. te 

teelö 

nanti 

teyö 

taj. uatän 

ticotö 

yaä 

16 

vulü 

lajl6 

chilä apü 

are la6 

? 

tzitzi. tzil6 

tzen 

? 



u.... m 
in 
in 
ca 



jtat 

• 

J 

li.... in 

nu 

ni 

nu 

nu 

in 

ung.... in 

in.... vu6tz 

nu 



ana.... it 

a 

a 

? 

a 

a 

atat 

a 

l'a 

a 

a 

a 

a 

a 

a*.*« ax 

a.... avu^tz 

te.... a 



— 67 — 



du 


er, sie 


wir 


ilir 


sie 


dieser 


tata 


j«j^ 


Yuayuä 


xaxä 


babä 


exe. nax6 


tech 


Wy. letf 


to6n 


te6x.... ex 


loob.... ob 


läy 


tecb 


laiti 


to6n 


te6x 


laitioöb 


jeelä 


an6 


xm6 


no6n 


anelä. uniox6 


un6. jinijöb 


Jinda 


jaat 


ametöt 


jootic 


jaäx 


alum6 


jainf 


joot 


alamö 


jotic 


jootutic 


ialumeti'c (?) 


ali 


aenä 


jenä 


tue 


uenal6x 


yenal6 


itü 


jätet 


jauiani 


coniolä 


? 


? 


jali. öjön 


la at 


avul6 


la6 


la ex 


jebän 


a... ain 


re jat 


rer6 


rejöj 


retakejät 


retak6 iqu6 


i.... vuili 


jat 


vuil6 


koj 


? 


? 


• 


rat 


n ja 


roj 


rix 


rij6 


jarejun 


at 


ar6 


oj 


ix 


je 


areri 


at 


ili 


oj 


atak 


ri.... takall 


? 


ax 


avu6 





ma6x 


unk^anahe 


a 


at 


ri t.... 


? 


? 


? 


ma...« ri 


1 


ajü. aji 


av. aoy6 


a6. a6ye 


aeju. aejf 


aja. a6. aji 





sein 


unser 


euer 


ilir 


alles 


wer 




in 


vuä. ya (?) 


a.... ya (?) 


ut (?) 


patäx patäl 


itam 




u 


ka 


a • • • 6x 


u.... ob 


tulacäl 


macx 


F 


? 


a.... ex 


u.... ob 


tulacal 


max 


/" 


kö 


a 


utap6b 


upete 


maj 


r 


j 


a 


8 


arain6 (?) 


mach 


r 


J 


atot 


stot 


8C0t6l 


buchü 


fotat 


jtatic 


atatex 


statek 


petzanil 


macbä 


li 


laj 


a«..* la 


i ... 


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9 

• 


9 

• 



— 68 — 



Spraiehe 



was 



wo, wohin 



wann 



wie viel 



warum 



1 Huasteca 
'. 2 Maya 

2 a Peten 
. 3 Chontal 

4 Tzental 

5 Tzotzil 

6 Chanabal 

7 Chol 

8 Quekchi 

9 Pokonchi 

10 Pokomam 

11 Cakchiquel 

1 2 Qu'ich6 

13 üspanteca 

14 Ixil 

15Aguacateca 
16 Marne 



atäm 

bal. balx 

? 

cua. chaini 

bix 

buchü 

jax 

bax 

c'a 

chini 

? 

kax 

pasvari 

le 

cam6 

jal 

? 



ojuän. otäm 

tab. tabx 

tuiix 

oadä. caxe 

ban 

cusi 

baa 

baqui 

bar 

äja 

ape 
apä 
la 

catio 
nat. na 

? 



xaiqui. Jaiqui 

bikin 

buk in 

ka 

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bakin 

jai majqu6 

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ja. jarüj 

jarüj 

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jamp6 



jan pa 
jurü 
jatü 
tonä 

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xai. jai 

bajün 

boj6n 

IJaipi 

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jayim 

• ^ 

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jaip6 

jonimal 

jartib 

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jurub 

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jatnä 



f 



atamle 

balx 

baxucoä 

coaachi 

bi-yeün 

cusiytim 

jatiü 

cbuctiojl6 

c'a ut 

chibij ret 

? 

colope. kax raiA 

pasvarumäl 

lej chac 

cÄmtetz 

lexäo 



Sprache 


1 

sieben 


acht 


neun 


zehn 


elf 


■ 


1 Huasteca 


buk 


vuaxik 


bell^uj 


lajü 


lajujün 




2 Maya 


uük 


uaxäk 


boldn 


lajün 


bulüc 




2 a Peten 


uük 


uaxäk 


bol6n 


lajün 


? 




3 Chontal 


? 


? 


? 


? 


9 

• 




4 Tzental 


uuk6b 


uaxak6b 


balun^b 


lajün 


9 

• 


5 Tzotzil 


uuküm 


uaxakim 


balunem 


lajunem 


buluchim 


6 Chaüabal 


juk^ 


uaxak6 


balun6 


lajune 


buluchö 


( 


7 Chol 


juk 


uaxok 


bol6n 


lujüm 


JQinpe e lajaiope 




8 Quekchi 


vuküb 


vuakxakib 


bel^b 


laj6b 


junlajü 




9 Pokonchi 


vuküb 


vuaxakib 


belej6 


laj6b 


jünlaj 




10 Pokomam 


vuküm 


vuaxakim 


belejem 


lajem 


jünlaj 




1 1 Cakchiquel 


vukü 


vuajxaki 


beleje 


lajüj 


juvilajüj 




12 QuMcho 


vuküb 


vuaxakfb 


belejeb 


lajüj 


julajüj 




13 üspanteca 


vuküb 


vuajxakib 


belejeb 


lajuj 


junlajüj 




14 Ixil 


vüjvual 


vuaxajil 


belüvual 


lävual 


junlävual 




löAguacateca 


vuük 


vuajxak 


belu 


läju 


jünla 




16 Marne 


uk 


vuacxak 


belejüj 


lajüj 


jünlajuj 





— 69 — 




zvwl 


i 


• _ _ M 


firfzehi 


scdttzdn 


sirhzelMi 


]ftjiiis£b 


laiDÖx » 


lajntze 


lajübo 


UjnakAk 


•laiabiik 


kjea 


oxkjuB 


: euilm Jon 


joljuB 


oAklAJnn 


unklajün 


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• 


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1 • 


1* 


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• 


^ 




1 


i 


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• 




• 


• 




kjchftein 


oxiajimeim 


chuLUjnote 


jolajiiseni 


naklAJnsem 


Tukl&iimem 


kjdMn^ 


oxlajime 


cliaiilajizzie 


jolajime 


naklajim^ 


joklAJime 


dnp^el^Dife 


Txxpe « fagoff 


dmpf t hyo^tf ' jolnmpe 


uoikpe r kjiiin}»r Jukpe i iMJmft 1 


etUaju 


oxlajn 


cftlaj« 


Tuolajn 


TualdAJd 


niklBJB 


eiblftj 


6xkj 


'cajkj 


jolüjüj 




Tuklirj 


dodaj 


6xlaj 


? 


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• 


1? 


«W*Ä 


aik|«j 


eijkJQJ 


TMligoi 


T«Ui»*J 


.'Tuklajuj 


CiUaj^ 


oxlal^ 


emjlaJBJ 


oljLJÜj 


TiuJdAJig 


mklBJnj 


ttU^ 


oilajmj 


eajkjvj 


- 1 • # • 

jolajig 


TMU«Jäj 


jvnklAJnj 


ediUiTMl 


OlÜTBal 


ealrmal 


olimal 


tvajMthaI 


jTitjlimiA] 


cAki 


«^ 


^«>}k 


61a 


Tmäda 


Tukla 


efiUlgig 


oxiigvj 


^mijlajüj 


jdlAJUJ 


Tnädajig 


Tuldvjvg 



— 70 



Sprache 


achtzehn 


neunzehn 


zwanzig 


vierzig 


sechzig 


1 Huastcca 


lajujuaxik 


laju belleüj 


juminik 


tzabinik 


oxinik 


2Maya 


uaxaklajün 


bolonlajün 


junc'al 


oao'al 


oxc^al 


2a Peten 


9 

• 


? 

• 


junc'aal 


? 


9 

• 


8 Obontal 


? 


9 

• 


? 


9 

• 


? 


4 Tzental 


9 

• 


9 

• 


9 

• 


9 

• 


? 


5 Tzotzil 


uaxaklajun^m 


balumlajun^m 


tom 


chayuinik 


öxvuinik 


6 Chanabal 


uaxaklajün^ 


balajun6 


juntajb6 


chavoinik^ 


oxvuinik6 


7 Chol 


oaxökpe e lajampe 


bolofflpe e lojampe 


jiinc'al 


chac^al 


uxo'äl 


8 Quekchi 


Yuakxaklajü 


belelajü 


jumay 


? 


9 

• 


9 Pokonchi 


Yuaxakläj 


belejläj 


juninak 


9 


? 


10 Pokomam 


? 


? 


juninak 


cavinäk 


9 ' 

• 


11 Oakcbiquel 


vuajxaklajüj 


belejlajüj 


juvinak 


cavinäk 


oxvinäk 


12 Qu'ichö 


vuaxaklajuj 


belelajüj 


juvinak 


cavinäk 


oxc'äl j 


13 üspanteca 


vuajxaklajuj 


belejlajüj 


junvinak 


cavinäk 


oxc'äl 


14 Ixil 


vuaxajlävual 


belelävual 


vinkil 


cavinkil 


oxc^älal 


15 Aguacateca 


Yuajxäkla 


b61ela 


jünak 


cävnäk 


oxc'äl 


16 Marne 


Yuakxaklajüj 


beljuj-lajuj 


juing 


? 


oxc'äl 



Sprache 


achtzig 


hundert 


vierhundert 


achthundert 


tausend 


1 Huasteca 


tzeinik 


boinik 


tzeboinik 


vuaxil boinik 


xi junxi 


2Maya 


oanc'äl 


joc'äl 


jun bäk 


cabäk 


lajunoxbäk 


2a Peten 


9 

• 


9 

• 


9 

• 


? 


? 


3 Chontal 


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? 


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4 Tzental 


? 


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9 

• 


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? 


5 Tzotzil 


chanvuinik 


jovuinik 


? 


? 


• 


6 Chanabal 


chanvuinik6 


jovuinik6 


? 


• 


? 


7 Chol 


chuno'äl 


jooc'äl 


? 


? 


• 


8 Quekchf 


? 


? 


9 

• 


? 


? 


9 Pokonchi 


? 


9 

• 


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? 


10 Pokomam 


? 


9 

• 


? 


? 


? 


11 Cakchiquel 


jumü'ch 


voovinäk 


voömü'ch 


rnajiakima'cliToaj 
xakic'ai 


yeje ma'di bebje 
e'll 


12Qu'iche 


jumü'ch 


oc'äl 


omü'ch 


cak'o 


otukroxok'ö 


13 Üspanteca 


jumü'ch 


? 


9 

• 


? 


? 


14 Ixil 


ungmü'chul 


oc'älal 


vinkil ano'äläl 


caTinkil alanc'älal 


l^Tual toxlau'^ 


15 Aguacateca 


jun mü'ch 


9 

• 




? 


? 


16 Marne 


ju mü'ch 


joo'äl 


? 


? 


■ 



— 71 — 



Dem Yorstehend gegebenen yergleichenden Yocabular lasse ich die 
specielle Besprechung der Sprachgebiete, welche von Yölkern der Maya- 
Familie occapiert werden, folgen. 



4. Die Huastecas. 

Literatur. 

Juan de la Cruz, Catecismo en leDgua huasteca. 

id. CartUla 1689. 
Juan Guevara, Doctrina cristiana en lengua huasteca. 
Carlos de Tapia Zenteno. Koticia de la lengua Huasteca, con catecismo y 

doctrina cristiana. Mexico 1767. 
Andreas de Olmos schrieb nach Pimentel's Angabe eine Grammatik, ein 

Wörterbuch und Predigten in dieser Sprache, welche Arbeiten aber 

nicht gedruckt worden sind. 
J, S. Vater. Hithridates od. allgem. Sprachenkunde. Bd. 8. Berlin 1816. 

(Auszug aus Tapia Zenteno.) 
Pimentel. Cuadro descriptivo y comparativo de las lenguas indigenas de^ 

Mexico. Mexico 1862. (Auszug aus Tapia Zenteno.) 
Dr. C. H. Berendt. Vocabulario comparativo de las lenguas pertenecientes 

& la faroilia Maya-Qu*ich6. MS. 

In demselben citiert Berendt eine Arbeit von Marcelo Alexandre : 

„Koticia de lengua Huasteca (Boletin nuevo ser. IH)**, die er bei seiner 

Zusammenstellung vorzugsweise benützt zu haben scheint. 

Synonyme: Es sind mir keine bekannt, Yater und Berendt schreiben 
Hoasteca; Pimentel Huaxteca, wie die altern. In Ternaux-Compans' 
Uebersetzong von Ixtlilxochitrs Geschichte der Chichimeken findet 
sich der Name als Guaxt^ques, Guast^ques geschrieben. 

' Das Gebiet der Huasteca begreift heutzutage den Norden des 



— 72 - 

Staates Yera Cmz in sich, sowie den angrenzenden Theil yon San 
Luis PotosL Im Osten wird es durch den Meerbusen von Mexico, 
von Tuxpan bis nach Tampico, begrenzt. 

Die Geschichte der Huastecas in der vorcortesianischen Zeit ist uns 
völlig unbekannt, wir wissen blos durch Ixtlilxochitl i), dass ihr Gebiet 
um die Mitte des 15. Jahrhunderts unter mexikanische Oberherrschaft kam. 

In der Sprache des alten Huextlan (Cuextlan bei Brasseur) haben 
wir offenbar einen Zweig vor uns, der sich in uralter Zeit schon von 
der Gruppe der übrigen Maya-Sprachen abtrennte. Ob diese Trennung, 
welche auch geographisch eine sehr ausgedehnte ist, sich in der Weise 
vollzogen hat, dass ein Theil des Urstammes nach Norden zog 
und sich, gänzlich von seinen Stammverwandten isoliert, inmitten 
fremder Sprachgebiete niederliess und selbstständig entwickelte, oder 
ob wir in den Huastecas einen Maya-Stamm erblicken müssen, der 
vielmehr im Korden zurückblieb, während die übrigen Stämme im 
Süden sich eine neue Heimat suchten, darüber Yermuthungen zu äussern, 
erscheint zur Zeit nicht gerechtfertigt. Ein Blick auf das vorstehende 
Yocabular zeigt am besten, wie radikal sich die Trennung der Huasteca 
von dem Beste der Maya-Sprachen vollzogen hat, indem, mit Ausnahme 
der Zahlworter, nur ein verhältnissmässig geringer Procentsatz der mit- 
getheilten "Worte mit den correspondierenden Ausdrücken der Maya 
übereinstimmen. Eine erneute gründliche Untersuchung dieser höchst 
interessanten Sprache an Ort und Stelle wäre dringend wünschenswerth. 



^) Histoire des Ghichimeques, chap. 40. — Brasseur. Eist des nat. cir., t m. 



— 73 — 



5. Die Mayas. 

Literatur. 

1518. Juan Diaz. Itin6raire du voyage de la flotte du roy catholique k 
l'ile de Yucutan (in Ternaux-Compans : Voyages, relations et m^moires 
originaux pour servir k Thistoire de la decouverte de rAm6rique). 
Paris 1838. 

1533, Petri Martyris de rebus oceanicis et de orbe novo decades 3, etc. 
Basilese. 

154:8. Bienteniäa. Carta fecha de Yucatan ä 10 de Hebrero de 1548. 

Im Archiv von Simancas, citiert bei Br&sseur, relation des choses 
de Yucatan. 

1554. Franc. Lopez de Gomara. Historia de Mexico. 

1554. Gotnara. Historia general de las Indias. Anvers. 

1560. Franc. Gabriel de San Bonaventura. Arte de el idioma Maya. Mexico. 
Nach Brasseur vom J. 1560, nach Vater v. J. 1584 datiert. 

1576. Palacio. Garia dirijida al Bey de Espana por el Licdo Don Diego 
Garcia de Palacio, oydor de la Real Audiencia de Guatemala. 

Es existiert hieven eine französische Uebersetzung von Ternaux- 
Compans und eine deutsche von v. Frantzius. 

1601 u.ff. Herrera. Historia general de los hechos de los Gastellanos 
en las islas y tierra firme del Mar Oceano. Madrid. 
2te Ausgabe : 1725—30. 

1607. Gregorio Garcia. Origen de los Indios del nuevo mundo. Valencia. 
Auch : Madrid 1729. 

1616. Diego de Landa. Relacion de las cosas de Yucatan. 

Von Brasseur im J. 1863 entdeckt, und im J. 1864 in Text und 
französischer Uebersetzung herausgegeben. 

1632. Bemal Diaz del Castillo. Historia verdadera de la oonqulsta de la 
Kueva-Espana. Madrid. 



— 74 — 

1633, Lizana, Devocionario de N. Senora de Itzmal, Historia y Oon- 

quista espiritual de Yucatan. 
Ein Auszug findet sich im Anhang zu Diego de Landa in Brassears 

Ausgabe. 
1687, Cogolludo, Historia de Yucathan. Madrid. 
1701, Juan de Villagutierre y Sotmyiayor, Historia de la Conquista de la 

Provincia de Itza, de la de el Lacandon y otras naciones de Indios 

bdrbaros de la mediacion de el Reyno de Guatemala. Madrid. 
17i6, Beitran. Arte de el idioma Maya, reducido k succinctas reglas y 

semi-lexicon yucateco. Mexico. 
1S04, Saint'Friest et Baradkre, Antiquites Mexicaines; contenant les di- 
verses exp6ditions du capitaine Dupaix, entreprises au Mexique, aux 

ruines de Palenque, etc. Paris. 
ISIO, A. V, Humboldt. Vues des Cordill^res et monuments des peuples 

de PAmerique. Paris. 
1816. Vater. Mithridates od. allgemeine Sprachenkunde. Berlin. 
1821. Antonio del Rio. Description of the ruins of an ancient city, etc. 

(Palenque). London. 
1830, Lord Kingshorough. Antiquities of Mexico, comprising Facsimiles 

of AnTcient Paintings ani ELieroglyphics, together with the Monuments 

of New Spain. London. 
1834, Dupaix, Antiquit6s Mexicaines. Paris. 
1838, Fr id. de Waldeck. Voyage pittoresque et arch^ologique dans la 

Province d'Yucatan. Paris. 

1841, Stephens. Incidents of travel in Central America, Chiapas and Yu- 
catan. New- York. 

1842, Juan Pio Perez, Cronologia antigua de Yucatan. 

Zuerst in englischer Uebersetzung im folgenden Werke Yon Stephens. 
Brasseur reproduciert später (1864) das Original im Anhang zu seiner 
Ausgabe des Diego de Landa. 

1843, Stephens. Incidents of travel in Yucatan. New-York. 

1843. TernauX'Compans, Relation du Lic. Lopez Medel. 
In : Nouv. Annales des voyages. t. I. 

1843, Normann, Rambles in Yucatan. New- York. 

1844, Joaquin Riiz. Gramatica Yucateca, formada para la instruccion de 
los Indigenas, sobre el compendio de D. Diego Narciso Herranz y 
Quiros. M6rida de Yucatan. 



— 75 — 

1844, CathertDOod. Arch. yiews of ancient monaments in Central America, 
Chiapas and Yacatan. 

1846. CanHUo, Papeles sneltos. 

im : Registro Tucateco (nach Brasseur). 

1853, C, Heller, Reisen in Mexico. Leipzig. 

1853, C, Bitter, üeber neue Entdeckungen und Beobachtungen in Guate- 
mala und Tncatan. 

In : ZeitBchr. für allg. Erdkunde. 1. Bd. Berlin. Enthält die Ent- 
deckung der Ruinen von Tikal und Dolores durch Don Modesto Mendez 
und Beschreibung derselben nebst sichtlich nicht naturgetreuen Abbil- 
dungen einiger Monolithe. 

1857^59, Brasseur de Bourbourg. Histoire des nations civib's^es du 
Mexique et de FAm^rique centrale. Paris. 

1857, Ä, de Morelet, Voyage dans TAm^rique centrale Tlle de Cuba et 
le Tucatan. Paris. 

1858, E, G, Squier, The States of Central America. New- York C2d. ed.) 
Erste Ausgabe vom J. 1855. 

1861, J, V. Sivers, Ueber Madeira und die Antillen nach Mittelamerika. 
Leipzig. 

1863, Disird Charnay, Cites et Ruines Am^ricaines : Mitla, Palenque, 
Izamal, Chichen-Itza, UxmaL Paris. 

Atlas mit Text von Yiollet-Leduc und Reisebeschreibung Charnay s. 

1864, Brasseur de Bourbourg, Esquisses d'histoire, d*arch6ologie, d'ethno- 
graphie et de linguistique. 

in : Archiyes de la Commission scientifique du Mexique. 
1864, Brasseur de Bourbourg, Esquisse d'une grammaire de la langue 
Maya d^apr^s Celles de Beitran et de Ruz. 
Im Anhang zu der Relacion de las cosas de Yucatan von Landa. 
1864. Orozco y Berra, Geografia de las lenguas y carta etnogr&fica de 

Mexico. Mexico. 
1864. Codex Peresianus, MS. dit Mexicain no 2 de la Biblioth^que Im- 
periale, photogr. par ordre de S. E. M. Duruy, Ministre de l'Instruction 
publique. 

Herr L. de Rosny kündigt eine neue Ausgabe dieser Maya-Hand- 
schrift in seinem neulich edierten Cod. Cortesianus an. 
1865—67. Dr. C. H. Berendt. Apuntes de un viaje al Peten y Palenque MS. (cit. 

Yon Rockstroh). 
1866. Brasseur de Bourbourg, Monuments anciens du Mexique. Paris. 



— 76 — 

1866, Brasseur de Bourbaurg. Bapport sor les rmnes de Mayapan et 

d^Oxmal au Yucatan. 
In : Archives de la Commission scientifique du Mexique. Paris. 
1866 — 77. Juan Pio Perez. Diccionario de la lengua Maya. Merida de 

Tucatau. 

Vom Buchstaben U an wurde dies Werk nach dem Tode seines 
Verfassers durch Dr. Berendt zu Ende geführt. Es umfasst über 
30,000 Ausdrucke und ist die vollständigste lexikalische Arbeit über 
die Maya-Sprache. 
1868. Dr.C. H. Berendt. Apuntes sobre la lengua Maya. MS. (oitiert von Rock- 
stroh). 

1869 — 70. Brasseur de Bourhourg. Le Manuscrit Troano. ifctude sur le 
Systeme graphique et la langue des Mayas. Paris. 

An dieser Handschrift machte Brasseur den ersten Entzifferungs- 
versuch mit Hülfe des Landa- Alphabetes, der schlechterdings geeignet 
war, so zu sagen mit einem Schlage den wissenschaftlichen Kredit 
Brasseur' s zu vernichten und die sachbezüglichen Studien zu dis- 
creditieren. 

In derselben Arbeit gibt Br. eine französische Uebersetzung der alten 
Maya-Grammatik von Bonaventura. 
1870. D. G. Brinfon^ The ancient phonetic aiphabet of Yucatan. New-York. 
1872. Archives paUographiques de FOrient et de l'Am^rique. t. I. Paris. 

Enthält die Inschrift von Eabah, etc. 
1875. Lion de Bosny. L'interpretation des anciens textes Mayas. Paris. 

1875. L4on de Bosny. Memoire sur la num6ration dans la langue et dans 
r^criture sacree des anciens Mayas. Paris. 

1876 u. ff. L4on de Bosny. Essai sur le d^chiffrement de l'^criture hiö- 
ratique de PAm^rique centrale. Paris. 

1876. Dr. C. H. Berendt. Remarks on the centres of ancient civilization in 
Central America. New-York. 

1876. H. de Charencey. Recherches sur le Cod. Troano, Paris. 

1877. LSon de Bosny. Les sources de Thistoire ant6-colombienne du 
Nouveau-Monde. Paris. 

1877. L^on de Bosny. La pierre de Baud-Leemans, monument de T^ori- 
ture hi^roglyphique unfaire de l'Am^rique centrale. Paris. 

1878. L4o7i de Bosny. Le Codex Troano et T^criture hi^ratique de 
TAm^rique centrale. Paris. 

1878, Leon de Bosny. De la formation des mots dans l'^criture lii6ratique 
de Yucatan. Paris. 



— 77 — 

1879, Charles Bau, The Palenque tablet. Washington. (Smiths. Gontrib. 
to Knowledge). 

Eine Monographie der in Washington befindlichen rechten Hiero- 
glyphentafel der sogen. „Kreuzgruppe ** von Palenque. 

1879. BouilheL Recherches math^matiques sur le calendrier Tucat^qoe. MS. 
Im Auszug mitgetheilt in der Einleitung zu dem von Herrn de 

Rosny edierten Cod. Cortesianus. 

1880, E. FörstemantK Die Maya-Handschrift der künigl. Bibliothek in 
Dresden. Leipzig. 

1880. Valentini, The Landa alphabet, a Spanish fabrication. Worcöster 
Mass. 

1880. Valentini, The Katunes of Maya history. Worcester Mass. 

1881. D. G. Brinton. The books of Chilam Balam. Philadelphia. 

1881. Ed. S. Holden. Studios on Central American picture writing. Was- 

» 

hington, 

1882. Cyrus Thomas. A study of the Manuscrit Troano. 

1882. LSon de Rosny. Documents Berits de TAntiquit^ am^ricaine. Paris. 
Enthält unter anderm gut ausgeführte Photographien der vom ver- 
storbenen Dr. Bemoulli von Tikal nach Basel gebrachten, mit Hieroglyphen 
und Schnitzarbeiten bedeckten Thürbalken aus Sapoteholz. 

1882. Le Plongeon^ Inscription de Chichen-Itza, in „ L'Illustration. ** 

1883. Lion de Bosny. Codex Cortesianus. MS. hi^Tatique des anciens 
Indiens de rAmörique centrale, conservo au Mus^e arch6ologique de 
Madrid. Avec introduction et un vocabulairo de l'^criture hi^ratique 
yucat^que. 

1883. A. P. Maudslay, Explorations in Guatemala and examination of 
the newly discovered Indian Ruins of Quirigud, Tikal and the üsu- 
macinta. London. 

Folgende Werke sind mir nach der Zeit ihrer Abfassung unbekannt: 
Las Casas. Historia apologötica de las Indias orientales. 5 vols. in-fol. 
MS. der königl. Bibliothek in Madrid. 

Louis de Villalpando. Arte de la lengua Maya, sowie eine Doctrina und 
Yocabulario, citiert in Diego de Landaus Relacion de las cosas de 
Yucatan. 

Andres de Avendano u. Antonio de Ciudad real haben nach Humboldt 
(Essai polit. sur la nouv. Espagne p. 267) ebenfalls Wörterbücher der 
Maya-Sprache verfasst. 



— 78 — 

Ordonez y Aguiar. Historia del cielo y de la tierra, creacion del mundo, etc. 

MS. im Mnseo naeional zu Mexico citiert in Brasseur^s Werken. 
Ordonez y. Aguiar. Eine Abhandlung ohne Titel über die Ruinen Yon 

Palenque. 

MS. im Museo naeional zu Mexico, citiert in Brasseur^s Werken. 
Fredericshai. Voyage dans l'Am^rique centrale, citiert von Brasseur. 
Dr. C. H. Berendt. Vocabulario comparativo de las lenguas pertenecientes ii la 
familia Maya-Qu'ich6. 6 — 700 vocablos en 24 idiomas. 

MS. im Besitz von Herrn Rockstroh. 
E. Bockstroh, Los Indigenas de la America central y sus idiomas. 

Von dieser wichtigen Arbeit erschien leider bis jetzt nur ein einzi- 
ger Druckbogen. (In Guatemala.) 
XVIII der ethnographischen Karte. 

Ausdehnung des Mayagebietes. Zur Zeit der spanischen Ero- 
berung bewohnten die Mayas bereits dieselben Gegenden, welche sie 
auch heute noch innehaben. Es sind diess die mexikanischen Staaten von 
Yucatan mit der Insel Cozumel, und von Campeche, sowie die an diese 
nächstangrenzenden Landstriche der Staaten Tabasco und Chiapas und 
der grösste Theil von Britisch Honduras, welches geographisch eben- 
falls zu Yucatan gehört. Vom Territorium der heutigen Republik Gua- 
temala fällt deren nördlichstes Departement, das sogen. Peten und das 
noch fast unbekannte Gebiet der östlich vom Üsumacinta-Flusse woh- 
nenden Lacandon-Indianer in das Bereich der Mayasprache, während 
das Chol das Idiom der westlich vom üsumacinta lebenden, sogenannten 
„westlichen** Lacandones ist^). 

Nach Angabe der spanischen Chronisten wurde das Gebiet der 
Mayas im Süden durch dasjenige der Chol- und Mopan-Indianer 
begrenzt, doch ist es nach dem jetzigen Stande unserer Kenntnisse 
nicht möglich, die Grenzlinie genau zu ziehen; es sind daher die Be- 
grenzungen der genannten Idiome auf der im Anhange gegebenen 
ethnographischen Karte nur approximative. 



*) Die von Sivers (Ueber Madeira und die Antillen nach Mittelamerika) aus 
Gomara (Crönica de la N. Espana II. 176) mitgetheilten Zahlworte der Lacandones 
sind Aztekisch. Sie rühren offenbar von einem ganz andern Yölkerstamm her und 
haben mit den Lacandones sensu stricto nichts zu thun. 



— 79 — 

Innerhalb der Maya-Sprache von Yucatan haben sich im Laufe der 
Zeit mehrere locale Dialecte ausgebildet, die sich nur durch gering- 
fa^ge Differenzen von einander unterscheiden. Als einer dieser Dialecte 
kann die Maya des guatemaltekischen Departementes Feten betrachtet 
werden. Wie wenig derselbe von der klassischen Sprache von Yucatan 
abweicht, ist beim Vergleiche beider in unserm vergleichendem Yoca- 
bular leicht ersichtlich. 

Eine andere Frage ist es, ob sich nicht in längst vergangener Zeit 
die klassische Maya auf ein erheblich grosseres Gebiet, als ihr jetziges, 
erstreckt habe, und ob wir nicht die prachtvollen Ruinen von Quirigu4, 
Copan, Palenque und vom Usumacinta demselben Volke zuzuschreiben 
haben, welches auch die Ruinen von Tikal und die zahlreichen und 
ausgedehnten Bauwerke, deren mächtige Trümmer sich über die Halb- 
insel Yucatan zerstreut finden, geschaffen hat. Es ist bei einer Ver- 
gleichung der verschiedenen Ruinenplätze, soweit sie bis jetzt nach Abbil- 
dungen , Photographien und Beschreibungen möglich ist ^), nicht zu 
läugnen, dass fast jeder derselben einen gewissen localen, sozusagen 
individuellen Typus trägt, der ihn von den übrigen unterscheidet. 
Dessen ungeachtet findet sich in den innerhalb sowohl, als ausserhalb 
des jetzigen Maya-Gebietes liegenden Ruinen wieder mancher gemeinsame 
Zug, der auf eine nahe Verwandtschaft hindeutet. Namentlich ist es 
die grosse Aehnlichkeit, um nicht zu sagen, Uebereinstimmung in den 
Zeichen der Hieroglyphentafeln der verschiedenen Ruinenstätten, welche 
an einen gemeinsamen Ursprung denken lässt, sowie die Aehnlichkeit 
der in Stein gemeiselten Hieroglyphen mit den gemalten Zeichen der 
bis jetzt als Maya-Handschriften erkannten und publicierten Codices der 
europäischen Bibliotheken. Doch ist diese ganze Frage nach dem Zu- 
sammenhang der Ruinenplätze noch eine durchaus offene und wäre es 
unnütz, hierüber Vermuthungen zu äussern. 



^) Ich kenne bis jetzt bloss die Ruinen von Qiiiriga4 und die in den Museen 
2Q Washington aufbewahrten Alterthümer und Gypsabgüsse von Palenque aus eigener 
■Anschauung. 



— 80 — 

Die Erörterung der alten Geschichte der Maya-Beyölkenmg und 
ihrer Herkunft liegt ausserhalb der mir für diese Arbeit gesteckten 
Grenzen. Ich verweise hierüber auf die oben gegebene Literatur und 
erwähne bloss, dass dies Capitel trotz der relativ stattlichen Literatur 
immer noch ein höchst dunkles und unaufgeklärtes ist, in welchem 
kaum zwei Berichte und Ansichten aufzufinden sind, die sich nicht in 
wesentlichen Puncten widersprächen. »Man hat sich daran gewöhnt, 
alle Spuren früherer mittelamerikanischer Kultur mit dem räthselhaften 
Volke der Tolteken in Verbindung zu bringen, und um das Vorhanden- 
sein einer verhältnissmässig hohen Kultur auf oft sehr weit auseinander- 
liegenden Puncten zu erklären, lässt man die Tolteken die mannigfachsten 
Schwenkungen, Märsche und Rückmärsche ausfuhren. Namentlich war 
es die rege Phantasie Brasseur^s, dem allerdings eine seltene Menge 
der werthvoUsten Documente zu Gebote stand, welche in dieser Bezie- 
hung Bedenkliches geleistet hat, indem er ziemlich willkürlich über die 
aufgefundenen Ruinenplätze disponierte und sie mit den Städten, deren 
in den alten indianischen Ueberlieferungen Erwähnung geschieht, iden- 
tificierte. So verlegt er nach Palenque das räthselhafte Xibalb4 des 
Popol Vuh und des Cakchiquel-Manuscriptes. Tulhd identificiert er mit 
Ocosingo und lässt von da aus, gemäss dem von Stephens i) mitge- 
theilten Maya MS., die Tutul-Xius Yucatan bevölkern und den Rest 
der Stämme von Tulha als Tolteken nach Nord- Westen ziehen, um sie 
dann einige Jahrhunderte später zurückzurufen und mit ihnen als 
Chichimeken-Tolteken das Hochland von Anahuac zu erobern. 

Mit solchen Constructionen verlassen wir jeden auch nur einiger- 
massen haltbaren Boden. Wir haben bei den Pipiles gesehen, dass 
die Sprache der Tolteken vermuthlich eine dem Aztekischen nahe 
stehende war, eine Annahme, welcher nichts widerspricht und für welche 
Clavigero und Vater triftige Gründe angegeben haben. Nun aber ist 
das Aztekische von der Maya nach Bau und Wortschatz so funda- 
mental verschieden, dass an einen Zusammenhang beider in irgend 



^) Siehe dessen: Incidcnts of travel in Yucatan^ vol. II, appendix. 



— 81 — 

welcher Form and za irgend welcher noch so weit zurfickliegenden 
Zeit füglich nicht gedacht werden kann. Ich erinnere, um hier nicht 
durch Detail zu ermüden^ in dieser Beziehung bloss an die Zahlsysteme 
beider Völker. Die Aztecas haben das Quintsystem, sie zählen mit 
Wurzelwörtem bis 5 (ce, ome, yei, nahui, macuilli), von 6 an setzen sie 
die Zahlen bis 9 zusammen, indem sie den Stamm chicua für 5 ein- 
fahren, den wir bloss in seinen Zusammensetzungen kennen, obwohl er 
in dieser Form vermuthlich unvollständig ist, und zählen mit ihm bis 9 
(chicua-ce, chic-ome, chicu-ei, chicu-nahui), für 10 tritt dann das Radical 
matlactli ein, mit welchem combinirend bis 14 gezählt wird, für 15 ist der 
Stamm caxtolli eingeführt. Die Mayas hingegen zählen bis 11^) mit 
Wurzelwörtem und setzen dann bis zu 20 die folgenden Zahlen 
zusammen. 

Es scheint, dass die einzige Hoffhung, jemals diese dunkeln Blätter 
der mittelamerikanischen Geschichte lesen zu können, nicht darauf 
beruht, aus dem vorliegenden, anerkannt mangelhaften imd unzuläng- 
lichen literarischen Materiale neue Theorien herauszulesen, sondern auf 
der, durch Jahre hindurch geduldig fortgesetzten Sammlung neuen 
StofiPes, sowohl durch eingehende Localstudien an den Euinenplätzen, 
welche in den Wäldern yon Chiapas und Tabasco begraben liegen, als 
durch umfassende linguistische Arbeiten. Es ist ja auch die Möglichkeit 
nicht ausgeschlossen, dass es noch gelingt, in irgend einem vergessenen 
Bach der Bibliotheken Rom's und Spaniens den Schlüssel zu finden zu 
den Hieroglyphen der Steintafeln und der wenigen Maya-Handschriften, 
welche dem rohen Fanatismus der Priester der Conquista-Zeit glücklich 
entgangen sind. 



') Siehe das vergl. Yocab. der Maya-Sprachen. Es ist dies ein Verhalten, 
welches bloss auf die reine Maya und ihre nächstyerwandten Dialecte, das Ghana- 
bal, Tzotzil und yermuthlioh auch auf das Tzental und Chontal bescliranlLt ist, wäh- 
rend alle fibrigen Maya-Dialecte schon von 10 an combinierend vorgehen. 



StoU, Ethnographie von Oaatemala. 6 



— 82 — 

Den Rest der Maya-Sprachen dürfen wir zweifelsohne als Tochter- 
sprachen der Maja von Yucatan betrachten. Zu grösserer Übersicht- 
lichkeit zerfalle ich dieselben in vier Gruppen, deren Begründung am 
Schluss dieser Arbeit, bei der Besprechung der Descendenzverhältnisse 
der Maya-Sprachen erfolgen wird. Diese Gruppen sind: 

A, Die Tzental'Gruppe, 

B, Die Pokonchi-Gruppe. 

C, Die QuHche-Gruppe. 

D, Die Marne-Gruppe, 



A. Tzental-Grnppe. 
6. Die Chontales von Tabasco. 

Literatur. 

Dr. C, H. Berendt, Apuntes sobre los Chontales de Tabasco, con vocab. y notas 

gramaticales. S. Juan Bautista 1863 MS. 
Orozco y Berra, Geografia de las lenguas y carta etnogr&fioa de Mexico. 

Mexico 1864. 
Pimentel, Cnadro descriptivo y compar. de las lenguas indigenas de Mexico. 

T. m. Mexico 1875. 
Dr. C, H. Berendt. Remarks on the Centres of Ancient civilization in Central- 

America and their geogr. Distribution. 

Bull. Amer. Geo. Soc. New- York 1876. 
Dr. C. H. Berendt. Yocabulario comp, de las lenguas pertenecientes k la familia 

Maya-Qu'ichö. 

Die in demselben gegebene Zusammenstellung yon Chontal-Worten sind 
nach Berendts Angabe aus Yocabularien genommen, welche er selbst in den 
Ortschaften S. C&rlos, Atasta und Tamult^ de las Barrancas aufnahm. Der 
Yerbleib dieser MSS. ist mir unbekannt. 

E. Rockeiroh. Los indi'genas de la America central y sus idiomas. 
(Siehe Maya-Literatur.) 



— 83 — 

Synonyme: Um Verwirrung zu vermeiden, ist hier besonders her- 
vorzuheben, dass die ebenfalls ^^Chontales^ genannten Völker- 
schaften von Nicaragua etc. von den Chontales von Tabasco ethno- 
graphisch ^nzlich verschieden sind. 

Das Gebiet der Chontales erstreckt sich über die Tiefländer des 
südmexikanischen Staates Tabasco, welche vom Stromgebiet des Rio Grijalva, 
von dessen westlichstem Arm, dem Rio Seco, bis zum östlichsten, dem 
Tulijd, eingenommen werden. 

Durch das im Vocabular gegebene Verzeichniss von Chontal- Worten 
wird die Zugehörigkeit der Chontales von Tabasco zur Maya-Familie 
unzweifelhaft festgestellt. Hievon abweichende Angaben, wie diejenige 
Pimenters, beruhen auf Verwechslung mit andern, leidiger "Weise eben- 
falls „Chontales^ genannten Stanunen Mexico^s und I^icaragua's. 



— 84 — 



7. Die Tzentales. 

Literatur. 

Fr. de Cepeda. Arte de las lesguas Chiapa, Toque, Celdales y Ginaoan- 
teca. Mexico 1560. 

Aufgeführt in Ternaux-Compans : Biblioth^que Am^ricaine 1837. 
Ordonez y Äguiar. Historia del cielo y de la tierra. MS. 

Citiert in Brasseur's "Werken. 
Nunez de la Vega, Constit. Dioeces. Citiert bei Brasseur. 

Synonyme: Celdal (Cepeda). 

Ausdehnung des Tzental-Gebietes : Die Tzentales bilden einen 
alten Theil der Beyölkerung des mexikanischen Staates Chiapaef und be- 
wohnen gegenwärtig noch die Gegend von Ocosingo, von Bachajon 
und von Sacramentos. Eine genaue Umgrenzung ihres Gebietes ist 
mir Mangels genügender Materialien nicht möglich; Brasseur rechnete 
auch die Thalschaft von Palenque zum Tzental-Gebiete, während ich 
aus einer handschriftlichen Notiz Dr. Berendt's ersehe, dass die Sprache 
von Palenque das später zu besprechende Chol ist. 

Brasseur plaidiert für das hohe Alter der Tzental-Sprache, wenn 
er sagt^); ,,Quoiqu'on ne puisse assigner, d'une maniöre pr6cise, l'^po- 
„que oü cette diversit6 de langues — er meint speciell im Gebiet der 
^Maya-Stämme — a commenc6 k s'introduire, il est certain cependant, 
„qu'il y a eu un temps oCi Ton parlait, dans ces contr6es, une langue 
„commune, sinon k tous, au moins ä la majorit6 des populations qu'elles 



^) Hist. du Mexique etc., 1. 1, p. 63. 



» 



— 85 — 

renfennent Cette langue Stait, ou la tzendale, parl6e encore aujour- 
yd'hai par un grand nombre d'Indiens de TEtat de Chiapas, oa bien 
,p1at6t le Ifaya, langue anique de la p6ninsale yucatöque. L'une est 
gindabitablement la m^re de Tautre, comme de presque toutes coUes 
„qui sont ü8it6es chez les indig^nes de rAmSrique-Centrale. C'est da 
,m61aDge de cette langue premi^re avec les idiomes des tribus etran- 
„g^res qui envahirent h diverses 6poqaes ces contr6es, que se sont 
„compos^s ceox que Ton y parle encore actuellement.'^ 

Es ist nun kaum anzunehmen, dass die auf ein weit grosseres, 
geographisches Gebiet sich erstreckende Maya-Sprache, welche zudem 
▼OB einem numerisch ganz unverhältnissmässig zahlreichern Yolke ge- 
sprochen wird, von dem local beschrankten Tzental abstamme. Dazu 
konunt, dass die reine Maya eine gewissermassen isolierte Stellung ein- 
ninmoit, während das Tzental noch vier Schwestersprachen hat, welche 
sich jeweilen in ganz ähnlicher "Weise von der typischen Maya ent- 
fernen und von denen jede dasselbe Recht hätte, als Muttersprache 
der übrigen und der Maya zu gelten, wie das Tzental. "Wir verfahren 
daher, wie mir aus einer soi^faltigen Prüfung des oben gegebenen 
Yergleichsmateriales unzweifelhaft hervorzugehen scheint, naturge- 
mässer, wenn wir die Maya als die gemeinsame Mutter der zur Tzental- 
Gruppe gehörigen Idiome ansehen. Und ohne Zweifel sind diese, da 
sie in ihren .Wurzeln noch eine verhältnissmässig reichliche Ueberein- 
stimmung mit der Maya zeigen, im Yergleich mit den Sprachen der 
Pokonchl-, der Qu'ich6- und Mame-Gruppe, als erheblich jünger auf- 
zDÜGissen als diese, und waren die sie redenden Yölker wohl die 
letzt«i, die sich vom Urstamme loslosten. Ich habe dies Yerhältniss 
in dem schematischen Stammbaum der Maya-Yölker am Scliluss dieser 
Schrift anzudeuten versucht. 



— .86 - 



8. Die Tzotziles. 

Literatur. 

C HeUet*. Reisen in Mexico, 1853. 

Dr, C, JET. Berendt. Yocabulario compar. de las lenguas pertenec. k la familia 

Maya-Qu'ich^. 
Fr, de Cepeda, Arte de las Lenguas Chiapa, Toqne, Celdales j Cinacan- 

teca, Mexico 1560. 

Synonyme: Cinacanteca (Cepeda) nach der alten Tzotzil-Hauptstadt 
Cinacantan so genannt. 
Zotzlem (Brasseur). Der Name wird auch Zotzil geschrieben^). 

Das Gebiet der Tzotziles beschränkt sich auf einen kleinen Theil 
des mexikanischen Staates Chiapas, nämlich auf die Umgegend von 
San Cristobal de Chiapas, in deren Nähe die einstige Hauptstadt ^) der 
Tzotziles gelegen war. 

Heller (1. c. im Anhang, p. 380) hält das Tzotzil für die Sprache 
der räthselhaften Tolteken, die er „für eine Yon den Azteken gänzlich 
verschiedene Nation" ansieht. Er sagt: „Es ist mir köin Zweifel ge- 
„blieben, dass die Tulteken nach ihrer Auswanderung aus dem Anahuae 
„um das Jahr 1000 u. Zeitrechnung nach Ouahualco, dem heutigen 
„Tucatan, gezogen waren und sich dort, da die Geschichte von keiner 
„Eroberung, die spanische durch Cortes ausgenommen, spricht, bis auf 
„den heutigen Tag erhalten haben. Dafür sprechen auch die alten 



^) Die Tzotziles finden sich bei den spanischen Historikern auch anter dem 
Namen Quelenes aufgeführt. 

^) Es ist dieses Cinacantan oder Tzinacantan wohl zu unterscheiden von der 
gleichnamigen Ortschaft im südlichen Guatemala (Depto Santa Rosa). 



— 87 - 

.Denkmäler Tucatans, die, so yerschiedenen Zeiten sie auch zuversicht- 
,1ich angehören — denn einige waren bei Ankunft der Spanier noch 
, vollkommen gut erhalten, während andre schon Ruinen — immer 
, dieselbe Bauart und Hieroglyphen desselben Characters aufweisen und 
,wie gesagt, von den aztekischen ganz und gar verschieden sind.'' 

„Später ward ich in dieser Annahme noch um Vieles bestärkt, 
,indem ich auf meiner Reise in Chiapas auf eine kleine Gruppe Indianer 
.aufmerksam gemacht wurde, die als älteste Einwohner des Landes 
, geachtet werden und eine Sprache sprechen, welche Zotzil genannt 
„wird. Zu meiner freudigen Ueberraschung fand ich bald aus, dass die 
yzotzilische Sprache nichts anderes sei, als ein Dialect der Maya- 
,Sprache und somit als solche von dem bekanntlich ältesten Stamm 
(gesprochen und durch das gegenseitige günstige Zusammentreffen mit 
,den geschichtlichen Daten, als Sprache der Tulteken ziemlich gut nach- 
„ge wiesen werden kann.^ 

Hier haben mr also bereits den Fall, wo für eine andere Sprache, 
als das Tzental, die Priorität über die übrigen Maya-Sprachen in An- 
spruch genommen wird. 

Es wären gegenüber dieser Ansicht so ziemlich die beim Tzental 
angeführten Gründe, hinsichtlich seines relativen Alters und Verhält- 
nisses zur Maya, auch für das Tzotzil zu vriedcrholen , da dieses zur 
Maya in demselben Descendenzverhältniss zu stehen scheint, wie das 
Tzental. 



88 — 



9. Das Chanabal. 

Literatur. 

Dr, C, H. Berendt. Vocab. compar. de las lenguas pertenec. d la familia 

Maya-Qu'ich6. 
Confesionario en lengua Chanabal y castellana. Citiert bei Brasseur (bist. 

du Mex.). 

Synonyme: Brasseur schreibt Chanabal, Berendt Chaneabal. 

Die Chanabalsprache wird gegenwärtig noch in der Umgegend 
der chiapanekischen Ortschaft Comitan, nahe der Nordgrenze von Gua- 
temala, gesprochen. Wenn man einer Notiz Brasseur's i) Glauben bei- 
messen darf, so wäre ein Dialect des Chanabal auch die Sprache des 
äussersten Nordens des guatemaltekischen Departements Huehuetenango, 
also derjenigen Gegend, für deren Sprache von andern Schriftstellern 
(Juarros, Cortez y Larraz) der Name Pokomam gebraucht wird. Diese 
Sprache ist zur Zeit gänzlich unbekannt, was mit der Abgelegenheit 
jener Gegend zu erklären ist; jedenfalls aber hat die Angabe Bras- 
seur's mehr Wahrscheinlichkeit für sich, als die Annahme, dass es sich 
hier um ein mit dem gewöhnlichen Pokomam von Guatemala überein- 
stimmendes Idiom handle. Nur die Untersuchung an Ort und Stelle 
kann Licht in diese Sache bringen; in der ethnographischen Karte 
habe ich Farbe und Zahl des Pokomam mit Fragezeichen (XV?) bei- 
behalten, da Juarros 2) für dies Sprachgebiet zwei Ortschaften bestimmt 
angibt, nämlich Soloma und Jacaltenango. 



*) Arch. de la Comm. scientif. du Mexique. 1864. T. I, livr. 1, p. 130. 
^) Compendio de la bist, de Guatem., 1. 1, p. 104. 



— 89 — 



10. Die Choles. 

Literatur. 

Fr. Antonio Remesal, Historia general de las Indias Occidentales y par- 

ticalar de la govemacion de Chiapa y Gaatemala. Madrid 1620. 
Fuentes y Guzman. Historia de Guatemala 6 recopilacion florida, etc. 1690. 

Madrid 1882. 
Fr. Franc. Moran. Arte y Yocabolario en lengoa Cholti en este pueblo 

de Lacandones llamado de Nuestra Seuora de los Dolores. 1695. 
MS. der Sammlung Dr. Berendt*8. 
Vniagtftierre y Sofomayor. Historia de la conquista de la prorincia de el 

Itza T progresos de la de ei Lacandon y otras naciones de Indios 

birbaros de la mediacion de el revno de Guatemala. Madrid 1701. 
Juarros, Compendio de la historia de la ciudad de Guatemala. Guatem. 

1808. 2 ed. 1857. 
Gälindo. Der genaue Titel seiner Arbeit ist mir unbekannt; nach Dr. Be- 

rendt findet sich ein kleines Tocabular von Chol- Worten von G. im 

Bull, de la Soc. de Geographie. Paris 1832. 
John L, Stephens. Incidents of travel in Central America, Chiapas and Yucatan. 

New- York 1841. 
Garcia Pelaez. Memorias para la historia del antiguo reyno de Guatemala. 

Gnat. 1851. 
Dr. C, Scherzer. Ein Besuch bei den Ruinen von Quirigud im Staate Guatemala. 

Sitzgsber. der k. k. Acad. der Wiss. Wien 1855. 
Dr. C. H. Berendt. Report of Explor. in Central America. 1867. 

Im Annnal Report of the board of regents of the Smiths. Institution. 

Wash. 1868. 
Dr. C. H. Berendt. Yocabulario compar. de las lengaas pert. d la fam. 

Maya-QuMch6. 
E. Rockstroh, Los indigenas de la America central y sus idiomas. 
Meye & Schmidt. Die Steinbild werke von Copan und Quirigod. Berlin 1833. 



— 90 — 

A, P. Maudslay, Explorations in Guatemala and the exatnination of the newly 
discovered Indian Ruins of QuiriguÄ, Tikal and the üsumacinta. Lond. 
1883. (Proceedings of the Royal Geo. Soo. and Monthly record of 
Geography.) 

YII der ethnographischen Karte. 

Synonyme der Chol-Sprache : Patum (Berendt). Dieser Name wurde 
in dem Vocabular von Galindo durch ein Versehen des Setzers 
irrthümlich in puctune, und von Squier^) weiter in punetune 
verändert, was Pimentel veranlasste, diesen Druckfehler als selbst- 
ständige Sprache aufzuführen. 
Cholti (Moran). 
Colchi (Palacio). 
Echolchi (Alonso de Escobar^). 

Ausdehnung' des Cholgebietes. Gegenwärtig scheint die einst 
zahlreiche und weit verbreitete Nation der Choles stark zusammen- 
geschmolzen und auf fünf Dörfer des Departementes Palenque im 
Staate Chiapas beschränkt zu sein, nämlich auf: Santo Domingo del 
Palenque, San Pedro Sabana, Salto de Agua, Tumbald und Tila. 
Einige wenige Cholfamilien sollen in Tenosique (Tabasco) existieren. 

In , vergangener Zeit waren die Choles angeblich ^) über die 
Gebirgsgegenden von Chiapas und die Wälder der Alta Vera-Paz bis 
zu den Ufern der Lagune von Izabal (Golfo dulce) und den Küsten 
der Bai von Honduras verbreitet. In dieser Ausdehnung sind sie in 
der dieser Schrift beigegebenen ethnographischen Karte eingezeichnet 
Heutzutage scheinen sie in dem weitaus grössten Theil dieses Gebietes 



^) Monograph of authors who have written on the languages of Central Ame- 
rica. London 1861. 

2) Account of the province of Vera-Paz in Guatemala and of the Indian Sett- 
lements or pueblos established therein. (Journ. of the Geogr. Soc. 1841.) London. 

^) Isagoge Histörico Apolog6tico General de todas las Indias y Especial de al 
Provincia de Chiapas y Guatemala. MS. aus dem 18. Jahrb. Vormals in der Biblio- 
thek der jetzt aufgehobenen Sociedad Econömica in Guatemala. 

Auch Pelaez gibt nach dem MS. des Jimenez an, dass sich die Choles über 
die Curate von Chiquimula, Esquipulas und Casahuastlan erstreckten. 



— 91 - 

aosgestorben zu sein, doch würde vielleicht eine gründliche Durch- 
forschung des von Urwald bedeckten und sozusagen unbekannten Ge- 
bietes nordlich vom See von Izabal bis hinauf in das Innere von Bri- 
tisch Honduras noch versprengte Trümmer dieser Nation auffinden 
lassen. Es ist auch leicht möglich, dass in den Angaben der spani- 
schen Chronisten, welche mit wenigen Ausnahmen in ethnographischen 
Dingen oft unglaublich un verlässlich sind, als Choles verschiedene 
Stämme zusammengefasst wurden, die hätten getrennt werden müssen, 
und dass anderseits vereinzelte, den Choles angehörige Fractionen der 
indianischen Bevölkerung unter fremdem Namen aufgeführt wurden, 
üeber alle diese Dinge wird nur durch genaueste Nachforschung an 
Ort und Stelle Aufklärung zu erhalten sein, die um so wünschens- 
werther wäre, als gerade die Choles ein besonderes Interesse dadurch 
beanspruchen, dass auf ihrem Gebiete, etwa 11 Leguas südlich von 
Izabal, die schönen Ruinen von Quirigu4 liegen, über welche jede 
historische Ueberlieferung zu fehlen scheint. Zur Zeit des berühmten 
Zuges des Cortes durch diese Gegenden im J. 1525, welchen Bemal 
Diaz ^) und Cortes selbst, in seinem 5ten Briefe an Karl V., beschreibt, 
war die Umgegend des grossen Sees von Izabal, wenn auch nicht 
dessen unmittelbare Ufer, noch mit indianischen Dörfern besetzt, obwohl 
nach der Schilderung der genannten Augenzeugen in weit spär- 
licherm Umfange, als Brasseur's poetische Schilderung erwarten Hesse. 
Eine Untersuchung dieser Gegenden würde vermuthlich die Ruinen der 
grosseren, von Cortes und Bernal Diaz erwähnten Ortschaften theil- 
weise wieder auffinden und mit denen von Quirigud vergleichen lassen, 
wenn es auch wahrscheinlich ist, dass diese letztern einer altern Kultur- 
epoche als diejenige der Conquistazeit angehören. 

Zu erwähnen ist noch, dass die bekannte Indianerin Marina, welche 
dem Cortes als Dolmetscher diente, sich mit den Bewohnern dieser 
Gegenden nach dem Zeugniss von Bemal Diaz verständigen konnte, 
woraus hervorgeht, dass diese damals entweder Maya oder wenigstens 



') Historia yerdadera de la Conquista, cap 174 u. ff. 



92 



eine sehr nahe yerwandte Sprache, aU welche wir das Chol auch gelten 
lassen können, geredet haben müssen. 

Aach die sogen, „westlichen*, d. h. westlich vom XJsumacinta woh- 
nenden Lacandones reden Chol. Dr. Berendt sagt von ihnen i) : 

„Of all the Indians of this part of Central Amenca none are of so 
„great interest as the Lacandones. Once a namerous and powerful 
„nation, which, united with the Manches and Acalanes (both now ex- 
„tinct) gave so much trouble to the conqaerors, and, in fact, have never 
„been fully subjugated, they are reduced to-day to a very insignificant 
„number, living on and near the Passion river (Rio de la Pasion) and 
,,its tributaries. Some old authors distinguish the eastern from the 
„western Lacandones, and it seems that they were, in fact, as well as 
^those of the west, of different tribes, living on the borders of the 
„Mexican states of Chiapas, speaking a different language, called Putum 
„or Chol, which belongs to the family of languages connected with the 
„Maya. To these western Lacandones are referred the stories of a large 
„inaccessible city mentioned by Stephens 2). The live far from the settle- 



^) Keport of explorations in Central America 1867. p. 425. 

^) Incidents of travel in Central America, Chiapas and Tucatan. vol. II eh. XI. 
Der Pfarrer von Santa Cruz Qu'ich6 erzählte nämlich Stephens, dass „four days on 
the road to Mexico, on the other aide of the great Sierra, was a living city, large 
and popolons, occupied by Indians, precisely in the same State as before the dis- 
covery of America. He had heard of it many years before at the village of Chajol, 
and was told by the villagers, that from the topmost ridge of the Sierra this city 
was distinctly visible. He was then young, and with much labour climbed to the 
naked summit of the Sierra, from which, at a height of ten or twelve thousand feet, 
he looked over an immense piain extending to Tucatan and the Golf of Mexico, and 
saw at a great distance a large city spread over a great space, and with turrets 
white and glittering in the sun. The traditionary account of the Indians of Chajal is, 
that no white man has ever reached this city ; that the inhabitants speak the Maya 
language, are aware that a raoe of strangers has conquered the whole country aroond, 
and murder any white man who attempts to enter their territory. They have no 
coin or other circulating medium; no horses, cattle, mules, or other domestic ani- 
mals except fowls and the cocks they keep under groand to prevent thelr orowiog 
being heard." Wäre mir diese Erzählung genau im Gedächtniss gewesen, als ich in 
Nebaj, also nur 10 leguas von Chajul entfernt war, so würde ich nicht versäumt 
haben, diese Sierra zu besteigen, von der man die geheimnissvolle Stadt sehen soll, 



— 93 — 

^ments of the whites and do not trade with them, nor do they entertcdn 
„any relations with the eastem Lacandones, who fear and avoid them. 
„The eastem Lacandones are a harmless tribe, who live in small pabn- 
„hats, oonsisting of little more than a roof and grouped into little 
„bamlets of a few feunilies, often changing their locality^).^ 



obwohl deren Existenz sehr problematisch ist Herr Mandslay bemerkt zu Stephens 
Erzahlnn/?: ^As the country has beoome a little better known, the mystic city has 
been driren fiirther back into the forest, ontil it had arrived at the banks of the 
üsnm^cinta, and now it most be driren down stream to the impassable rapids/ 

') ^crgl. über die Laccmdones aaeh Heller, Reisen in Mexico, und Mandslay, 
Explor. in 6hDMt6maUu 






— 94 



II. Die Mopanes. 

Literatur. 

E, Rockstroh. Los indigenas de la America central y sus idiomas. 

Ausserdem vergl. man die Geschichte der Eroberung dieser Gebiete 
in Juarros^ Garcia Pelaez, Remesal, etc. 
YIII der ethnographiscben Karte. 

Wir kennen bis jetzt von diesem Zweige der Mayas nicht mehr 
als den Namen. Als, wie Jaarros l) erzählt, im J. 1695 der Haupt- 
mann Juan Diaz de Yelasco mit seinen Leuten und dem Mönch Agustin 
Cano das letzte Quekchi-Dorf verliess und in das Gebiet der Choles 
eindrang, so gaben ihm diese Kunde von den Mopanes, „einem wilden 
und kriegerischen Stamm, der sich über mehr als 30 leguas erstreckte.* 
Velasco ruckte bis zu den ersten Niederlassungen der Mopanes vor, 
„man versichert," sagt Juarros, „dass in ihnen zehn- bis zwölftausend 
Familien lebten. * Die Mopanes hatten im Süden die Choles, im Osten 
und Norden die Itza (die Mayas vom Peteu) und im Westen die La- 
candones zu Nachbarn. Aus andern Berichten scheint hervorzugehen, 
dass sie sich noch weiter östlich, bis in's Quellgebiet des Rio Mopan 
erstreckten und in dieser Ausdehnung habe ich sie auf meiner ethno- 
graphischen Karte angegeben, genau lassen sich die Grenzen des Mopan- 
Gebietes zur Zeit nicht bestimmen. 

Die Sprache der Mopanes ist gänzlich unbekannt. Pimentel iden- 
tificiert sie mit dem Chol, sie scheint aber von diesem verschieden zu 



*) Coropendio de la historia etc., t. II, p. 136. 



— 95 — 

sein und der Maya näher gestanden zu haben, denn der Padre Cano, 
welcher die Expedition des Velasco begleitete, sagt in seinem Bericht i) 
ausdrücklich: „Als wir das Gebiet des Chol durchzogen hatten, ge- 

ylangten wir zu einer neuen Nation, welche die der Mopanos heisst 

,und obwohl die Verschiedenheit der Sprache einige Verlegenheit ver- 
yUrsachte, war es Gottes Wille, dass wir einige Mopan-Indianer fanden, 
, welche die Chol-Sprache verstanden und vermittelst dieser** etc. Im 
Weitern sagt Cano von den Mopanes : „Sie hatten Verkehr mit den 
„Ajitzaes vom See (es ist der grosse See von Peten-Itza oder Flores 
ygemeintj und wir hörten sogar, dass sie alle von derselben Nation 
„Itza waren und sich Mopan Itza und Feten Itza nannten und dem 
„Caciken vom See unterthan waren/ Danach ist es wahrscheinlich, 
dass erstlich die Mopan-Sprache vom Chol verschieden war, und ferner, 
dass sie der Maya vom Feten noch näher verwandt war, als das Chol. 
Hoffentlich gelingt es einmal einem Reisenden, der sich fiir diese Dinge 
interessiert, diesen Funct aufzuklären. 

Uebrigens waren die Mopanes nicht die einzige Nation, deren aus 
dem nordlich von den Choles gelegenen Gebiet Erwähnung geschieht. 

I 

Der Fadre Delgado z. B. nennt auf seiner Expedition in das Land der 
Mopanes, die Chicuyes 2), welche eine Tagereise vom Rio Ochtuu 
wohnten und eine andere Sprache redeten, die sie „Omon^ nannten. 

„Von den Acalaes^ oder Acalanos, welche ebenfalls als in diesen 
unzugänglichen Waldgegenden wohnend erwähnt werden, sagt Jimenez 
lakonisch (cit. bei Garcia Pelaez t. I, p. 279) „existiert keine Kunde 
mehr^ (no hay memoria). 

Ebenso sind die Manches, ein weiteres aus diesen Gegenden ge- 
nanntes Volk, nicht wieder aufgefunden worden, und vielleicht ganz 
ausgestorben oder mit andern Stämmen amalgamiert. 



^) CanOy Informe al Rey 1697. MS. der Sammlung Dr. Berend^s, cit. bei Rockstroh. 
') Qarcia Pelaez, Memorias para la historia del antigao reine de Guatemala, 



tn, p. 126. 



— 96 — 



B. Pokonchi-Gruppe. 
12, Die Qu'ekchf-Indianer. 

Literatur. 

Yocabulario de las lenguas Ixil, Cacchi (de Coban) y de San Miguel Chicah. 

MS. in der Sammlung Brasseur^s, oit. in t. I der Hist. du Mexique 

unter Nr. 34. Br. setzt hinzu : Petit manuscrit moderne oü il manque 

beaucoup de choses. 

Dr, C, H, Berendt. Yocabulario compar. de las lenguas perten. & la fiamilia 

Maya-Qu*ioh4. MS. 

B. erwähnt darin eine „doctrina'^ und eine „gramatica'^ als Quellen 
für diese Sprache. 

VI. der ethnographischen Karte. 

Synonyme der Qu'ekchi-Sprache : 

Caechi (Palacio), 

Caichi (Jaarros, neben Quecchi als besondere Sprache erwähnt), 

Egkchi (Haboll), 

Cakgi (Charencey^). 

Vater (Mithridates 3, 3) wird durch die Mangelhaftigkeit seines 
Materials irrthümlicherweise veranlasst, das Cacchi mit dem Qa'ich6 zu 
identificieren. 

Umfange des Qu'ekchi-Gebietes. Der nördlich von Coban gelegene 
Theil des guatemaltekischen Departementes der Alta Vera-Paz bildet 



^) In.: The Scolptures of Santa Lucia Cosamalwhuapa in Guatemala, 1879, p. 8. 
^) Systeme de num^ration chez les peuples de la fam. Maya-Quichö. 1882. 



— 97 — 

den Kern dieses Sprachgebietes. Es wird dasselbe im Süden, wenige 
Legaas südlich von Coban durch die Pokonchies, im Westen durch den 
Rio Chixoy, im Osten durch die Choles und im Norden wahrscheinlich 
durch den Rio Cahabon begrenzt, doch ist die Bestimmung der Nord- 
und Ostgrenze weniger genau durchzuführen, als diejenige der West- 
und Südgrenze. 

Die Ortschaften, in welchen heutzutage noch Qu'ekchl gesprochen 
wird, sind: 

Coban, S. Juan Amelco, San Pedro Carchd, S. Augustin Lanquin, 
Cahabon und das Senahü. In den Ortschaften La Tinta und Teleman 
berührt und vermengt sich das Qu'ekchi- Gebiet mit demjenigen der Po- 
konchi-Sprache. 

Nach dem, was ich bei meinen Aufnahmen über dieses Idiom in 
Coban in Erfahrung brachte, unterscheidet sich die Sprache des nörd- 
lichen Theiles des Qu'ekchf- Gebietes, besonders diejenige von Cahabon, 
durch gewisse Besonderheiten von der lengua Cobanera, ohne dass sich 
desshalb die Aufstellung zweier besonderer Dialecte, etwa Qu'ekchi als 
Hochlandsprache für die lengua Cobanera, und Cakchi als Tiefland- 
sprache für das Idiom von Cahabon, rechtfertigen liesse, wenigstens 
verstetien sich die Indianer von Coban mit denjenigen von Cahabon 
ohne Schwierigkeit. 

Da ich in Coban von der Qu'ekchi-Sprache (sie wird auch K'ekcbi 
gesprochen) genügendes Material sammeln konnte, um dieselbe in einer 
spatem Arbeit grammatikalisch zu bearbeiten, so gebe ich hier als 
kleine Sprachprobe bloss einige Begrüssungsformeln, wie sie von den 
Indianern im Wechselverkehr gebraucht werden; es ist aus denselben 
die Umständlichkeit indianischer Etikette genügend ersichtlich, wenn 
auch die Phrasen durchaus nicht stereotyp sind, sondern manchfache 
Abänderungen gestatten. Wenn z. B. ein Indianer einen andern in 
dessen Hause besucht, um ihn um eine kleine Gefälligkeit zu ersuchen, 
so entspinnt sich folgende Wechselrede , wobei A der Besuchende, B der 
Besuchte sein soll: 

StoU, Ethnographie tod Qnatemala. ^ 



— 98 - 

A: Ma sa ch'ol vod? 

Bist da wohl, Väterchen? 
B: Sa in ch'ol Yod, n laat ma sa ch'ol yu&? 

Ich bin wohl, Väterchen, und da, Väterchen, bist da gesond? 
Nachdem sich diese Fragen nach der gegenseitigen Gosondheit 
noch einmal wiederholt haben, erklärt 
A: Chinoc Toan Yuk: 

So will ich denn eintreten, Väterchen. 
B: Ocan chak vad: 

So komm herein, Väterchen. 
Eine andere Anrede ist die folgende: 
A: Sa ch'o vud, chixcuy li Dies xcabnaj chacuy. 

Verzeih, Väterchen, dass ich dir angelegen komme. 
B: Ba ye joc'an. 

Sage das nicht, oder: rede mir nicht davon. 
A: Ye vaech ca ro nanom6 sa ch'ol cach'in raj tavaaja viqa'in. 

Ich komme zu sehen, ob ich finde, was ich von dir will. 
B: Ca pu tavadj? 

Was wünschest da? 
A: Ca ta chivadj tulatin maje va4. 

Ich komme, am dir lästig za fallen, Väterchen. 
Nachdem sie ihr Geschäft erledigt haben, entschuldigt sich A noch 
einmal wegen der Ungelegenheit, die er dem B verursacht und sagt: 
A: Vuä Dies chicuyuc re kamäc xa tinten cabä: 

Gott möge unsere Sünden verzeihen, ich kam, am dich in 
deinem Hause zu belästigen. 
B: Ba ye joc'an! 

Rede mir nicht davon! 
Und so trennen sie sich. 

Früher existierten in Cobau i) und in dem benachbarten grossen 
Indianerdorf San Pedro Carcha indianisch geschriebene Documente, 



^) Siehe Habel: Sculptures of Santa Lucia. 



— 99 — 

wovon der grösste Theil wohl bloss Rechtstitel der Indianer über den 
von ihnen geeigneten Grundbesitz waren. Seit die Indianer gezwungen 
wurden, spanisch abgefasste Territorialtitel zu kaufen, wodurch ihre 
indianischen Ausweise ungültig wurden, verbrannten sie dieselben. Be- 
züglich der Documente von S. Pedro Carchd hörte ich in Coban, die- 
selben beständen lediglich aus der vom verstorbenen Padre Abella 
nachgelassenen, in Qu^ekchf geschriebenen Predigtsammlung dieses 
Oeistlichen. Der Versuch, die auch für I^cht-Indianer schwer fassbaren 
Mysterien des dogmatischen Christenthums den Indianern verdaulich zu 
machen, hat den Indianersprachen in den Händen des katholischen Clerus 
oft in einer Weise Gewalt angethan, welche den Werth indianischer 
^Sermones' als Stilproben zu einem höchst zweifelhaften macht. 

Die von den Qu'ekchfes und Pokonchfes eingenommenen Lände- 
reien bildeten einen Theil jener terra incognita, welche die Spanier 
unter dem Namen: Tezulutlan, „tierra de guerra,^ zusammenfassten, 
weil sie dreimaligen Versuchen der Unterwerfung durch Waffengewalt 
erfolgreichen Widerstand geleistet hatten. Das Gebiet von Tezulutlan 
mnfasste fast das ganze Land zwischen den Flüssen Motagua und 
üsumacinta, also die heutigen Departemente der Alta und Baja Vera- 
Paz, welche späterhin von den Mönchen, vor allem durch die Bemü- 
hungen des bekannten Las Casas, auf friedlichem Wege unter spanische 
Oberherrschaft gebracht worden sind ^). Noch beute haben die Indianer 
dieser Gegenden, sowie diejenigen der Altos, viele Eigenthümlichkeiten 
bewahrt, welche an die frühem Zeiten erinnern ; eine Schilderung dessen, 
was ich davon gesehen habe, muss einer andern Arbeit aufbewahit 
bleiben, da die vorliegende Skizze sich vornehmlich mit der Feststellung 
der Sprachen- und der Abgrenzung ihrer Gebiete zu beschäftigen hat. 



^) Vergl. hierfiber BemescU, HUtoria general de las Indias Occidentales y par- 
ticalar de la OoTemacion de Chiapa y Ouatemala 1620, und Jos^ MUla^ Historia de 
la Am6rica central 1879. 



- 100 



13. Die PokonchMndianer. 

Literatur. 

Arte breve de la lengua Pooomchi de la provincia de la Yera-Paz, com- 
puesto y ordenado por el venerable Padre Fray Dionysio de Quniga^ 
etc. MS. im Besitz Brasseurs und eitler t in dessen Hist. du Mexique, 
t. I unter Nr. 26. 

Confesionario de la lengua de Taltic (pokomchi y espanol). 

Im Besitz Brasseur's und citiert in dessen Hist. du Mexique, t. I 
unter Nr. 38. 

Padre Bojas in Sacapulas erzählte mir, dass er, während er die 
Pfarre von S. Cristobal in der Vera-Paz versah, ein grosses Wörter- 
buch der Pokonchi-Sprache besass, dasselbe aber an Dr. Berendt ver- 
schenkte. Sein Verbleib ist mir unbekannt. 

Dr. C, H. Berendt, Vocabulario de las lenguas pert. k la familia Maya- 
Qu'ich6. MS. 

V. der ethnographischen Karte. 

Synonyme der Pokonchi-Sprache: Es sind mir keine bekannt, die 
von Thomas Gage und Scherzer Poconchi genannte Sprache ist 
Pokomam (siehe dieses). Man findet auch Poconchi, Pooomchi 
und Pokomchi geschrieben. 

Umfange des Pokonchi-Gebietes : Das Pokonchi wird gegenwärtig 
hauptsächlich in dem Grenzgebiete zwischen den jetzigen Departementen 
der Alta und Baja Vera-Paz, also im obern Theile des Thaies des Rio 
Polochic, von Panzos aufwärts, gesprochen. Westlich erstreckt es sich 
über das Quellgebiet des Rio Cahabon und San Cristobal bis an den 
Rio Chixoy. Im Norden wird dasselbe demgemäss durch die Qu'ekchf- 
Sprache, im Westen durch die Uspanteca, im Süden durch das Qu'iche 



— 101 — 

von Rabinal und das Pipil von Salam4 begrenzt, während es im Osten 
an das alte Gebiet der Choles anstösst. 

Die Ortschaften, in welchen das Pokonchl heutzutage noch ge- 
sprochen wird, sind die folgenden: 

S. Cristöbal, Santa Cruz (zwischen Tactic und Coban), Tactic, 
Tamajd und Tucurü, la Tinta und Teleman, in welchen beiden letz- 
tem Ortschaften ein Theil der Bevölkerung Pokomchl, ein anderer 
Qu'ekchl spricht. Die unterschiede beider Idiome sind hinreichend, um 
ein gegenseitiges Verständniss der Indianer beider Nationen zu ver- 
hindern. 

Zwischen den verschiedenen, dem Pokomchf angehörigen Ortschaften 
bestehen, wie übrigens in allen mir bekannten Maya-Dialekten, gewisse 
locale Verschiedenheiten, so dass z. B. in der Sprache von S. Cristobal 
einzelne Ausdrücke und Wendungen vorkommen, welche in der Sprache 
von Tactic nicht gebräuchlich sind und dergl. mehr. 

Auch vom Pokonchl war ich in der Lage, in Tactic reichliches 
Material zu sammeln, welches späterer specieller Bearbeitung vorbe- 
halten bleibt. Hier gebe ich als Sprachprobe wiederum bloss die Be- 
grüssungsformeln, wie folgt: 
A : C'alen, jau. 

Guten Tag, Väterchen. 
B : Opalen, jau. 

Guten Tag, Väterchen. 
A : Nalic avu6. 

Wie geht es dir? 
B : Nalic vnonak vu6, minalic avu6 jat ? 

Es geht mir gut, und du, was machst du? 
A: Nalic vuonak vu6 rum Dies. 

Ich bin wohl, durch Gott oder Gott sei Dank. 
B : Minalic re ituv6y? 

Wie geht es deiner Frau? 
A : Nalic vuonak re rum Dies. 
Eb geht ihr gut, Gott sei Dank. 



— 102 — 

Chibin quitak^ icoc tak? 
Was machen deine Kinder ? 
B : Kaliqa6. Oquem pam pat tijilok ka'c rer6 itocat tichi'c ! 
Sie sind wohl. Komm herein und nimm Platz! 

Beim Abschied werden folgende Wendungen gebraucht: 

A: Quinoj per6 jau; in quila nalic avu6. 

So leb denn wohl, Yäterchen, ich freue mich, dass du gesund 
bist. 
B : Nalic yuonak yu6 rum Dies. 

Ja, ich bin, Gott sei Dank, gesund. 

Chay6 ru sukil ru cux take ituv6y. 

Grüsse mir deine Familie. 
A : E nun Dios ! 

Gott yergelt's, leb wohl! 



— 103 — 



14. Die Pokomames. 

Literatur. 

Thomas Gage. The English-American, his traTels bj sea and land, or a 
new sorvej of the Westindias, containing a joamal of 3300 miles, 
within the mainland of America, etc. London 1648. 

Nur die erste der französischen Uebersetzungen dieses seltenen 
Baches enthält die im englischen Original vorhandene Pokomam-Gram- 
matik, nämlich : 

Nouyelle relation contenant les Toyages de Thomas Gage dans la 
nouyelle Espagne, ses diverses aventures et son Toyage par la pro- 
vince de Nicaragua jusqu & la Havane etc., et nn trait6 de la langue 
poconchi ou pocomane, tradnite de Tanglais par le Sieur de Beaulieu 
Hües 0*neil. Paris 1676. 

Auch in die deutsche, nach der französischen gemachte üebersetzung 
ist die Pokomam-Grammatik aufgenommen. 

Yater^s Mithridates 3. 3. enthält einen Auszug aus der Grammatik 
des G^e und ein Yaterunser in der Pokomam-Sprache. 
Scherzer, Sprachen der Indianer Central- Amerikas : Sprache der Indianer 
von Palin (Poconchi). Sitzgsber. der kab. Ac. der Wiss. Wien 1855. 
Brasseur de Bourbourg citiert in seiner Histoire du Mexique etc. 1857 
folgende M88. seiner Sammlung : 
Nr. 26 Manuscrit en folio contenant: 

Arte breve de la lengua Pocomchi de la provincia de la Yera-Paz, 
compuesto y ordenado por el venerable Padre fray Dionysio de 
Quhiga etc. y traducido en la lengua Pokomam de Amatitlan por 
el padre fray Pedro de Moran, 
— Bocabulario de solo los nombres de la lengua Pokomam „(il est mal- 
heureusement incomplet et ne va que jusqu'ä la lettre N. inclusivement)*^. 



— 104 — 

— Divers sermons et pan6gyriques en langue Pokomame avec des notes 
philologiques tr^s-importantes. 

— Yocabulario de los nombres que comiengan en romance (latin-pokomam), 
en lengua Pokomam de Amatitlan. 

^Oe demier est complet, et Tensemble de ce beau manuscrit, ren- 
fermant un grand nombre d^exemples et d'explications, est le plus beau 
monument des langues pokomame et prokoncbi qui existe.^ 

Es ist mir unbekannt, was nacb Brasseur^s Tod aus diesen Manu- 
scripten geworden ist. 
Dr. C. H. Berendt, Yocabulario comparativo de las lenguas pertenecientes 
d la familia Maya-Qu'ich6 (enthält sehr wenig Pokomam-Worte). 

Das von mir im vergleichenden Yocabular gegebene Material stammt 
aus einem Yerzeichniss, welches ich von der Sprache von Mixco auf- 
nahm. 

XY. der ethnographischen Karte. 

Synonyme: Poconchi (Thomas Gage und Scherzer), 

Pokome (Charencey ^). 

Der Name findet sich Pocomam, Pocoman und Pokomam geschrieben, 
letzteres ist die richtigere Schreibweise. 

Juarros^) scheint das Pokomam irrthümlicherweise mit der Marne 
zu ideutificieren, wenn er bei Beschreibung des Mam-Reiches sagt : „Die 
„Herrschafb der Mames umfasste das heutige Gebiet von Huehuetenango, 
„einen Theil von Quezaltenango und die Provinz von Soconusco^), denn 
„in all' diesen Gegenden ist die Mam- oder Pocoman-Sprache gebräuch- 
„lich. "Was aber sehr auffällt (mas lo que hace notable fuerza en este 
„particular) ist der Umstand, dass die Pocoman-Sprache in Ortschaften 
„geredet wird, welche von den aufgeführten Provinzen der Mames weit 
„entfernt liegen, wie Amatitlan, Mixco und Petapa in der Provinz von 
„Sacatepeqnez; in Ghalchuapa in der Provinz von S. Salvador; in Mita, 
„Jalapa und Xilotepeque in derjenigen von Chiquimula." 



^) Syst. de la numSration etc., 1882. 

^ Juarros. Compendio, t. II, p. 13. 

^) Nur theilweiBe, denn in Sooonusoo werden ausserdem noch der Maya-Fa- 
milie femstehende Idiome, wie Pipil und Mije gesprochen. 



— 105 — 

AuBdehnung des Pokomam-GebieteB : Dasselbe bildet einen zu- 
sammeDhangenden breiten Streifen, welcher sich vom obem Rio Grande 
über die Gegend der Hauptstadt Guatemala und Amatitlan bis an die 
Grenze der Nachbarrepublik Salvador am See von Güija hinzieht. Im 
Norden wird es vom Qu'ich6 und der nördlichen Colonie der Pipiles, 
im Osten von den Chortis von Esquipulas, und Chiquimula, im Süden 
von der südlichen Colonie der Pipiles und der Sinca-Sprache begrenzt, 
während es im Westen an die Gakchiqueles und Qu'ichSs angrenzt. 

Die hauptsächlichsten Ortschaften, in welchen gegenwärtig noch 
Pokomam gesprochen wird, sind: 

Amatitlan, Petapa, Palin, die Dörfer um den Vulcan Pacaya, S. Luis 
Jilotepequer, Mita, Jalapa, Mixco und Chinautla (zwei der jetzigen 
Hauptstadt benachbarte Dörfer). In der Republik Salvador wird nach 
Juarros' Zeugniss im Städtchen Chalchuapa Pokomam gesprochen. 

Das heutige Dorf Mixco, drei Leguas westlich von der Hauptstadt 
Guatemala, wird von dem Reste der Bevölkerung des alten Mixco be- 
wohnt, welches im Jahre 1524 von den Spaniern eingenommen und 
verbrannt wurde ^). Die Ruinen dieses altem Mixco liegen in ziemlicher 
Entfernung nordwestlich von der Hauptstadt in einer wenig besuchten 
Gegend in der Nähe des Flusses Pixcayä südlich vom Rio Grande, und 
wären, wenigstens in topographischer Beziehung, heute noch einer Unter- 
suchung werth. • 

Im äussersten Norden des Departementes Huehuetenango, nahe der 
Grenze von Chiapas, wird eine vom Mame verschiedene Sprache ge- 
sprochen, welche Juarros ebenfalls Pokomam nennt. Ich habe diese als 
XV ? in die ethnographische Karte eingezeichnet, da wir zur Zeit nichts 
von derselben wissen. Ihre Zugehörigkeit zum Pokomam ist sehr zweifel- 
haft, eher hat^rasseur's Angabe, dass es sich um einen Dialect des 
Chaßabal (siehe dieses) handle, einige Wahrscheinlichkeit. 



') Yergl. Fuentes, Juarros, Brasseur, Milla. 



- 106 — 



15. Die Chorti-Indianer. 

Literatur : 

Dr. C. H. Berendt. Yocab. comparat. de las lenguas pertenecientes & la familia 
Maya-Quich6 MS. 

Es sind in demselben bloss 21 Worte der Ghorti -Sprache aufge- 
führt, mit dem Citat: Stephens apud Gallatin, dessen YeryollstSndi- 
guDg mir nicht möglich ist. 

Uober die Buinen Yon Oopan vergl. : 

Stephens, Incidents of travel in Central America, Chiapas .and Yucatan 
New-York 1841. 

Meye und Schmidt, Die Steinbildwerke von Copan und QuiriguÄ. Hi&tor. 
erläutert und beschrieben. Berlin 1833, gr. fol. mit 20 Lichtdruoktafeln. 

Ich habe leider noch keine Gelegenheit gehabt, diese neue Arbeit, 
die nach dem Prospecte auf Aufnahmen an Ort und Stelle beruht, zu 
sehen. 
Maudslay, Explorations in Guatemala etc. London 1883. 

XYI. der ethnographischen Karte. 

Synonyme : Lengua Apay (Palacio i). 

Chol (Jimenez bei Brasseur). 

Das Gebiet der Chorti-Sprache, welche uns leider nur durch das 
ausserordeutlich kärgliche, von Stephens gesammelte Yocabular bekannt 
ist, erstreckt sich gegenwärtig auf die Umgegend der Ruinenstadt 



^) Carta dirijida al Key de Espana 1576. 



— 107 — 

TOD Copan und wird zur Zeit noch in den Dörfern Joootan und C«- 
motan gesprodien. Nach der Angabe Sqoiera^) zieht sich die Chorti- 
Sprache bis in das Thal Ton Sensenti im anstossenden Theil der Re- 
publik Honduras hinein. In Zacapa, wo nach dem Zeugmss des Juarros 
im Anfange dieses Jahrhunderts eben&Us noch Chorti geredet wurde, 
scheint sie bereits ausgestorben zu sein, wenigstens konnte ich bd 
meinem allerdings kurzen Aufenthalt an diesem Platze nichts mehr 
daYon erfahren. Aus der nachstehenden yergleichenden Zusanmien- 
stellung geht klar hervor, dass das Chorti mit dem benachbarten Po- 
komam nahe Terwandt ist, und dem Chol femer steht. Schon Bras- 
seur^) nennt das Chorti einen Dialect des Pokomam, ohne jedoch 
Beweise hiefur beizubringen. 

Die Chorti-Sprache beansprucht ein besonderes Interesse dadurch, 
dass auf ihrem Gebiete die durch Stephens und Catherwood zum ersten 
Male genauer bekannt gewordenen Ruinen Yon Copan liegen. Es ist 
zwar nicht wahrscheinlich, dass dieselben von den Yor&hren der jetzigen 
Chortis herrühren, da die Hieroglyphen von Copan mit denen weit 
entlegener, sicher dem Maya-Oebiete angehorigen Ruinen sehr nahe 
verwandt sind; dennoch ist es dringend geboten, diese, offenbar dem 
Aussterben entgegengehende Sprache in nächster Zeit in möglichster 
Ausführlichkeit zu sammeln, weil zur Zeit der sichere Beweis, dass 
die Ruinen von Copan nicht von den Chortis herrühren, nicht erbracht 
werden kann. Herr Dr. Eisen in Californien, welcher die Ruinen von 
Copan im Sommer 1882 besucht hat, schreibt mir: „I consider the 
y Chorti language as of the greatest importance for the deciphering of 
y the glyphs. If any, it must be the original language spoken in Copan ! 
yThe people on the high mountains round Jocotan were so different 
„firom any other Indians in their appearence and their ways in many 
^regards also very stränge.'' 



') Notes on Central America. New-Tork 1855. 

*) Popol Yuh, Commentaire, p. LXXXIY und Y, note 4. 



— 108 — 



Vergleichende Zusammenstellung einiger Worte der Chorti-, 

Pokomam- und Chol-Sprache. 



Deutsch 


Chorti 


Pokomam 


Chol 


Mann 


mas 


mas 


uinik 


Frau 


exoc 


ixk'on 


ixik 


Grossvater 


mam 


mam 


mam 


Kopf 


cockholum (wahrsch. 
unrichtig für ka holom 
^unser K.'') 


jalom 


jol 


Ohr 


siken 


xiqu'in 


chiqu'in 


Mund 


cah chi (wahrscheinl. 
ka chi „unser M.") 


chi 


ti 


Arm, Hand 


cah kamp(wahr8cheinl. 
ka k'am „unser A.*^) 


k'am 


k'ö 


Herz 


ka kux (unser H.) 


k'ux oder c'ux 


tiaj 


Fuss 


cock (wahrscheinlich 
k'ok „unser F.'') 


tuk oder tujk 


ok 


Haus 


pati 


pat 


otiot 


Feuer 


aak (wahrsch. k'ak) 


k'ak 


k'ajk 


Maiskolben 


hal 


jal 


jal 


Tortilla 


whu6 


vu6c 


vuaj 


Fleisch 


chatih 


tevuec 


bök 


Sonne 


eyeh 


k'ij 


k'in 


Erde 


akkal 


ac'al 


loum 


.Vogel 


tseken 


tz'iquin 


mütiö 



Die wirklichen Differenzen in den gegebenen Chorti- und Poko- 
mam- Worten sind sicherlich weit geringer, als diejenigen der Orthogra- 
phie vermuthen Hessen, so ist aak für Feuer jedenfalls entweder ein 
Druckfehler für k'ak, oder Stephens hat das tiefgutturale k* im Anfange 
des Wortes, was bei ungenügender Uebung des Gehörs leicht vorkommt, 
überhört. Ebenso ist eyeh höchst wahrscheinlich unrichtig für k'ij oder 
k'ej. Chatij ist ein Verbalimperativ »iss", entsprechend der Imperativ- 
bildung im Pokomam. 



— 109 — 



D. Die Qa'ich^-Grappe. 
16. Die Qu'iches. 

Literatur. 

Marroquin. DoctriDa Christiana en leDgaa Utatleca. Mexico 1556. 

Stephens. Incidents of travel in Central America, Chiapas and Tucatan, 
New- York 1841. 

Scherzer. Sprachen der Indianer Central Amerikas. (Sprache der Indianer 
von IxtlÄvacan). Wien 1855. 

Scherzer. Die Indianer von Santa Catarina Istlavacan. Wien 1856. 

Scherzer. Las historias del origen de los Indios de esta provincia de Gua- 
temala, traducidas de la lengua Quich6 al Castellano para mas como- 
didad de los Ministros del S. Evangelio por el R. P. F. Francisco 
Ximenez. Exactamente segun el texto espanol del MS. original quo 
se halla en la biblioteca de la universidad de Guatemala, publicado 
por la primera vez, y aumentado con una introduccion y anotaciones 
por el Dr. C. Scherzer. Viena 1857. 

Brasseur de B&urbourg. Popol Vuh. Le Livre Sacr6 et les mythes de 
Fantiquit^ am^ricaine avec les livres h^roiques et historiques des 
Quiches. Paris 1861. 

Brasseur de Bourbourg. Granimaire de la langne Qnich6e fgramatica 
de la lengua quiche) avec un vocabulaire comprenant les sources prin- 
cipales du quich6 compar^^es anx langues germaniques et suivi d*un 
essai sur la po^sie, la mnsiqne, la danse et Tart dramatique chez les 
Mexicains et les Guat^malt^ques avant la conqu^te; servant dMntro- 
duction au Rabinal-Acbi, Drame indig^ne avec sa musique originale, 
ieniQ quiche et traduction fran^aise en regard. Paris 1862. 

Charencey. Le Systeme de numeration chez les peuples de la fam. Maya- 
Quich^. Louvain 1882. 



— 110 — 

Charencey, Des Suffixes en langue Quich^e. Louvain 1883. 

Im ersten Band der „Histoire du Mexique et de TAm^rique centrale*' 
gibt Brasseur folgende, sonst nicht weiter bekannte MSS. als in 
seinem Besitz befindlich an : 

No 21. Kaiendario conaervado hasta el dia por los sacerdotes de! 
sol en IxtlaTacan, pueblo descendiente de la naoion kich6, des- 
cubierto por el presb. Yicente Hernandez Spina, Santa Cata- 
rina Ixtlabacam, agosto 2 de 1854. 

Brasseur bemerkt hiezu: ^Ce calendrier, 6crit en langue quich^e 
^aveo une traduction espagnole, est, hk peu de chose pr^s, le 
„tonalamatl antique des Mexicains : on y trouve les noms des 
„lieux de sacrifice encore en usage aujourd^hui parmi les Indiens 
„d'Ixtlahuacan, et les noms des prdtres ainsi que des priores 
„m6Iang6es de noms chretiens et de superstitions idollLtres.'' 

No 22. Yae ru cam ru vuhil nimäc biitz Theologia Indiorum, ru- 
binaam. 

„MS. du pere Domingo de VicOj tu6 par les Lacandons en 
„1555; cet ouvrage est un cours dMnstructions chr^tiennes en 
„langue quich^e ä Tusage des Indiens. II est reli6 avec une 
„suite de sermons et portions diverses de TEcriture sainte, des 
„Spttres et !^vangiles dans la mSme langue, par divers religieux 
„dominicains. 

No 25. Autre volume de sermons MS. en langue par divers auteurs. 

No 27. Vocabulario Quich6 (espagnol-quichö) compuesto por el padre 
„fray Domingo de Basseta y acabado en 29 de Enero 1690. 
„Ce magnifique vocabulaire est suivi d'un autre plus pr^cieux 
„encore dans le mdme völume et par le m^me auteur; intitul6: 
„Yocabulario de la lengua Quich6 de Fr. Domingo de Basseta, 
„el cual empieza con lengua (quich^-espagnol). — A la suite 
„viennent encore un excellent vocabulaire quich6-espagnol, par- 
„ticulier k Kabinal, suivi dVne courte grammaire de la mSme 
„langue, puis un autre vocabulaire espagnol-quich^, mais bean- 
„coup plus defectueux et d^une autre main. L^ensemble forme 
„un volume in 4® d'environ 500 feuillets, le plus complet qui 
„existe de la langue qui che. '^ 

No 28. Fr, Francisco Ximenez^ Arte de las tres lenguas Cakchi- 
quel, Quich6 y Tzutuhil. „Oette Grammaire renferme un vocft- 
„bulaire des racines de ces trois langues qui est fort pr^cieux.'' 



— 111 — 

No 29. Arte de la langue Quich6, con modo breve de administrar los 

sacramentos en la misma lengua. 

„MS. Sans titre et Sans nom d^auteur. ComposS de 65 feuillete.^ 
No 30' Arte de la lengua Quich6 con modo de ayudar d los enfermos. 
No 31. Yocabulario Eiche y Cakchiquel. „MS. de plus de 200 

feuillets.*' 

IX. der ethnographischen Karte. 

Synonymie der Qulch^Bprache: Lengua Utatleca (auct.) von Utatlan, 
der alten QuMcb6-Haaptstadt. 
Sie wird auch Kich6 geschrieben. 

AuBdehnung des Qu'ich6-GebieteB. Seit das einst mächtige Reich 
der Qu'ich6s den Europäern bekannt geworden ist, hat seine Sprache 
im Ganzen dieselbe Verbreitung gehabt, wie heutzutage noch. Sie 
erstreckt sich nämlich über den grossten Theil der heutigen Departe- 
mente Qu'ich6, Totonicapam, Quezaltenango, Retaluleu und Suchite- 
pequez, also über die Hochländer des innem Guatemala, welche spe- 
ciell als „los Altos^ bezeichnet werden, bis hinab in die heisse Tiefebene der 
pacifischen Seite. Es wird demnach, wie ein Blick auf die ethnogra- 
phische Karte zeigt, das Qu^ich6gebiet im Norden durch die Aguacateca 
und das Ixil, die Uspanteca und Pokonchf-Sprache, im Osten durch das 
Pipil und Pokomara, wie durch das Cakchiquel und Tz'utujil begrenzt, 
während es im Süden durch das Gestade der Südsee seinen Abschluss findet. 

Die Qu'iche-Sprache wird gegenwärtig noch in folgenden Ortschaften 
gesprochen : 

Totonicapam, Santa Cruz Quiche, Sacapulas, Cunen, Rabinal, Chi- 
ducastenango, Momostenango, Sija, Quezaltenango, Retaluleu, Mazate- 
nango und in verschiedenen kleinern Dörfern, welche zwischen den 
genannten grossem Plätzen gelegen sind. 

Ueber die Eroberung des alten Reiches der QuMches, einst das 
mächtigste von Guatemala, dem auch eine Anzahl anderer Stämme 
tributpflichtig waren, vergleiche man die schon mehrfach citierten Qe- 
Bcbichtswerke von Fuentes, Juarros, Garcia Pelaez, Brasseur de Bour- 
boorg und Jos6 Milla. 



— 112 — 

Die Qu'ich6-Indianer beanspruchen durch ihre, bei Ankunft der 
Spanier verhältnissmässig hohe Civilisation und durch die tragischen 
Schicksale ihres Reiches und ihrer Fürsten im fruchtlosen Kampfe 
gegen die fremden Eroberer, unter allen Stämmen von Guatemala ein 
besonderes Interesse. Dasselbe wird noch dadurch vermehrt, dass die 
Qu'ich^s zu den wenigen indianischen Nationen gehören, über deren 
Vorgeschichte in ihrer Sprache geschriebene Documente auf uns ge- 
kommen sind. 

Die Mythen und historischen Ueberlieferungen der Qu'ich6s finden 
sich nämlich in dem merkwürdigen Buche niedergelegt, welches durch 
Scherzer in seiner Herausgabe der Uebersetzung des Ximenez zum 
ersten Male in Europa bekannt wurde, und welches seitdem durch 
Brasseur's Edition des Originals als Popol Vuh berühmt geworden ist. 
Die Geschichte dieses Buches ist kurz folgende: 

Das Original wurde, wie das Buch selbst Eingangs angibt, von 
seinem unbekannten Verfasser kurze Zeit nach Einführung des Chris- 
tenthums niedergeschrieben, in der Absicht, die alten Geschichten des 
Qu'iche- Volkes aufzubewahren, da es jetzt doch kein Geschichtsbuch, 
keinen Popol vuh mehr gebe. Das Manuscript blieb lange Zeit unbe- 
kannt, bis es zu Anfang des 1 8ten Jahrhunderts in dem grossen Qu^iche- 
Dorfe Santo Tomas Chichicastenango (oder Chuila) von dem Domini- 
kanermönch Fray Francisco Jimenez (nach älterer Orthographie Ximenez), 
der dort als Pfarrer lebte, aufgefunden und in's Spanische übertragen 
wurde. Padre Jimenez war einer von den wenigen Geistlichen, welche 
ein Herz für die ihnen untergebenen Indianer hatten, und gleichzeitig 
war er der Kirche so ergeben, dass er die Misswirthschaft und blut- 
triefende Grausamkeit der civilen Statthalter dieser Länder mit strengen 
Worten tadelte. Man versuchte daher seine Schriften zu unterdrücken 
und zu vernichten, glücklicherweise aber entgingen sie der Zerstörung 
in einem vergessenen Winkel des Dominikanerklosters in der Haupt- 
stadt Guatemala und später, nach Aufhebung der religiösen Orden 
durch den Präsidenten Morazan, wurden einige Bände davon in die 
Universitätsbibliothek geschafft, wo Dr. Carl Scherzer sie im J. 1854 



— 113 — 

auffand. Unter den zahlreichen Manuscripten des Jimenez fand sich 
auch die Uebersetzong des Popol Yuh, welche Dr. Scherzer wortgetreu 
copieren liess und dem Drucke übergab (siehe die ^Literatur' Eingangs 
dieses Abschnitts). 

Das in der Qu^iche-Sprache verfasste Original indessen war durch 
Vermittlung des Bibliothekars, Don Juan Gavarrete, eines 20jährigen 
jungen Mannes, der den Werth des Manuscriptes nicht kannte ^), in 
die EßLnde Brasseur de Bourbourg's gelangt, der es mit nach Frank- 
reich nahm und den Text nebst französischer Uebersetzung herausgab. 

Die fernem Schicksale des indianischen Manuscriptes sind mir an- 
bekannt, vermuthlich wurde dasselbe, als Brasseur im Jahre 1874 in 
Nizza starb, mit dem Reste seiner fiir amerikanische Alterthumskunde 
so hochwichtigen Bibliothek verkauft. 

Wenn wir nun die beiden Uebersetzungen mit dem indianischen 
Texte, wie ihn Brasseur veröffentlicht hat, vergleichen, so hat jede 
ihre grossen Mängel, hauptsächlich in Folge des einseitigen Standpunctes, 
den jeder der beiden Uebersetzer einnahm. 

Jimenez war katholischer Priester und noch dazu spanischer Prie- 
ster, er beurtheilt die Arbeit des indianischen Chronisten von diesem 
Gesichtspuncte aus, und es ist ihm, dem ächten Kinde seiner Zeit, zu 
verzeihen, wenn er in derselben, wie er selbst erzählt, eine Art vom 
Teufel eingegebener Travestie der heiligen Schrift erblickt. Er hält sich 
in seiner Uebersetzung möglichst an den unmittelbaren Wortlaut des 
QaMch6-Textes, mit all seinen Pleonasmen und Wiederholungen, selbst 
da, wo dieselben, obwohl streng im Geist der indianischen Ausdrucks- 
weise, in der Uebersetzung nur dazu f&hren, den Leser zu verwirren 
und das Yerständniss zu erschweren. Die in der Qu'ich6-Diction so häu- 
figen substantivierten Participialformen des activen und passiven Futu- 
mms stellen der wörtlichen Uebersetzung in's Spanische oder überhaupt 
in eine europäische Sprache fast unubersteigliche Schwierigkeiten ent- 



^) Glficklicherweise, da es sonst wohl nie das Licht der wissenschaftlichen 
Welt erblickt hätte, sondern, wie so viele andere, in Guatemala vermodert wäre. 

Stoll, Ethnographie von GoatemaU. 8 



— 114 — 

gegen, und obwohl Jimenez in der Erfindung neuer Worte und Wen- 
dungen das Menschenmögliche leistet, so wird darum doch das Yer- 
ständniss nicht erleichtert. Da er zudem seine Arbeit vorzüglich fiir die 
in den indianischen Dorfern stationierten Geistlichen machte, so erklärt 
es sich leicht, dass die Uebersetzung eine Menge nur local gekannter 
und gebrau'chter Ausdrücke enthält, die der europäische Leser vergeb- 
lich in den spanischen Wörterbüchern suchen würde ^). So sind z. B. 
(p. 36 der Scherzer'schen Ausgabe) „navajas de challe** erwähnt. Scherzer 
notiert unten „Solen vagina?**. „Challe** aber ist bloss eine der in Gua- 
temala gebräuchlichen scblechten Aussprache des spanischen „11^ ent- 
sprechende Orthographie des Qu'ich^- Wortes „chay**, welches „Obsidian* 
bedeutet, aus welchem bekanntlich die Indianer Pfeilspitzen und Messer 
verfertigten, so dass „navajas de challe^ nur „Obsidianmesser^ bedeutet. 
An einer andern Stelle (p. 63) kommt dasselbe Wort als ^navajas de 
chay** geschrieben vor, wozu Scherzer in Klammern setzt „cal?** (d. h, 
Kalk) u. dergl. mehr. Die Uebersetzung des Jimenez ist nur für den- 
jenigen verständlich, der mit dem in Guatemala gebräuchlichen, mit 
zahlreichen Mexicanismen durchsetzten Spanisch, gut vertraut ist. 

Das war nun Brasseur allerdings, dafür aber verfiel er in seiner 
Auslegung des Qu'ich6-Textes in andere, viel verhängniss vollere Irr- 
thümer, als die Missdeutung einiger Provinzialismen. Es ist leider schwer, 
ohne den Inhalt des Popol Vuh wiederzugeben, mit kurzen Worten 
Brasseur^s Auffassung desselben zu schildern, er legt eben alP den darin 
geschilderten Vorgängen einen symbolischen Sinn unter, etwa wie wir 
geneigt sind, in den zahlreichen, mit so peinlicher Sorgfalt ausgearbei- 
teten Groteskfiguren der indianischen Ruinen eine symbolische Dar- 
stellung uns noch unverständlicher Begebenheiten oder Begriffe zu sehen. 
Alles wird ihm zur Allegorie einer geheimnissvollen Vergangenheit, und 
alles bezieht er auf die dunkle Vorgeschichte nicht nur der Qu*ich6s, 
sondern auch auf diejenige der ganzen Bevölkerung dieser Gegenden 



*) „On peut voir la traduction espagnole que M. le Dr. Scherzer a publik ft 
Yienne et dont Töditeur oe compreod pas mdme les proYincialismes'*, sagt Brasseur 
in einer Anmerkung zur „Notice bibliograpbique" seiner Ausgabe des Popol Vuh. 






— 115 — 

Mitielamerikas, wobei er sich häufig genüg Yom wirklichen Sinn der 
Worte weit entfernt und bloss seiner Torgefassten Meinung folgt, um 
wenigstens an dieser Stelle, wo es mir nicht möglich ist, auf grosseres 
Detail einzugehen, ein Beispiel des (besagten anzuführen und zu zeigen, 
wie gewaltsam Brasseur sich den Sinn zurechtlegte, genüge der Hin- 
weis auf die Stelle, wo die beiden Magier, Hunahpu und Xbalanque im 
Reiche der Unterwelt (Xibalba) im „Hause der Messer" (pa chaim-ja: 
casa de las navajas) eingeschlossen, die ihnen von den Fürsten der 
Unterwelt gegebene Aufgabe, bis zum folgenden Morgen vier Gefasse 
mit Blumen zu liefern, richtig lösten, ohne ihr Gefangniss zn verlassen. 
Sie Hessen nämlich die Blumen durch die Ameisen, welche in Guate- 
mala als Zompopos oder Blattschneiderameisen bekannt sind, nächtlicher- 
weile herbeitragen, was diese Thierchen in so geräuschloser Weise 
thaten, dass die Wächter des Ghurtens, obgleich sie sich beständig zu- 
riefen: Xpurpuvek, Xpurpuvek, und Puhuya, Puhuyu, nichts davon 
merkten. Zu diesen beiden Worten macht Brasseur nun (p. 156 note 1) 
folgende Anmerkung: „Ximenez, qui, dans tout Tensemble de ce livre 
,a toujours cm reconnattre syst6matiqnement des sjmboles chr^tiens et 
,apo8toliques, m^me dans les personnages dont il est ici question et 
^Venfer dans Xibalba, laisse de c6t6 la traduction de ces mots, comme 
„de bien d'autres. Mais il est 6vident que ces gardiens des jardins de 
,£balba sont des veilleurs de nnit, comme il j en avait chez tous les 
,anciens peuples du Mexique, comme aujourd^hui les „serenos'^, et ces 
,deux mots sont deux phrases ou cris de nnit fort intelligibles. Le seul 
. „mot difficile peut-^tre est pur qui n^est plus usite dans le sens oü il 
„i^parait ici et qn'on tradnit par creuser, cavar, mais qui ici a le sens 
rfiwirer. X-pur puvek, en espagnol, ya se entrö en la noche, on est 
j,mlrS dans la nuit. Pu est une contraction de pa u, dans la; vek 
»ert pour gek, noir, tSn^hres, nuit, Pu huyUj sur la montagne. ün 
»Teilleur crie; d^ä la nuit est venue; Tautre repond au-dessus des man- 
Tiiagnes, Oe doit 6tre Tancien cri des veilleurs de nuit en Xibalba. '^ 

Jimenez hat allerdings keinen Versuch gemacht (vergl. p. 64 der 
Scherzer'schen Ausgabe), die beiden Worte, die er Xparpuec und Pu- 



i 



— 116 — 

liuya schreibt, zu übersetzen, yermuthlich weil sie ihm bekannt waren. 
Denn beide können überhaupt nicht übersetzt werden, es sind Onomar 
topöien, Nachahmungen des Schreies gewisser Nachtvögel, nämlich der 
in Guatemala überall häufigen Ziegenmelker, welche heute noch in der 
Sprache der Qu'ich6's und Cakchiqueles Perxpuek und Pujüy heissen. 
Für jeden, den einmal auf einsamem Nachtritt der traurige, langgezogene 
Schrei dieser Vogel „Pujüyia** stundenlang begleitete, wird der Versuch 
Brasseur's, diese V^orte als den Ruf der „Nachtwächter von Xibalba^ 
zu deuten, etwas unbeschreiblich Komisches haben. Die ganz unge- 
rechtfertigte Willkürlichkeit, mit der er diese Worte zwingt, sich über- 
setzen zu lassen, indem er einfach behauptet „pur^ heisse hier nicht 
„graben, aushöhlen", wie gewöhnlich, sondern „eintreten", „pu* stehe für 
„pa u" „auf dem", „pu huyu" ^) heisse „auf dem Berg" und „vek" stehe für 
„gek", ist höchst bedenklich, leider hat er dieselbe Willkürlichkeit nicht 
nur hier, sondern an sehr vielen Orten geübt, und so aus dem Popol 
Vuh etwas gemacht, was er sicherlich nach der Intention seines Schreibers 
nicht ist. Auf der folgenden Seite wird erzählt, dass diesen Wächtern 
des Gkirtens zur Strafe dafür, dass die Magier Hunahpu und Xbalanque 
dennoch in den Besitz der Blumen gelangt waren, das Maul weit ge- 
spalten wird, und dass von dieser Zeit an die Purpuek gespaltene Mäuler, 
oder besser Schnäbel haben (bekanntlich eine Eigenthümlichkeit der 
Ziegenmelker) und ist es somit zweifellos, dass Vögel gemeint sind, 
wie denn überhaupt ein grosser Theil des Popol Vuh als Thierfabel 
aufzufassen ist. Selbst Brasseur bemerkt hiezu : „Ici ces veilleurs rentrent 
„dans la domaine de la fable; Is deviennent des oiseaux de nuit, Fun 
„appele Purpuek et Tautre Puhuy qui est une esp^ce de hibou." 

Brasseur sagt leider nicht, ob er den Text genau nach der Ortho- 
graphie des Originals herausgab, und nicht etwa willkürliche Aende- 
rungen vornahm. Die Kapiteleintheilung rührt von ihm her. Der Text 
ist stellenweise sehr lakonisch und vieldeutig, so dass sich eine in 
allen Theilen richtige Uebertragung jedenfalls nur dann wird erreidien 



*) Auf dem Berge heisst im QuMchS „pa juyüb'* und nicht „pu hilgu**. 






— 117 — 

lass^i, wenn ein Reisender, der sich in die QaUch6 -Sprache nnd in den 
Text des Popol Yuh gehörig eingelebt hat, in die Lage kömmt, die 
Uebersetzung an Ort nnd Stelle, das heisst, im Lande der QuMch^s 
und zwar mit Beih&lfe alter, intelligenter Indianer zn yersnchen. Als 
ich in Betaluleu unter den Qu'ich6s wohnte, besass ich den Popol Yuh 
leider noch nicht, und später bin ich nie mehr lange genug auf QuMch^- 
Boden gewesen, um mit Hülfe der Indianer eine Uebertragung zu unter- 
nehmen. Sollte eine Vereinigung gunstiger Umstände mir eine noch- 
malige Reise nach Guatemala möglich machen, so wäre die Uebersetzung 
des Popol Yuh die erste Nummer meines Programmes; er allein wäre 
eine Reise nach den Hochländern des Qu'ich6s werth. 

Als Beispiel der Schwierigkeiten einer solchen Uebersetzung gebe 
ich nur den Anfang des Popol Yuh in Brasseur's Text (wobei ich jedoch 
die Yerbalprsefixe nicht, wie er, von den Stämmen trenne) nebst 
deutscher Uebertragung, welcher dann diejenige des Ximenez und Brasseurs 
gegenübergestellt wird. 

Are u xe^) ober tzih^) varal Qui- Diess ist der Anfang der Sage 

che u bi. von dem, was früher hier geschah 

im Lande, das Quich6 heisst. 

Yaral xchikatzibah, xchikatiqiba Hier werden wir aufzeichnen und 

vi ober tzih, u tiqaribal, u xenabal beginnen die Kunde früherer Zeit, 
pach ronohel xban pa tinamit^ den Anfang und Beginn alles dessen, 
Quiche, r'amag^) quiche vinak. was in der Stadt Quich6 geschah, in 

den Wohnsitzen des Quiche- Yolkes. 

Are cut xchikaqam vi u qutuni- Hier also werden wir die Erklä- 

zaxic^), u calahobizaxic, u tzihoxic rung, die Aufklärung und die Kunde 
pnch euaxibal ^), zakiribal rumal bringen von dem Yerschwinden und 

*) xe. Die Wurzel, der Grand. *) deatl icher wäre der Satz wenn es hiesse 
V xe oher ri tzih. ') tinamit (vom aztekischen tenamiti) ist der enggebante und 
Wesügte Platz, die Stadt während *) amag ein erweiterter Begriff ist, der die Ge- 
iuniDtheit aller stammgenossigen, oft weit auseinanderliegenden Häasergruppen be- 
zeichnet. ^) qutunizah t. a. erklären, davon y. pass. qtUuniztMX, erklärt werden, davon 
^ substantivierte partic. fatori qutitnizaxiCf das Erklärtwerden werden. ^ euah v. a 
verbergen, sich verbergen ; davon euax v. pass. davon euaxibal ein Substant. instru- 
•Dentale: das, wodurch oder womit eine Sache verborgen oder verdeckt wird. 



— 118 



Tzakol, Bitol, Alom, Qaholom, qui 
bi Han-ahpu-vuch^), Hun-ahpu- 
uti'u^), Zaki-nima-tzyiz^), Tepeu^), 
Gucumatz^), u Quxcho^), u Quxpa- ' 
lo'^), Ah-raxa-lak^), Ah-raxa-lzel^). 



Ch'u chaxic, r'achbixic, r'achtzi- 
honic riy lyom, Mamom, Xpiyacoc, 
Xmucane ubi; Matzanel,. Cbuke- 
nel; camul iyom, camul mamom', 
ch'u chaxic pa quiche tzih : ta xqui- 
tzihoh ronohel ruq xquiban chic chi 
zakil qolem, zakil tzih*^). 



Vae xcbikatzibah chupan chic u 
chabal Dios, pa Christianoil chic' 



Wiedererscheinen durch die Er- 
bauer und Schöpfer, die Erzeuge- 
rinnen und die Erzeuger, deren 
Namen sind : Hun-ahpu-vuch ; Hun- 
ahpu-utiu; Zaki-nima-tzyiz, Tepeu, 
Gucumatz, u Qux-cho, u Qux-palo, 
Ah-raxa-lak, Ah raxa-tzel. 

Und mit ihnen singt und erzählt 
man auch von der Grossmutter und 
dem Grossvater, deren Name Xpiy- 
acoc und Xmucane ist, die Verber- 
ger und Schützer ; zweimal Gross- 
mutter, zweimal Grossvater werden 
sie genannt in den Sagen der Qui- 
ch6s, welche alles überlieferten mit 
dem, was sie nach dem vollbrachten, 
schon im Beginne des Lebens, im 
Beginne der Geschichte. 

Diess also werden wir schon im 
Worte Gottes schreiben, schon im 



^) Ein Opossumjäger. ^) Ein Coyotejäger. ^) Grosser weisser Rüsselbar. 
^) Der Herr. ^) Die grüne Schlange oder starke Schlange, je nach dem Cucumatz 
geschrieben ist, was jedenfalls richtiger ist, von cu, welches von cöuy hart, stark 
abgeleitet ist, und cutnatz Schlange, während Gucumatz von gug [nach meinem Alphabet 
Jc'u'k] herrühren vmrde, womit der grüne Schmuck aus Vogelfedem bezeichnet wird, 
deren sich die Indianer bei ihren Tänzen bedienten. ^) Das Herz des Sees. ') Das 
Herz des Meeres; palo heisst aber auch jeder grössere See. 8) Der Herr der 
grünen oder neuen Schüssel. ^) Der Herr der grünen oder unreifen Calebasse. — 
Man vergleiche zu den letztern Namen die TJebersetzungen Brasseurs. lak ist der aus 
Thon gebrannte Teller oder Schüssel, tzel die Frucht des Calebassenbaumes. Nichts 
zwingt uns, in diesen Namen mehr zu sehen, als die gewöhnliche indianische Axt 
und Weise Namen zu geben, die oft von Zufälligkeiten bestimmt ist; jedenfalls 
brauchen wir keinen übertragenen, tief symbolischen Sinn darin zu suchen, wi© 
Brasseur dies thut. ^^) zakil: Subst. abstract. vom Adjectiv zak, über seine Bedeu- 
tung an dieser Stelle vergleiche das bei ilbal zak unter ^) des folgenden Absatzes 
Gesagte. 



- 119 - 

xchikelezah 1) ramal ma babi cbic Christentbume ; wir werden es za 
ilbal^) re Popo-Yub, ilbal zak pe- Tage bringen, da man schon den 
tenak^) cbaka palo^) j, u tzihoxic^) Popo-Yub (das Bueb des Volkes) 
kamobibal, ilbal zak qazlem ^)'^ cb'u nicbt mehr siebt. Das Bucb der Ge- 
cbaxic. meinde, das alte Baeb, welcbes von 

jenseits des Meeres kam, ^^die Er- 
zählung Yon unserer Finstemiss, 
das alte Buch des Lebens '^j wie es 
beisst. 

Zum Vergleich lasse ich das Vorstehende in der Uebersetzung des 
Jimenez (nach Seberzers Ausgabe) und nachher in derjenigen Bras- 



1) elezah heisst herausnehmen, herausgehen machen. ^} ilbal substant. instnim. 
Tom Yerbalstamro tV, der sehen, mit dem Blick erreichen, dann auch einholen, an- 
treffen, finden bedeutet. Ilbal ist der Ort, wo etwas gesehen oder gefunden wird, 
nnd das Instraroent, womit etwas gesehen oder gefunden wird, z. B. ein Spiegel. 
Die Worte ilbal zak petenah chaka palo sind nicht ganz klar. Erstlich fragt es sich, 
ob die von Br. gegebene Interpunction die ursprüngliche ist, zweitens ist das Wort 
tak schwierig. Im gewohnlichen Sinne bedeutet zak in den QuMchesprachen „ weiss* 
als Farbe, dann „hell, klar, durchsichtig*. Es hat aber noch einen andern Sinn, der 
hier und an andern Stellen des Popol Yuh nach meiner Auffassung der einzig zu- 
lässige und vom Autor intendierte ist, nämlich denjenigen von „vor Alters", entsprechend 
dem spanischen „antiguamente'^, wie es die Indianer, darüber befragt, übersetzen. 
So bedeutet der Ausdruck petibal zak, „vor Alters, in vergangenen Zeiten", spanisch 
„antiguaraente, en tiempos pasados" und ist zusammengesetzt aus dem Substant. 
instrumentale petibal (auch petabal im Cakchiquel), welches „die Ankunft" bedeutet, 
▼on der Yerbalwurzel pet, welche „kommen, ankommen, zurückkommen^' bedeutet, und 
diesem schon erörterten Worte zak. Ein 'ganz synonymer und häufig von den In- 
dianern gebrauchter Ausdruck ist petibal k'ij. Petibal zak würde wörtlich „das Kom- 
men des Lichtes" (ganz concretj, petibal k'ij den „Aufgang der Sonne" bedeuten, 
beide aber haben heutzutage im gewohnlichen Sprachgebrauch die übertragene Be- 
deutung einer weit zurückliegenden Vergangenheit, und in diesem Sinne niuss auch 
»76a/ zak übersetzt werden, es ist „der Ort, wo man das Vergangene sieht oder 
erfahrt", das alte Buch. *) petenak ist das part, perf. pass. desselben Verbalstammos 
pet, und bedeutet „gekommen, ist gekommen, welcher gekommen ist". *) chaka pnlo 
^on der andern Seite des Sees oder Meeres. *j u tzihoxic. Vom v. a. tzihoh, „reden, 
plaudern, erzählen"* (die Indianer übersetzen es durch platicar) kommt da« v. pass. 
teÄoaj, erzählt werden, davon das substantivierte part. fut. pass. tzihoxic „das Kr- 
«ähltwerden werden", die Verkündigung, Erzählung. ^) qazlem ist das Leben, der 
lebende Zustand, die Lebhaftigkeit, dann auch in übertragener Bedeutung, die Quelle 
des Lebens, der männliche Testikel. Der Stamm ist das Ai^joctivurn qaz, lebendig, 
dum auch intelligent. 



- 120 — 

senrs wörtlich folgen. Bei Jimenez laatet dieselbe folgendermassen : 
^Este es el principio de las antiguas historias aquf en el Qaich6.^ 

„Aquf escribiremos y empezaremos las antiguas historias, au prin- 
,,cipio y comienzo de todo lo que fu6 hecho en el Pueblo del Quich6, 
„SU pueblo de los indios Quich6os; y de aqul tomaremos su ser de- 
,,c1arado y manifestado, y su ser relatado, la escondedura y aclaradura 
,,por el formador y criador, madre y padre, que asi se llaman; Hun- 
„ahpu-vuch, Hun-ahpu-uhü *), Zaquinimatzyz, Tepeu, Cucumatz, Ugux- 
„cho, Uguxpalo (nombres 6 atributos que significan: un tirador tacuasin, 
,,un tirador coyote, blanco pizote, Senor, fuerte culebra, corazon de la 
„laguna, el del verde cagete, el de la verde jicara) son llamados. Y 
,,juntamente es dicho y hablado de aquella abuela 6 abuelo que se 
^^llamaban Xpiyacoc y Xmucane, nombres propios amparadores y cubri- 
,,dores, dos veces abuela, y dos veces abuelo son dichos en las historias 
„quich6es, que communicaron todo con lo que hicicron despues en el 
,,estado de la claridad y en la palabra de la claridad. Esto escribire- 
„mos ya en la ley de Dios en la cristiandad, los sacaremos, porque ya 
„no hay libro comun, original donde verlo. De la otra parte de la mar 
,,es venido, donde se ha visto, que es dicho su ser ensenada nuestra 
^obscuridad con la miradura de la clara vida." 

Der im Spanischen versierte Leser wird sich vergeblich bemühen, 
aus der gegebenen Stilprobe, welche stark an die Ausdrucksweise des 
Ritters de la Mancha erinnert, einen vernünftigen Sinn herauszubringen. 
Sehr grosses Unrecht aber würde er den Indianern thun, wenn er 
glaubte, Vorstehendes für eine richtige, wort- und sinngemässe Ueber- 
tragung des indianischen Textes nehmen zu müssen. Solche Ver- 
worrenheit ist der indianischen Denk- und Ausdrucksweise fremd, so 
lange sie sich auf ihrem eigenen Gebiete bewegt; erst die Geistlichen 
haben durch ihre Uebersetzungen christlicher Texte in die indianischen 
Sprachen die Phrase in dieselbe hineingebracht, indem sie eine Menge 



*) Jedenfalls falsch aus dem MS. des Jimenez copiert für utiu „der wilde 
Hund, Coyote". 



— 121 — 

neaer, Tielleicht grammatikalisch richtig gebildeter, aber absolat ange- 
bräodilidier Worte erfanden, welche den Indianern nea und unTerständ- 
lieh waren, die sie aber aaswendig und Yerstandnisslos herzaplappem 
von den Geistlichen gezwungen worden. IHe Padres zwängten £e 
imfianiBchen Sprachen in Formen hinein, welche ihrem Geiste ginzlicfa 
fremd waren, und Termeinten, indianische Klassiker zu sein, wenn sie 
ihre Tomübangen auf dem künstlidi nach den Regeln des Elosteriatein 
gebildeten Bau bis za schwindelhafter Höhe trieben. Wenn man hent- 
zutage einem intelligenten Indianer ein 8fäck dnes Ton den Priestern 
erbaulich componierten „Sermon^ vorliest, schüttelt er den Kopf und 
sagt : ,,paeB, no hay eso en lengna, sera lengua de los calpnles,^ d. h. 
^dergleichen ^bt es nicht in meiner Sprache, es wird diess die Sprache 
der Calpalea sdn."" Mit Calpnles^) aber werden heutzutage von den 
Indianern die A ehesten der Gemeinde bezeichnet, deren Au%abe unter 
Anderm ist, an den Festtagen an den Kirchenthüren zu stehen und 
unTerstäiidliche, lange Geschichten zu redtieren, von denen man glaubt, 
da» es Bmchstöcke der alten indianischen Geschichte sind, über die 
aber ^^mand etwas Genaues weiss. 

BrMseur^s Uebersetzung des oben gegebenen Textes lautet wie 
folgt: 

yVoici Torigine de TancieDne histoire (du pajs) ici appele Quiche. 

Ici nons ecrirons et nous conmiencerons Thistoire d^autrefois, le 
principe et Torigine de tout ce qui s^est fait dans la clte du Quich^, 
dans les tribus de la nation quichee : 

Yoici donc que nous amenerons la manifestation, la decouverte et 
TeclatCTient de ce qui etait dans Tobscurit^, ToBUTre de son aurore par 
la Tolonte du Createur et du Formateur, de Celui qui engendre, de 
Cehii qui donne Tetre, et dont les noms sont : ün Tireur de Sarbacane 
aa Sarigoe; ün Tireur de Sarbacane au Chacal, le Grand Blanc Pi- 
queor (d'^pines), le Dominateur, le Serpent oouvert de Plumes, le Cceur 



*; Vom mexikiui. calpulli. womit fin Complex xerwandter FamiUcn bezeichnet 
wurde. 



122 



des Lacs, le Coeur de la Mer, le Mattre du PlanispMre verdoyant, le 
Mattre de la Surface azurne. 

C'est aiasi qu'on Domme, qu'on chante et qu'on c61^bre ensemble 
ceux (qui sont) la Grand'mere et l'Aieul, dont le nom est Xpiyacoc, 
Xmucane, Conservateur et Protectrice ; deux fois grand'möre, deux fois 
a'ieul ; ainsi qu'il est dit dans les histoires quich6es : de qui on racon- 
tait tout avec ce qu'ils firent ensuite pour la prosp6rit6 et la civili- 
sation. 

Voilä ce que nous ecrirons depuis (qu'on a promulgu6) la parole 
de Dieu, et en dedans du Christianisme ; nous le reproduirons, parce 
qu'on ne voit plus ce Livre national, oü Ton voyait clairement qu'on 
6tait venu de l'autre cöte de la mer (c'est-ä-dire) „le recit de notre 
existence dans le pays de Tombre, et comment nous yimes la lumi^re 
et la vie^ ainsi qu'il est appele.** 

Nach dem oben Bemerkten ist dieser Uebersetzung Brasseurs nichts 
mehr beizufügen, es genügt gezeigt zu haben, wie sehr der Popol Yuh 
einer neuen, von vorgefassten Meinungen freien, Uebersetzung bedarf 
und wie vorsichtig man in seiner Auslegung sein muss, wenn man hiezu 
nicht den indianischen Text, sondern die beiden bis jetzt vorhandenen 
üebersetzungen benützen will. Brasseur gieng später in seinen ge- 
wagten Hypothesen noch viel weiter, und seine „Quatre lettres sur le 
Mexique" sind ein betrübendes Zeugniss der Verirrungen, in welche selbst 
ein gross angelegter Geist gerathen kann, wenn er einer ihn beherr- 
schenden Idee zu Liebe den Boden einer gesunden. Schritt für Schritt 
prüfenden Kritik verlässt. Wie dem aber auch sei, Brasseur hat das 
bleibende Verdienst, den Popol Vuh und so manches andere Document, 
das ohne ihn für uns wohl verloren wäre, allgemein zugänglich ge- 
macht zu haben, und lange wird es dauern, bis ein Zweiter in gleicher 
Weise seine beste Kraft und die besten Jahre seines Lebens mit dem- 
selben unermüdlichen und opferfreudigen Enthusiasmus an eine so schwie- 
rige und fast hoffnungslose Lebensaufgabe, wie die Urgeschichte Mittel- 
amerikas, setzt, wie Charles Brasseur de Bourbourg! 



— 123 — 



17. Die Indianer von St. Miguel Uspantan. 

Literatur. 

Bloss Jiian'08 erwähnt in seiner Aufzählung der Sprachen Guatemala^s der 
TJspanteca als besonderer Sprache, ohne sie weiter zu characterisieren. 

lY. der ethnographischen Karte. 

Um die Stellung der von Juarros angeführten Uspanteca bestimmen 
zu können, hielt ich mich im April dieses Jahres einige Tage im Dorfe 
San Miguel Uspantan, der einzigen Localität, wo diese Sprache geredet 
wird, auf. Es gelang mir, ein gutes Yocabular derselben aufzu- 
nehmen, von welchem ein Theil in der vorstehend gegebenen verglei- 
chenden Zusammenstellung der Maya-Sprachen reproduciert ist. 

Es ist daraus leicht zu ersehen, dass die Uspanteca dem QuHch6 
nahe steht, und als Zweig desselben zu betrachten ist, obwohl die Ein- 
wohner von Uspantan ihre Sprache als vom Qu'ich6 verschieden ansehen. 
Die Verschiedenheiten sind allerdings, wie aus den Conjugationen her- 
vorgeht, tiefgreifend genug, um der Uspanteca eine selbstständige Stel- 
lung zu wahren. 

Die alte Stadt von Uspantlan, deren Gebiet zur Zeit der Ankunft 
der Spanier eine eigene, obwohl dem Qu'ich6-Könige tributpflichtige 
Herrschaft bildete, wurde im J. 1530 nach blutigem Widerstand von 
den Spaniern erobert und nach altem Brauch zerstört. Diejenigen ihrer 
Emwohner, welche dem Tod in der Feldschlacht entronnen waren, 
worden mit dem königlichen Eisen gebrannt, und zu Sclaven gemacht^). 



^) Cf. Juarros und JosS Milla. 



— 124 — 

Die Ruinen dieser einst volkreichen Stadt liegen eine halbe Legua vom 
heutigen San Miguel Uspantan entfernt, auf einer Anhöhe, gänzlicher 
Vergessenheit anheimgegeben. Das jetzige Dorf Uspantan ist klein und 
unbedeutend, und es ist wahrscheinlich, dass in nicht mehr ferner Zeit 
seine Sprache sich ganz mit dem Qu'ich6 vermischen werde. Es leidet 
nämlich empfindlichen Mangel an heirathsfähigen Weibern, wesshalb 
die Männer von Uspantan häufig genöthigt sind, sich ihre Frauen aus- 
wärts zu suchen. Sie wählen dieselben in diesem Falle, wie es scheint, 
ausnahmslos in dem ziemlich entfernt liegenden kleinen Dorfe Chiqui- 
mula, nördlich von Totonicapan. Diese Frauen reden reines Qu'iche 
und ist also, wenn die Kinder die Sprache der Mutter lernen und fort- 
pflanzen, Gelegenheit zu ausgedehnter Einbürgerung des Qu'ich6 ge- 
geben, wodurch das alte Idiom von Uspantan, welches, trotz der nahen 
Verwandtschaft und vielfacher Uebereinstimmung der meisten Wort- 
stämme dem Qu'iche gegenüber manche alterthümliche und diesem 
fremde Formen bewahrt hat, vielleicht schon in der nächsten Generation 
im Qu'ichd aufgegangen sein wird. 

Die in Uspantan eingebürgerten Frauen von Chiquimula behalten 
ihre Tracht, an welcher namentlich der dunkle, schwarzblaue Huipil 
(hemdartiger Ueberwurf) auffällt, bei und sind dadurch auf den ersten 
Blick von den eingebornen Frauen des Dorfes zu unterscheiden. Inte- 
ressant war mir dies in Uspantan herrschende Verhältniss besonders 
dadurch, weil darin gleichsam eine Illustration des Falles lag, wo die 
Frau eine andere Sprache redet, als der Mann. Es wäre, da diese 
Heirathen zwischen Männern von Uspantan und Frauen von Chiquimula 
noch kein Jahrzehnt alt sein sollen, höchst interessant, die Sprache von 
Uspantan von Zeit zu Zeit, vielleicht alle fünf oder zehn Jahre, zu 
untersuchen, um zu constatieren, welche von den beiden Sprachen die 
Oberhand behält. 

Weit mehr, als bei den einfachen Wortstämmen, macht sich der 
Unterschied der Sprache von Uspantan gegenüber dem QuMch6 in den 
Conjugationen geltend, wofür folgendes Beispiel genügen möge. 



— 125 — 



Dautseh 


Uspantoca 


Onieb« 


ich bin in meinem Ebiuse 
da bist in deinem H. 
er ist in^einem H. 
wir sind in nnsem H. 
ihr seid in enem H. 
sie sind in ihren Häusern 


in vin Iaj4 chi vichoch 
at Tat laj& chavichoch 
ri Ti laj& chi richooh 
oj vuoji laj& chi kichoch ak 
atak Tiiataklaj& chavichochak 
ri yi laj& chi richochak 


in c^o chi Tuochoch 
at c^o chaynochoch 
are c'o chi rochoch 
oj 0^0 chi kochoch 
ix c'o chiTuochoch 
je c'o chicochoch 



Als Stilprobe der Sprache von Uspantan mögen femer die üblichen 
Begrüssnngs- und Abschiedsformeln anfgeführt werden. 
A : ehaeh kaj, tzin &vaich qnita nak iayaj. 

Ave Maria, wie geht es dir, bist du gesund? 
B : Tzaj, oquen laj&, cubaren, tzi {nvuich, c^amo, quita nak inyaj, 

c'am6, oquen laj4. 

Komm herein, setze dich, ich bin gesund, danke, es fehlt mir 

nichts, komm herein und nimm Platz. 
Beim Abschied wird folgende Rede gewechselt: 
A : [Yaya] il &vib, at ki yun chabej. 

Nun denn (spanisch vaya), trage Sorge zu dir, ich kam bloss, 

um mit dir zu reden. 
B : G'am6 chinchabejic, il Ävib at calÄ jat kajat. 

Besten Dank, dass du mich besucht hast. Trage auch Sorge zu 

dir dort draussen. So leb denn wohl. 
A : Buanak. 

.Lebe wohl. 



— 126 — 



18. Die Cakchiqueles. 

Literatur. 

iFr, Francisco Jitnenez, Arte de las tres lengaas Cakchiquer, Quich6 y 
Tzntuhil. 

Cit. bei Brasseur, bist, du Mexique t. I Ko. 28. 

Fr, Fanlcdeon de Guzman. Libro intitulado Compendio de Nombres en lengua 
Cakchiquel y significados de Yerbos por imperatiyo y aousaÜTOS reciprocos. 
en 12 tratados 1704. 

MS. cit. im Catalog von Squiers Bibliotbek. 

Fr, lldefonso Joseph Flo^-es, Arte de la lengaa metropolitana del reyno Cak- 
cbiquel 6 guatemalico. Gaatem. 1753. 

Fr, Estevan Torresano. Arte de la lengua Cakcbiquel. 1754. 

Das Original-Mannscript in der National-Bibliothek zu Paris. 

Vocabulario en lengua Castellana y Guatemalteca que se Uama Cakcbiquelclii. 
MS. cit. im Catal. von Squiers Bibliothek. 

Vocabulario copioso de las lenguas Cakchiquel y Kich6. 

Scherzer, Sprachen der Indianer Central-Americas : Sprache der Indianer von 
Santa Maria am Fusse des Wasservulkans. 
Sitzgsber. der kais. Acad. der Wiss. 1855. 

Brasseur erwähnt in seiner Hist. du Mexique (t. I.) noch folgende in 
seinem Besitz befindliche Cakchiquel-MSS. 

2io, 9, Manuscrit Cakchiquel, ou MimoricU de Tecpan Atitlan (Solold). „Ce 
7,document curieux commence par des memoriaux et quelques notices 
^gen^alogiques sur les princes de la iamille royale du Cakchiquel. 
^L^histoire ouyre ensuite avec la cr6ation des hommes, qui ne paratt 
^dtre qu^un abr6g6 du Manuscrit Quich6 (Popol Yuh), mais aveo des 
^details que n*o£fre pas ce demier. Les longs alin6as qui suivent sont en 
^partie tranapos^s et appartiennent evidemment k des ouvrages diff^rents, 
^dont ils ne sont que des extraits. L^histoire des princes cakchiquels et 
^de la revolution qui les forga a se s6parer du Quich6, pour se cr6er 
^un royaume ä part k Iximche ou Tecpan-Guatemala, en occupe une 
flgrande partie. L'auteur y donne des details carieux sur Tentr^e des 



— 127 — 

„Espagnols dans cette capitale, dont il fut t^moin oculaire, ainsi que 8ur 
^les ^y^nements subs^qaents, jusqu'^ Pentier Etablissement du christianisme. 
^Le style de Pourrage est yari6 et pittoresqoe et renferme parfois des 
npassages fort anim^s. L^auteur, Don Francisco Emandez Ärana Xahild, 
jfäes princes Abpotzotziles de Guatemala, Etait le petit-fils dn roi Hunyg 
^qai monnit de la peste, cinq ans ayant que les Espagnols eussent mis 
„le pied dans cette contr6e, en 1519. Le MS. continae, de la main da 
«m^me anteur, jusqu^en 1582. Don Francisco Diaz Gebata Qneh, de la 
„m^me famille, le reprend k cette Epoqne et le möne jnsqn^en 1597. 
^Les demiers feuilles manquent.^ 

Es ist sehr za bedauern, dass Brasseur dieses werthyoUe Manuscript 
nicht ebenso wie den Popol Yuh, im Originaltext publiziert hat. Einst- 
weilen kennen wir es nur aus den in Brassear^s Arbeiten eingestreuten 
Bemerkungen und Auszügen. 

Xo. 24. Sermons et pan<^gyriques en langue cakchiqu^le par le p^re Franc. 
Maldonado, franciscain. 1671. 

No, 31. Vocabulario Kichi y Cakchiquel. 
„MS. de plus de 200 feuillets in i^^ 

Xo. 32. Bocabulario de la lengua Cakchiquel, Arte de la lengua Cak- 
chiquel. 

„MS. fort oomplet de SOO feuillets in 4P sans nom d^auteur.*^ 

No. 33. Vocabulario de la lengua Cakchiquel compuesto por el padre fr. 
Alonzo de Santo Domingo. 

„MS. tr^s complet de 140 feuillets in 40." 

Von dieser Sprache, mit der ich mich während meines Aufenthaltes in 
Guatemala am eingehendsten beschäftigen konnte, habe ich eine voll- 
ständige Grammatik und ein Wörterbuch von gegen 10,000 Worten zu- 
sammengebracht, welchem das im vergleichenden Vocabular gegebene 
Material entstammt. 
XI der ethnographischen Karte. 

Synonyme der Cakchiquel-Sprache : Lengua Achi (Fuentes, Palacio). 
Cuahutemalteca ? (Palacio). Kacchikil (Vater). Chacciquel (Thomas 
Gage). Pupulnka Eatschikel (Scherzer). Cakchiquelchi. 

Ueber die Eroberang des Cakchiqael -Reiches vergleiche man die 

Geschichtswerke von Faentes, Juarros, Garcfa Pelaez, Brasseur de Bour- 

boorg und Jos^ Milla. 

Umfang des Cakchiqnel-Oebietes. Es umfasst dieses die ^ AUos'^ 
oder Gebirgsgegenden des Depart. Solold, ferner den grösston Thoil dos 
Depart Chimaltenango, das Depart. Sacatopoquoz und orstrockt sioii 



— 128 — 

endlich in einem schmalen Streifen über Santa Lucia Cozumalhuapa in 
die westliche Tiefebene hinab. 

Im Norden wird es demgemäss vom Qu'ich6 und Pokomam, im 
Osten Ton Pokomam und Pipil von Escuintla, im Westen yon der 
kleinen Sprachinsel der Tz'utujiles and vom Qu'ich6 begrenzt. 

Die Ortschaften, in welchen die Cakchiquel-Sprache gegenwärtig 
noch gesprochen wird, sind die folgenden: 

Tecpam Guatemala, in dessen Nähe die Ruinen von Iximch6, *) der 
alten Hauptstadt der Cakchiquel-Könige, gelegen sind, S0I0I&, die Ort- 
schaften am Nordufer des Sees von Atitian, wie Panajachel etc., femer 
Patzun, Patzicia, Chimaltenango, Zumpango, S. Juan Sacatepequez, San 
Pedro Sacatepequez; Santa Maria am Fusse des Yolcan de Agua, 
Alotenango, Acatenango, San Juan Obispo in der Nähe von Antigua, 
Santa Lucia Cozumalhuapa. 

Verschiedene der genannten Ortschaften zeigen gewisse Eigenthüm- 
lichkeiten in ihrer Sprache, welche sie von den übrigen unterscheiden. 
So ist zum Beispiel die Sprache der alten Herrschaft Papuluka, wozu 
das heutige San Juan Sacatepequez gehörte, dadurch von dem Reste 
der Cakchiquel-Dörfer verschieden, dass das kurze a einsilbiger Wörter 
und ebenso das a gewisser Endsilben eine Art Umlaut erfährt und dem- 
nach ausgesprochen wird wie der russische Laut »yerry*,^) oder in 
andern Worten, wie ue, z. B. jal, der Maiskolben, lautet in der Sprache 
von San Juan jöl, d!c, die Henne, lautet o^c, cumatZj die Schlange, wird 
in San Juan cumuetz ausgesprochen, mesabal, der Besen, lautet mesahuel 
u. s. f. 

Die Cakchiquel-Sprache ist eine der Lenguas Metropolitanas, wie sie 
von den spanischen Grammatikern genannt wurden, d. h. der Sprachen 
der Hauptstädte oder Eönigshöfe, wozu das Qu'ich6, das Tz'utujil und 



*) IximchS bedeutet nicht, wie gewohnlich irrthümlioh angenommen wird, die 
Maisstaude, sondern einen Baum, den die spanisch redenden Mischlinge «Bamon* 
nennen. Die Maisstaade heisst «avuen*^ im Cakchiquel. 

^) Zwischen o und ü liegend, in dieser Arbeit durchweg durch o ersetzt. 



— 129 — 

Gakchiqael, nach den Hauptstädten Utatlan, Tecpam und Atitlan, ge- 
rechnet wurden. 

Nachfolgende kurze Skizze der Grammatik des Cakchiquel mag dem 
Leser einen Begriff von dem Bau der Sprachen Ton Guatemala, soweit 
sie der Maya-Familie angehören, gehen, da sie alle in ihren Grund- 
regeln im Wesentlichen Qhereinstimmen. Es ist bei dieser Skizze des 
leichtem Yers&ndnisses halber das beim vergleichenden Yocabular durch- 
geführte Alphabet angewendet. Da die alte Grammatik des Padre Flores 
die Sprache yon Santa Maria zum Vorwurfe hat, so gebe ich im Fol- 
genden diejenige von San Juan Sacatepequez. 



Grammatikalische Skizze der Cakchiquel-Sprache von S. Juan 

Sacatepequez. 

§ 1. Als Artikel wird die Partikel ri gebraucht, entweder allein 
oder vor den Possessivpronomina. Wenn man einen Indianer nach 
einzelnen Worten befragt, so gibt er selten den nackten Wortstamm, 
sondern verbunden entweder mit dem Artikel ri (vor Yocalen r') oder 
mit einem der besitzanzeigenden Fürwörter, was namentlieh bei vocalisch 
anlautenden Worten leicht Verwirrung verursacht, oder endlich, er ver- 
bindet sie mit beiden zugleich. 

ru ka seine Hand, oder n ru l^a^ 
nu joUm mein Kopf, oder n nu jolon, 
vu achö^) mein Haus oder ri vu achö» 

§ 2. Eine Dedination fehlt, ebenso besondere, den Casus andeutende 
Partikehi. 

ru tat ri vu achijü, der Vater meines Gatten, wörtlich : sein Vater 
der mein Mann. 

Durch das voraufgehende pron. poss. und die Stellung wird für 
das Wort achijü hier schon der Genitiv involviert. 



^) In andern Cakohiqael-Dörfern wird, statt achö, ochoch gesagt. 

Stoll, Ethnographie Ton Guatemala. 9 



— 180 — 

§ 3. Der Plural wird nnr bei menschlichen Wesen angedeutet, und 
zwar bei den meisten durch yoraufgehendes i und nachfolgendes a, hei 
andern, die nur durch den Gebrauch zu lernen sind, durch vor- und 
nachgesetztes «^ 

ajitz der Zauberer iajitzd die Zaubwer, 
ajtzih der Schreiber iajtstihd die Schreiber, 
ajmac der Sünder iajtnaqui die Sünder i), 
ixok die Frau ixM die Frauen. 

§ 4. Bei einigen Adjectiven wird der Begriff der Mehrheit durch 
Anhängung der Silbe ak bezeichnet. 

nim , gross nimak ^osse. 

§ 5. In anderen Fällen bezeichnet die dem Nomen vorgestollte 
Partikel tak den Plural. 

jpa che nach dem (einzelnen) Baume hin, 

pa tak che nach den (vielen) Bäumen hin, d. h. in den Wald. 

§ 6. Das GFesdhlecht wird nur bei Thieren besonders besEeichnet 
\fiA zwar in der B^el durch Yorsetzung von achij für das mänBÜche 
und ati für das weibliche Geschlecht, z. B. 

achij bdla der Löwe, 

ati bdla die Löwm, 

achij mes der Kater, 

ati mes die Ejitze. 

§ 7. Im Cakchiquel, wie in anderen Sprachen der Maya-Familie, 
braucht der Mann zur Bezeichnung seiner nächsten Verwandten in 
einigen fUllen andere Worte, als die Frau, während in den übrigen 
Lebensverhältnissen die Sprache der Männer und Frauen übereinstimmt. 

So nennt z. B. in der Maya von Yucatan der Mann seinen Sohn 
tnefen, die Frau sagt al. 

In der Mame nennt der Mann seinen Schwager baloc^ die Frau den 
ihrigen itzam. 



*) Der Sprache von Santa Maria fehlt das Yorstehende i, also : q/itzd, c^f'tzibd, 
ajmaqui. 



— isi — 

In der Huasteca nennt der Mann seinen Sohn aiic, die Ftmi aber 
sagt tarn. 

Im Cakchiquel endlich nennt der Mann z. B. seinen äitem Bruder 
mmol, den jungem eka^k. Die Frau aber sagt Ton ifarem ältesten 
Bruder xünd, yom jttngem cf^uH xibal. 

Es sind jedoch gerade die Yerwandtschaftsbezeichnn^gen eines der 
schwierigsten Capitel im Yerkehr mit den Indianern, da ihnen häufig 
entweder die entsprechenden spanischen Ausdrücke nicht geläufig sind, 
eder da sie die indianischen in ihrer ursprünglichen Bedeutung vergessen 
haben, und so denselben Ausdruck für ganz verschiedene Verwandtschafts- 
grade angeben. Ein Studium der betreffenden Parthie des oben ge- 
gebenen vergleichenden Yocabular's zeigt leicht die Yerwirrung, die sich 
da vielÜEUih eingeschfichen hat 

§ 8. Eine Anzahl von Substantiven, namentHdi Yerwandtschafts- 
namen, bilden eigenthümliche, erweiterte Formen, deren Anwendung 
ziemlich willkürlioh scheint, immer aber enie gewisse Feierlichkeit oder 
Zärtikfakeit in rieh sehliesst, z. B. 

aeldj, Mann, männlich, davon achijil, der Qatte, und davon die 
erweiterte Form achißlaxel. 

ixjaüj die (verheirathete) Frau, davon die erweiterte, synonyme 
Form i^aäaxeL 

Diese erweiterten, häufig reverentialen Wortformen wurden vorzugs- 
weise von den Gütlichen cultiviert und in die indianische Eirchensprache 
angenommen. So ist Dioa Tataixel für Gott Yater, Dioa Uxlabixel 
für den heiligen GteÄBi (von uxld der Athem, Hauch) von den Geistlichen 
worden. 



§ 9. Die Adjective sind unveränderlich, sie werden dem entsprechen- 
den Nomen und dessen Possessivpronomen vorgesetzt, ausser wenn das 
Hauptwort durch Zahlwörter genauer bestimmt wird. 

mm nu jaiy mein grosses Haus, 
cWutin ru xQxü ihr jüngerer Bruder, 
aber: jun acht tiqj ein fetter Mann. 



— 182 — 

Steht ein Adjectiy hinter seinem Nomen, so ist das Hülfszeitwort 
„sein'', welches als selhstständiges Yerb dem Cakchiquel fehlt, implicite 
yerstanden, z. B. 

vu akan echakel heisst nicht „meine nassen Füsse^, sondern 

,,meine FQsse sind nass'^. 

§ 11. Der Plural der Adjective, besonders wenn sie als Prädicative 

auftreten, wird häufig durch vorgesetztes e bezeichnet, yergl. im vorigen 

Beispiel 

chdkel nass plur. e chakel, 

§ 12. Das den Zahlwörtern häufig vorgesetzte e impliciert das 
Hülfszeitwort sein, z. B. 

caß vier e caß es sind ihrer vier. 
vuoö fünf e vuoö es sind ihrer fönf. 
Ebenso findet sich e als Pluralzeichen vor Participien, z. B. 
von petinök gekommen epetinök sie sind gekommen, 
benök gegangen ebenök sie sind gegangen. 

§ 13. Von den Stämmen einiger Adjective werden erweiterte 
Formen gebildet, z. B. 

cöu hart, erweiterte Form covilöj, 
utz gut, erweiterte Form utzilöj. 

§ 14. Ein Comparativ fehlt, dagegen wird eine Superlative Form 
der Adjective durch Vorsetzung der Partikel Arate, sehr, oder durch 
Verdoppelung, selbst Verdreifachung des Adjectivs gebildet, z. B. 
utz gut katz utz oder utz utz sehr gut, 

cöu hart katz cöu oder cöu cöu sehr hart. 

Vergleiche, wie z. B. mein Vater ist besser als dem Vater, sind der 
Denkweise des Cakchiquel-Indianers durchaus fremd. Werden sie dennoch 
von ihm verlangt, so hilft er sich mit der spanischen Sprache und sagt : 
nu tatÄ mos utz que atatd. 

§ 15. Eine andere Art, Intensitäts- oder Superlativformen bei 
Adjectiven zu bilden, besteht in der Vorsetzung der Silbe cu (vermutblich 
ein Rest des Adjectiv cöu hart, stark). 



— 133 — 

z. B. papoj aufrecht, senkrecht, steil 

cupapoj sehr steil 

Uid>etzoj dickflüssig 

cutzebHzoj ganz oder sehr dickflüssig. 

§ 16. Von Fürwörtern kommen folgende Tor: 

a) Persönliche Fürwörter. 

Sie stehen Tor dem Zeitwort, werden aber, &lls nicht besonderer 

Nachdruck darauf liegt; in der Umgangssprache meist weggelassen, etwa 

wie im ItalienischeD. 

ytn ich 

rat du (aus ri at) 

ri jd oder re jd er 

mj wir (aus ri qj) 

rix ihr (aus ri ix) 

ri ji sie. 

Dieselben bilden die Accusative: 

vi mich 

avi dich 

ri ihn, sich 

ki uns 

ivi euch 

gui sie, sich. 

In Verbindung mit einem Adjectiv includieren diese persönlichen 

Fürwörter den Begriff einer Wesenheit oder eines Zustandes, also das 

Hülfszeitwort ,sein* unserer Sprachen. 

yin tUz ich bin gut 

rat ixok du bist eine Frau 

ri jd itzel er ist böse. 

b) Besitsanaeigende Fürwörter. 

* 

Sie sind yerschieden, je nachdem sie vor yocalisch oder consonantisch 
anlautendem Hauptwort stehen. 



— 134 — 

a. Vor Tocalischem Aolant, z. B. mit achö Haus, lauten sie: 

vu-achö mein Haus 

avu-achö dein Haus 

r-achö sein Haus 

k'Ochö rqj unser Haus 

ivU'Ochö rix euer Haus 

C'Oehö ri jS ihr Haus. 

Meist werden im Plural, seltener im Singukr, hinter dem Substantiv 
noch die persönlichen Fftrwörter der betreffenden Personen gesetzt: 
k'ochö roj „unser Haus Ton uns^. 

ß. Vor consonantisch anlautenden Substantiven werden folgende 
Pronomina poss. gebraucht, Beispiel mit tzH^ Hund: 

nU'ts^i mein Hund 

ri a-ts^i dein H. 

kortzH roj 
ri i'ts^i rix 
qui'izH riß. 

Die Pron. poss. werden in der Denkweise des Indianers mit ihrem 
Nomen zu einem einheitlichen Begriffe fest verbunden, welchen selbst, 
wie oben gezeigt, das Adjectiv nicht zu lösen vermag, sondern diesem 
wird seine Stellung vor dem Fürwort angewiesen. 

c) Von demonstrativeii Fürwörtern 

sind folgende im Gebrauch: 

re ... re dieser, diese, dieses (auch bloss re, nachgesetzt). 
z. B. re achi re dieser Mann 
re achid re diese Männer 
rejun dieser 

lajun jener, z. B. lajun ixok jene Frau. 



— 135 — 

d) Fronomina interrogativa. 

köx? was, wozu? 

höxchiqui? wer? 
z. B. köxehiqui achi re? Wer kt jener Mann? 

e) Unbestimmte Fürworter. 



jun einer, irgend ein 

jujun jeder 
num jun oder majun keiner 
jun ehie ein anderer. 



§ 17. Das Zahlen-System war, wie in allen Mayasprachen, in frühem 
Zeiten im Cakchiquel sehr ausgebildet; die alte Grammatik des Padre 
Flores fuhrt z. B. die Cardinalzahlen bis auf 104,000 durch. 

Der Verkehr mit den Weissen und die Berührung mit der spanischen 
Sprache hat indessen in das alte indianische Zahlensystem eine «npfiud- 
liche Unordnung gebracht. 

Erstlich werden von vielen Indianern den hohem Zahlen der 
indianischen Sprache einfach die spanischen Worte substituiert, so dass 
namentlich die Weiber und die jüngere Generation kaum mehr bis 100 
in ihrer Sprache zahlen können. Unter den Männern habe ich keinen 
getroffen, der in indianischer Weise über 1000 hätte zählen können. 

Zweitens aber hat die spanische Sprache auch in der Weise zer- 
setzend eing^riffen, dass viele Indianer, allerdings mit indianischen 
Worten, aber auf europäische Art zählen. Nach der alten Zählweise 
wurde nämlich yon 20 zu 20 bis auf 40 gezählt. 41 aber wurde aus- 
gedrückt als 1 gegen 60 hin und so fort bis 80. 81 war wiederum 
1 gegen 100 hin und so fort. 

Diese Art zu zählen kommt allerdings heute noch, namentlich bei 
altem Indianem und in Gegenden, die in geringer Berührung mit der 
spanischen Sprache geblieben sind, vor, gewöhnlich aber wird auch noch 
von 40 an wdteigezählt 41, 42 etc. wie im Spanischon. 



— 136 — 

Um diess zu illustriren, stelle ich hier die alte und die hispanisierte 
Zahlenreihe von 40—80 nebeneinander; für die übrigen Zahlen des 
Cakchiquel sehe man das yergleichende Yocabular. 





Altes Cakchiquel. 


Neues Cakchiquel. 


40 


ca-yinak 


ca-yinak 




41 


jnn r-oxc'al 


ca-rinak-jun 




42 


caf r-oxc'al 


ca-vinak-caf 




43 


0x1 r-oxc'al 


ca-vinak-oxi 




44 


cajf r-oxc'al 


ca-Yinak-caji 




45 


vo6 r-oxc'al 


ca-yinak yuo6 




46 


Yuakaki-r-oxc^al 


ca-yinak ynaki 




47 


vukii r-oxc'al 


ca-yinak ynkt'i 




48 


Yuakxakf-r-oxc^al 


ca-yinak vuajxaki 




49 


belej6 r-oxc'al 


ca-vinak belej6 




50 


lajuj r-oxo'al 


ca-yinak-lajoj (oder) nic'aj 


ciento *) 


51 


ju lajuj r-oxo'al 

1 


ca-yinak-juyilajuj 




52 


cablajuj r-oxc'al 


ca-yinak-cablajuj 




53 


oxlajuj r-oxc'al 


ca-yinak-oxlajuj 




54 


cajlajuj r-oxc'al 


ca-yinak cajlajuj 




55 


Yuolajuj r-oxc'al 


(^yinak-yuolajuj 




56 


Yuaklajuj r-oxc'al 


ca-yinak-yaklajuj 




57 


Yuklajuj r-oxcal 


ca-yinak-yuk1ajuj 




58 


Yuakxaklajuj r-oxc'al 


ca-yinak-vuajxaklajuj 




59 


belejlajuj r-oxc'al 


ca-yinak-belejlajuj 




60 


oxc'al 


ox-ylnak (oder) oxc'al 




61 


junru-jnmu'ch 


ox-vinak-jun 




80 


jumu'ch 


caj-ylnak (oder) jumu'ch 





Conjugation. 

§ 18. Die alten Grammatiker haben das Möglichste gethan, um das 
Cakchiquel-Zeitwort der yoUständigen Conjugation eines lateinischen 
Yerbums anzupassen und wenn sie im Griechischen und Sanskrit besser 



*) Nic'aj heisst die Mitte oder Hälfte von etwas. Ciento ist spanisch für 100. 



— 137 — 

bewandert gewesen wären, so hätten wir ohne Zweifel Aoriste, Con- 
ditionale und Precatiye für Parasmaipada und Atmanepada überliefert 
bekommen. Diese Anflassnngsweise des indianischen Zeitworts ist eine 
ganzlich irrige und hat nur dazu gedient, eine an sich einfache und leicht 
zu beherrschende Materie yerwickelt und schwer yerständlich zu machen. 

§ 19. Das Hilfszeitwort «sein*, sum, fui, esse, fehlt dem Cakchiquel. 
Der Begriff desselben ist schon in den Fürwörtern enthalten, yin be- 
deutet ich und ich bin. köxchiqui lajun? wer ist jener? rat köx 
rat? wer bist du? 

§ 20. Dagegen besitzt das Cakchiquel ein anderes Hülfszeitwort 
von ausgedehntem Gebrauch, nämlich c'q;, mit ^Jemandem sein*', „sich 
irgendwo befinden^, dann aber auch ^haben*, „besitzen*. 

yin <^oj riqu'in vuachijil ich bin bei meinem Manne 

re jd QCf^oji chi kachö er war in unserm Hause. 

xe ru john ^qf er hat nur einen Kopf. 

Im Präsens wird c^cj ohne Yerbalprsefix ein&ch dem Personal- 
pronomen nachgestellt. 

Fradsens. 

yin (^oj ich bin oder ich habe 
rat <foj du bist oder hast 
rijd ifcj er ist oder er hat u. s. w., 
im PrsBteritum und Futurum hingegen wird c'oj mit den diesen Zeiten 
eigenthümlichen Yerbalprsßfixen conjugiert, wobei die erweiterte Form 
c^qjS gebraucht wird. 

Fradteritom. 

xi^qji ich war oder hatte 

X€Hfqji du warst oder hattest (bei Flores: xatc'oj^) 

X'C^oji er war oder hatte 

xoj'C^cji wir waren oder hatten 

xix-t^qji ihr wäret oder hattet 

xe-ifoß sie waren oder hatten. 



— 138 



Futurum. 



xqui'C^oß ich werde sein oder haben 

xca-ü^oji du wirst sein oder haben (Plores: xcatc'oj6) 

ati'C^qjS er wird sein oder haben 

xhu't^qji wir werden sein oder haben 

xquix-^cji ihr werdet sein oder haben 

xque-e^€J4 sie werden sein oder haben. 

Imperativ. 

ca-c^qjh chiri bleibe dort 

ti'C^oji chiri er soll dort bleiben 

quiX'C^oji chiri bleibt dort 

que-c^oje chiri sie sollen dort bleiben. 

Diess sind die einzigen einfachen Zeitformen, obwohl in Verbindung 
mit andern ßedetheilen noch andere Begriffe ausgedrückt werden können, 
z. B. kann man <^oßm\i dem Zeitwort „wollen" und der, einen Wunsch 
oder Möglichkeit ausdrückenden Partikel töj (Flores : taj) verbinden, um zu 
sagen : ,,ich wollte oder möchte dort sein". In diesem Falle erhalt c'(>;Vauch 
im Praesens die gewöhnlichen Verbalpraefixe dieser Zeit, 

yin ngui'C^oje töj ni-vuojö ich möchte sein oder haben. 

§ 21. Das Zeitwort „können", „im Stande" sein, lat. posse, fehlt im 
Cakchiquel. Der darin liegende Begriff wird umschrieben, z. B. „ich 
kann trinken" heisst yin utz nik'um ich trinke gut. 

§ 22. Das Cakchiquel-Zeitwort hat bloss eine Einzahl und eine 
Mehrzahl ; Dualformen, wie sie in einzelnen nordamerikanischen Indianer- 
Sprachen vorkommen, fehlen gänzlich. Einzahl und Mehrzahl haben je 
drei Personen, bei denen das Geschlecht nicht unterschieden wird. 

§ 23. Die Conjugation hat nur zwei Formen: 

1) eine active für die activen d. h. eine auf ein ausgesetztes oder 
implicite verstandenes Object bezügliche Handlung ausdrückenden Zeit- 
wörter; 



— 189 — 

2) eine passive für die passiven und intransitiven Zeitwörter, 
wozn auch die sonst activen Zeitwörter gerechnet werden, bei denen 
das Object ausser Betracht fällt, z. B. 

ytn np-camisaj ich tödte Jemanden 

yin ngui'^amisan ich tödte, meine Beschäftigung ist zu tödten, 

„estoj matando". 

yin ngui-camisax ich werde getödtet. 

Die Conjugation geschieht durch Versetzung von Personalprsefixen 
vor den Yerbalstamm, welche von den Personalpronomina ganzlich unab- 
hängig sind, aber nicht, vne diese, weggelassen werden können. 

Die Yerbalprsefixe sind verschieden: 

a) nach den Zeiten des Yerbums; 

b) nach seinem Charakter als actives oder passives Zeitwort. Die in- 
transitiven Zeitwörter haben die Preefixe des Passivums; 

c) nach dem vocalischen oder consonantischen Anlaut des Verbal- 
Stammes. 

§ 24. Dem indianischen Zeitwort vnrklich eigenthümlich findet sich 
nur ein Praesens, ein Prseteritum und ein Futurum, alles Uebrige ist 
von den Geistlichen aus den Indianern heransgequält worden. 

§ 25. Von Modis sind nur der Indicativ, der Imperativ, ein Part, 
prses. pass. und ein Participium perfecti passivi im Gebrauch. Mit diesem 
letztem wird durch Vorsetzung der Possessivpronomina ein Perfectura 
praeter, gebildet (siehe Beispiele). Vermittelst der Partikel töj kann 
mit dem Indicativ eine Optative Form gebildet werden, welche jedoch 
lange nicht die Bestimmtheit des Optativs in unsem Sprachen hat. Der 
Infinitiv fehlt, so dass man für die lexikalische Einordnung den Verbal- 
stamm seiner Personalprsefixe entkleiden muss und so eine Form erhält, 
welche auf diese Weise gesondert im Cakchiquel nicht vorkommt. 

§ 26. Durch eine Reihe von Suffixen können die Verbalstämme 
mannigfach variiert und in ihrer Bedeutung geändert werden. Auch 
der Character des Verbums als actives, intransitives oder passives wird 
durch die Sufßxe bestimmt. 



- uo — 

So heisst ac^axaj etwas hören ▼. act. 
adaxan hören y. intrans. 
ac'axöx gehört werden y. pass. 

1. Beispiel eines actiyen, consonantisch anlautenden 

Verbums. 

Wurzel: ban machen, yerfertigen. 

Frsdsens. 

yin ni-hüen ^) ich mache etc. 

rat nda-Men 

rejd ndU'Men 

roj ndika-hüen 

rix ndi'Men 

riß ndiqui'Men 

Fradteritum, 

yin xin-buen ich machte etc. 

rat xa-hum 

rijd X'huen 

roj xha-huen 

rix xi'huen 

riß xqui-huen 

Futurum. 

yin xtin-huen ich werde machen etc. 

rat xta-huen 

rijd xtU'htien 

roj xtika-buen 

rix xti'huen 

riji xtiqui-huen 



^) Ich folge hier ausschliesslich and genau der Aussprache der Indianer von 
San Juan Sacatepequez. Bei Flores (1. c.) sind die entsprechenden Prsefixe: tin, ta, 
tu, tika, ti, tiqui. 



— 141 — 

Imperativ. 
ta-hand mache 



Farticipiiim perfecU paasivL 
banun gethan oder Terfertigt. 

Perfectum inraBteritiim. 

ffii bamm ich habe gemacht 
a banun du hast gemacht 
ru banun er hat gemacht n. s. w. 
wortlich also: meiii| dein, sein Gemachtes. 

2. Beispiel eines activen, yocalisch anlautenden 

Yerbalstammes. 

Wurzel: aj oder ajö wollen. 



yin nivu^jö ich wilH) 

rat ndacu-ajd du wiUst 

rijd ndir-ajö oder ndr-ajö er will 

rq; ndik-ajö wir wollen 
rix nditnMijö 
riß ndie-ajo 

Fradteritum« 



ihr wollt 
sie wollen. 



yin xinvu-ajö 

rat xavu-ajd 

rijd xr-ajö 
roj xk-ajö 

rix xivu-ajö 

riß xc-ajö. 



ich wollte 



1) Die 1. and 2. Person Sing, des Prses. werden auch h&nfig ausgesprochen: 
nirufj^, ndavuojo und ndituojo, ebenso die entsprechenden Personen des Prseter. 
und Futonuns. 



— 142 — 

Futarum. 
yin xtinvfHijö ich werde wollen 
rat xtavU'OJÖ 
rijd xtr-ajö 
Toj octik-ajö 
rix xHvU'OJö 
riß xtic'ojö. 
Von diesem Zeitwort fehlt der Imperativ und das Particip. perfect. 
{)ass. Von einem andern vocalisch anlautenden Stamm z. B. il (sehen, 

finden) lautet der Imperativ : 

tav4l6, und das Part. perf. pass.: 

Hon gesehen, gefunden. 

Von diesem wird das Perfect. praeter, gebildet: 

v-ilon ich habe gefunden 

av'ilon 

r-ilan 

k'ilon 

iv'ilon 

qu^lon. 

3. Beispiel eines consonantisch anlautenden, passiven 

Zeitworts. 

Wurzel: ctxchcj gesund werden. 

Fradsens. 
yin ngui'Cachcj ich werde gesund 
rat ngorcachoj 
rejd ndi-cachqj 
rqj nku-cachcj 
rix nguiX'Cachqj 
riß ngye-cachqj, 

Prsdteritum. 

yin xi-cachcj ich wurde gesund 

rat xa-cachcj 

rejd X'cachoj 



— 143 — 

roj xqf-cachqf 
rix xix'cachqj 
riß xe-cachcj. 

Futorom. 

yin opqui^achqf ich werde gesund werden 
rat xea-caehqj 
rejd xti'Cachoj 
rqf xku-cachoj 
rix xquix-caehcj 
riß xquye-cachqf. 
Ein Imperatiy fehlt selbstverständlich diesem Zeitwort und statt des 
Particips werden andere Ausdrücke gebraucht. Vom passiven Stamme 
loJt^ox: beichten, lautet der Imperatiy 

ca-lojc^ox. 
Vom intransitiven Stamm cam: sterben, lautet das Particip perfect. 

caminök todt, gestorben 

rijd caminök er ist todt. 
Aus den bis jetzt gegebenen Imperativen des activen und passiven 
Yerbs ist ersichüioh, dass sie aas den entsprechenden Personen des In- 
dicativ (wenigstens im Cakchiquel) gebildet, aber durch eine schärfere 
Anssprache des Prsdfixes markiert werden. 

4. Beispiel eines vocalisch anlautenden, passiven 

Zeitworts. 

Wurzel: a^axöx gehört werden. 

Fradsens. 

yin nguin-atfaxöx ich werde gehört 

rat ngat-a^axöx 

rejd nd-ac^axöx 

rqj kqf-at^axöx 

rix nguiX'Wfaxöx 

riji ngye-ac^axöx. 



— 144 — 

FrflBteritum. 
yin xin-ac'axöx ich warde gehört 
rat xcU'Oifaxöx 
rejd X'Cu^axöx 
roj xoj-ac^axöx 
rix onX'Cu^axöx 
riß xe-cufaxöx 

Futurum. 
yin xquin-ac'axöx ich werde gehört werden 
rat xcat'Oc^axöx 
rejd xt-ac^axöx 
roj xkoj-ac'axÖx 
rix xquix-ac'axöx 
rijS xquye-ac'axöx. 

Imperativ vom intransitiven Stamme. 
ul zurückkehren 

cat'Ul komme wieder. 
§ 27. Eine Eigenthümlichkeit der Cakchiquel-Conjugation, welche sich 
auch in den übrigen, der Maya-Familie angehörigen Sprachen Guatemala's 
wiederfindet, besteht in der Bildung des Ofojects, falls dieses von 
Accusativen der persönlichen Fürwörter gebildet wird, d. h. wenn ein 
Zeitwort ein Subject und ein Object, welche beide durch Fürwörter aus- 
gedrückt werden, zugleich hat. So heisst „ich sehe dich* : „du bist das 
Object meines Sehens*; es wird demgemäss der leidende Theil, in diesem 
Falle die 2. Person Sing., durch den passiven Verbalprsefix dieser Per- 
son ausgedrückt und hinter denselben wird die Yerbalwurzel mit dem 
Possessivpronomen der activen Person, in diesem Falle der 1. P. Sing, 
gestellt. Demgemäss lautet mit der Wurzel tz^et, sehen: 

yin ngat'in-tz'et^) ich sehe dich 

rat nguin^a-tz^et du siehst mich 

rijd ngui-rU'tz^et er sieht mich 

*) Eigentlich müsste es ngat-nu-ti' et heissen, was aber für das Ohr des Indianers 
eine Härte wäre. 



— 145 — 

(dagegen: yin tiutz'ei rijd ich sehe ihn) 

riji ngutn-qui'ti^et sie sehen mich 

yin ngye-nu-tz'et riß ich sehe sie 

rqf nguix'ka-tz'el rix wir sehen euch 

rix nkoj'i'ts^et rcj ihr sehet ans 

roj ngat'ka^tz'et rat wir sehen dich 

rat nkoj-a-is^et rcj dn siehst uns 

und so durch die übrigen Tempora 

xin-a-tz^et du sähest mich u. s. w. 

Das Perfectum prseter. lautet: 

yin a-ts^eton du hast mich gesehen, ich bin dein Gesehenes 
' rat nu'tz'eton ich habe dich gesehen 
nu tz^eton rijd ich habe ihn gesehen u. s. w. 

§ 28. Die Zeitwörter und was mit ihnen zusammenhängt, haben 
in den Maja-Sprachen von Guatemala eine ausserordentlich mannigfaltige 
und reiche Entwicklung erlangt, auf welche im Detail einzutreten hier 
nicht statthaft ist. Dahin gehört die Bildung der Yerba von Substantiven, 
wie 

hak der Knochen; davon der passive Yerbalstamm: 

hakir mager werden, 

von Adjectiven, wie 

nim gross; davon der pass. Stamm: 

nimiter gross werden; hievon der act. Stamm: 

nimrisaj gross machen 

sak weiss 

sakir weiss werden 

aakriaaj weiss machen, 
femer die Bildung activer Verben von Intransitiven, z. B. 

chaque sich hinsetzen; davon der active Stamm: 

chacabd einen Gegenstand hinstellen. 

Die Bildung der instrumentalen (activen und passiven) Verben z. B. 
camisaj tödten; davon das Verb, instr.: 

Stoll, Ethnographie Ton Guatemala. 10 



— 146 — 

T. act. : camisdbej mit etwas (z. B. einem Stein) todten 
Y. pass. : camisabex mit etwas getodtet werden, 
die Bildung frequentativer Zeitwörter, z. B. 

tur zerreissen 

turutd häufig oder ganz zerreissen, 
der Distributiv- Verba, wie 

sipaj schenken, yertheilen 

sipcUd yertheilen, austheilen, u. s. w. 
§ 29. Eine ausserordentlich wichtige Rolle spielen für das Yer- 
ständniss des Cakchiquel und der verwandten Sprachen gewisse, von 
Zeitwörtern abgeleitete Formen, die als substantivierte Participien auf- 
zufassen sind, und welche, je nach der intendierten Bedeutung^ in der 
mannigfaltigsten Art und Weise von einem und demselben Wortstamm 
abgeleitet werden können. Es ist hier unmöglich, von dem Beichthum 
dieser Bildungen, welche die Schärfe der Nüancierung in der gewollten 
Bezeichnung in einer unsern Sprachen weit überlegenen Weise ermög- 
lichen, auch nur andeutungsweise einen BegrifiT zu geben. Ich wähle als 
einziges Beispiel den Stamm lo^k, welcher „kaufen^ bedeutet. Diese 
Wurzel lo^k ist auch durch das tragische Schicksal interessant, welches 
sie in den Händen der spanischen Priester erlitten hat. An ihr nämlich 
wurden alle die unglückhchen Versuche gemacht, das lateinische Para- 
digma amare aus dem Cakchiquel heraus zu conjugieren, während der 
blosse Begriff derjenigen Liebe, welche das lateinische Zeitwort aus- 
drückt, dem Cakchiquel-Indianer fremd ist. Er braucht hiefür den viel 
concretern Begriff aj oder ajö: wünschen, verlangen, begehren. 

Lo'k also heisst kaufen, ni-lo^k: ich kaufe. Dieser Stamm wird 
auch als substantiviertes Participium behandelt, wie nu lc>k: „mein Wohl- 
verwahrtes", oder „ich habe bewahrt^ (nach Flores heisst Wk: geliebt). 
Davon wird ein Substantiv lok''obal gebildet, welches die spanischen 
Grammatiker mit „Liebhaber, Liebender" übersetzen. Die Indianer aber 
bezeichnen mit lok^obal oder lok^ohuel die Gerichte, welche sich die 
Bekannten als Freundschaftszeichen bei Festanlässen gegenseitig in^s 
Haus schicken. 



— 147 — 

hVobej ist ein verb. instroment, yennittelst etwas (Geld etc.) einkaufen. 
lok'qj yerb. act.: besorgen, sorgfältig aufheben, Sorge tragen. Dies ist 

das Verb, amare der spanischen Grammatiker. 
lol^oinök, part perf.: gekauft haben. 
lak^olöj, Adjectiv: gut, liebenswürdig; loT^oloj ajduy der gute Patron' 

oder Herr. Ob diese Bedeutung dem Worte ursprünglich zukam, 

ist zweifelhaft, wahrscheinlich bedeutete es ursprünglich bloss 

„preis würdig, des Kaufens werth.^ 

lokoHy 1) part. perf. pass.: gekauft; nu loJt^on, ich habe gekauft, e^ ist 
mein Gekauftes. (Nach den Priestern: „ich habe geliebt.*) 

2) yerb. neutr.: kaufen; ngui-lok^on, ich bin daran zu kaufen, 
„estoy comprando.** 
lok'onel, subst.: der Käufer. (Nach Flores: der Liebhaber.) 
lok'onic, substantiviertes partic. activ. futuri, ru lok^onicj er wird kaufen, 

eigentlich: sein Kaufen- werden. 

lok^otojj verb. pass.: gekauft werden, aber auch „einem abkaufen*; nguU 

lok'oiöj, von mir wird gekauft, man kauft mir ab. 
lok^otajnökj part. perf. des vorigen: „gekauft sein.* 
lok^ox, verb. pass.: beichten; ngui-loh^ox, ich gehe beichten. (Flores: 

geliebt werden.) 
loT^oxd, subst. vom vorigen abgeleitet: Derjenige, welcher zur Beichte 

geht. (Flores: der, welcher geliebt werden muss.) 
lok'ooncj substantiviertes part. fut. von lok'ox; ru loT^oxic heisst: er dankt, 

oder ist froh, dass man ihm sein Eigenthum so gut aufgehoben hat. 
lok^oxinak, part. perf. pass. von lok^ox: gebeichtet haben. 
lol^oy, substantiviertes part. act. prsesentis von Id'k: der Käufer. 
loJ^oyonj substantiviertes part. act. prseteriti von Id'k: der, welcher kaufte. 
Mit diesen Beispielen ist die Reihe der von Wk abzuleitenden 
Wortformen noch nicht erschöpft. 

Zu bemerken ist jedoch, dass lange nicht alle von einem Eadical 
möglichen, abgeleiteten Formen auch wirklich im Gebrauch sind, viel- 
mehr ist dies bei jedem Stamm nur für eine gewisse Anzahl der mög- 



— 148 — 

liehen Formen der FaU, und viele haben durch den Gebrauch eine 
bestimmte, aus ihrer Bildung nicht ohne weiteres zu erschliessende 
Bedeutung erhalten. 

§ 30. Der Mangel eines Infinitivs macht es nothwendig, dass jeder, 
von einem andern abhängige Yerbalbegriff congruierend mit ersterm 
conjugiert werden muss: 

yin nivU'OJÖ ni-k^um ich will trinken 

rat ndavU'OJÖ nda-Jdum 

rijd ndr-ajö ndu-k^um 

rqj ndik-aj6 ndika-k^um 

rix ndivU'OJÖ ndi-T^um 

rije ndic-ajö ndiqui-k'um 
und so in den übrigen Zeiten. 

Mit diesen kurzen Andeutungen über das Cakchiquel-Zeitwort 
muss ich mich an dieser Stelle begnügen. Die bewundernswürdige 
Feinheit und consequente Logik in der Ausbildung des Maya-Zeitwortes 
setzt eine Kultur voraus, die sicherlich weit über die Zeiträume hinaus 
zurückreicht, welche man bis jetzt geneigt war, der amerikanischen Civil!- 
sation zuzuschreiben. Die Ruinen, die auf die Jetztzeit gekommen sind, 
mögen vielleicht nur wenige Jahrhunderte älter sein, als die spanische 
Eroberung dieser Länder, die Kultur aber, welche diese Ruinen und vor 
Allem diese Sprachen geschaffen, ist älter als ein paar Jahrhunderte, 
sie setzt vielleicht Jahrtausende langsamer Entwicklung voraus. 

§ 31. Die Adverbien sind zahlreich. Es möge jedoch die folgende 
Aufzählung, welche auf Vollständigkeit keinen Anspruch macht, genügen : 





a) Adverbien des Orts. 




cheri 


hier 


chiri 


dort 


nic*aj 


zwischen 


pa ri 


oben 


chu xe 


unten 


chu vuech 


vorn 1) 




chirij 


hinten«) 





^) cht nu vuech vor mir etc. ,an meinem Angesichf^. 
') cht V ij hinter mir etc. „an meinem Rücken*. 



— U9 — 

b> Adverbien der Zeit. 

Tvac*ami heote, jetzt irtr gestern 

chuntak morgen chanin sogleich 

jucumaj früh 

c) Adverbien der Art und Weise. 

utz gut itzel schledit 

quer^ so c6u heftig, laot 

Chirac chixac Schritt für Schritt 

d) Adverbien der Quantität, 
^fi'iy viel juhaoc wenig 

e) Adverbien der Bejahung und Verneinung. 



;ö 


ja 


mani 


nein 


manak 


nichts 


küzij 


gewiss 




manak cheel 


unmöglich 





§ 32. Die Xegation besteht aus zwei Theilen, nämlich : mani . . . 

tojj welche z. B. das Yerbnm oder den AdjectiYbegriff zwischen sich 

fassen: 

Uta nituojö ioj ich will nicht 

man quyi iöj es ist nicht süss 

man queri ioj es ist nicht so 

Es erbinert diese Aasdrucksweise an die Negation des französischen 
oder mittelhochdeutschen Yerbs. 

§ 33. Die Conjanctionen sind sehr spärlich vertreten. Eine unserm 
„und' entsprechende copulatiye Conjunction fehlt dem Cakchiqael gänz- 
lich ; ebenso disjunctiTe Partikeln. Am häufigsten sind einige causale, wie 
colopi weil, vielleicht, romd ri desswegen, und vergleichende: cachel 
sovne. 

§ 34. Dagegen spielen die Prsepositionen im Cakchiquel, wie in 
allen declinationslosen Sprachen, eine grosso Rolle und sind sehr zahl- 
reich. 



- 150 — 

Die häufigste ist cht, welche eine Menge von Bedeutungen hat: 
mit) vermittelst, gegen, zu, an, etc. 

nijök cM ru h^ux ich öffne seinen Bauch, d. h. ich offne es an 
seinem Bauche. 

fa nach, gegen, in, auf. 

pa jdy nach Hause. 

rupan und chupan inwendig, im Innern von etwas; daher nim ru 
pan „gross sein Inneres^, d. h. er ist dick. 

chic schon, bereits; mani chic nicht mehr; jun chic ein anderer. 

Als Stilprobe der Cakchiquelsprache theile ich hier ein indianisches 
Liebesgedicht mit, eine Art Wechselvortrags (da dasselbe nur gesprochen, 
nicht gesungen vdrd), dessen Inhalt die Werbung eines jungen Indianers 
um ein Mädchen seines Dorfes und die Antwort seinbr Geliebten bildet. 
Dasselbe wurde mir von einem befreundeten Indianer von San Juan 
Sacatepequez in die Feder dictiert. Es ist weniger durch seinen trivialen 
Inhalt, als durch die Art und Weise interessant, in welcher die Ausdrücke 
der spanischen Sprache als Nachhülfe bei der indianischen Syntax Ver- 
wendung finden. Zur Illustrierung des im grammatikalischen Abriss 
Bemerkten trenne ich die Verbal- und Participialprsefixe von den Stämmen. 
Die spanischen Worte sind eingeklammert. 

Indianer: 
Yin ngui-be chavij. Ich komme zu dir. 

(y) la man guin-avu-ojö töj? Und du willst i) mich nicht? 

(y) köx Txunk man goin-avu-ojo töj? Und warum willst du mich nicht? 
köx nu banun yin? Was habe ich gethan? 

(acaso) yin itzel, chiatok man guin- Bin ich vielleicht ' ein schlechter 
avu~oj6 töj? Mensch, dass du mich nicht willst? 

(acaso) ma yin t-achi? Bin ich vielleicht kein Mann? 

(acaso) man v-etaan töj ndi-samuej? Kann ich vielleicht nicht arbeiten? 
yin utz, (si) vi xta-jöl ri a (portuna) 2) Ich bin gut, und wenn du dein Glück 

verscherzest, 

^) Aj6 ist der indianische Ausdruck für „lieben" und nicht lok^oj. 
^) Portuna statt fortuna. Die Indianer sprechen, wenn sie nicht geläufig spanisch 
reden, das spanische f wie p aus. 



— 151 — 



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C*o iTD mefaKÜ na rii. trj kiaz tmu 
Pa TB-ftcbi' riiL i!tz ndsT-ilfL 

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Werde käi dkib f^ww^ indkt •eAmkftmi 
lla(-l»e icih dir €(r«a nur «cibc«^ Weraef 
Ich }uihe neiii Term&irflii imd hm 

kein HaihejärinsL ^ ) 
In iDt'iseiD Hasfif' -^irar da ef pii 

Hein Taxer and mfliiie MaB«r fand 

Acbiiiare Lenre. 
Sie sind mth^ hfiae. 
Und -weKn öe dir nkitt frvrnndiMilt 

sind. 
Wm ick dic^ sMäi demer Hwant 

Mniren. 
Beaser trennen -wir nnf dann. 
Icii irill nx^ 4a» sie dv amfremnd- 

hA begcgsea. 
Denn icli Hebe dicih und ftodite dick 

dalier maL 
Da bist aoeine pTende, iehöb Bejz 

Jielvt dick aehr. 



'j Ganz Binnloc -«rird kier daa cpaniBcbe ,imA vet*' •einnuih irebrftaabt. ma diftse 
Idee «aBrndracken, 

') la der AnaBprache eoBtnkSert ate ndata statt na ie na tatiL 
*; CkTop beiMt wSitfidb: aapacken. ies&ahien. 



152 — 



katz 5xch^6 ya-(&nima) ohavS 

katz ronojel nu c'ux 

ronojel Ya-(diiinia). 

katz xa-canig ki ayiquHn 

manak ohel itzel xcatin-tz'et 

ma nivu-oj6 ta yin ni-baen oyoval 

ayiqu^in. 

Xo romä rat atz xetin-tz^et 

rat ch'ajcVoj, romÄ-ri xi-c'ul6 cha- 

» 
vuech. 



Mein Herz hat zu dir gesprochen 

Mit air meinem Verlangen. 

Aus ganzer Seele. 

Desswegen habe ich dich aufgesucht 

Ich kann dir nicht böse sein. 

Und will keinen Streit mit dir haben. 

Weil du so gut bist, gefällst du mir. 
Du bist so schön, darum möchte ich 
dich heirathen. 



Um den Leser nicht zu ermüden, breche ich hier die Bede des 
jungen Mannes ab und gebe die Antwort der verständigen indianischen 
Jungfrau. 



Indianerin : 



colop6 xa guina-buen (ganar) 

colop6 xa manda-bij chuY6 

re nga-ch'o6 Tuac^aml, utz 

bala k^ij, bala (tiempo) man que ta 

ri nda-buen chuv6. 
yin utz, guina-tz'et re vuac'ami, (por- 

que) yin ch'ajch'oj 

romd ri nda-r-ayij nu vuech 
(como) c'oj nu vuÄy, c'oj v-iquid 

(por esa) ri yin ch'ajch'oj nguina- 

tz'et. 
kuskuj nu tziak, colop6 xexe nu tziak 

xten-qu^issd chavuech 

colop6 xexe ri xten-qu'issd pan avu- 
ach6 



Yielleicht willst du mich bloss betrü- 
gen. 
Yielleicht ist nur Lüge, was du mir 

sagst. 
Was du jetzt sprichst, ist gut. 
Nach Jahr und Tag thust du mir wohl 

keine so schönen Beden mehr. 
Ich bin gut, aber vielleicht nur weil 

ich so hübsch bin, siehst du mich 

jetzt an, 
Und verliebst dich in mein Qesicht. 
Da ich mein gutes Essen und Trinken 

habe. 
Siehst du mich so nett und sauber. 

Ich habe viel gutes Gewand, glaubst 
du wohl, ich würde es bei dir 
aufbrauchen ? 

Ich würde damit in deinem Hause zu 
Ende kommen? 



— lU — 



Kr Simir •» neöc JB üarat iBt r^miHiL 



BL ZBDfiBIL 



(pvrfBfr) t£ •mi 



Tj wnw iiK ^MÜWlIt TTiMimi Stttfc "wir 



ndnrbiunL ^mitm. ^^hsiri 



üiHabCsx ^ *-ai^ 



xm roaia x-cä-'i«» vx 



4p«*Ta fi- ^XEX ILOUrCr'K 



eolope xd s^-^ ima. i^rx-iiüiiü 



iczel TBE. dni! j*\TtnarCM:''it 



-vi rat acM ■jmi fcaF ja fi iirrx--o,^5 rfzL 



4^ Tifr4jaiaftr 



iSkltL wqpAf :i:ä 
Mal bsn» Wicoi iiuraL. :xiiit £i:a 

Sir -ran. nHia: E&fcs Ä* nun. ^wsgri- 

^>a3u»r -m. snr. 

AaifT Tr**nsL iL niiün. joea jucac si&ea. 

W^riif iüft. TieHff icöc in itsninit Gtiostf 

r*a» it!». -iriff 3ur aöenc 4*n3irt. 

Cai wie JK Jetts blc nh: ±viniLii:h. 
S? iptiijaL wir aZ^ T«r? ^^^rtcn^a» 

i!^ir w^a & arccDH^ H - tfEiwu. $9&Llf3it^ 
ükö*» 3i:ä <&;&« vBii v3I &a ^iKcväifiL. 



— 154 — 



(pues) niao^ami xin-ya nu ohi cha- 

▼ichin 
(ya) xin-ya nn tzij ohay6 
YuacVmi ca-ch^o6 chiquichin ri nte 

ndai4 

(que ya) xin-ya nu chi ohavichin 

(que ya) nku-c'uJ6 vi aviqu'in 

Tomk ri ni-bij can chayichin yuao'aml 

xe ri vi ni-bij oan manak 

qoierl ka xku-canaj 

ya manak (mas) chic xku-ch'o6 yan 

chic 
(ya) xin-bij can chav6 

ya manak chic (mas) k5x xtika-bij 

nka-ch^6 yan chic, a xe razon, (y) ma 

rom& chic 
xka-ch'ö chuve 
Tomk ri xin-bij can jumul chayichin 



Jetzt habe ich dir also zugesagt 

Nun habe ich dir mein Wort gegeben. 
Nun musst du mit meiner Mutter und 

nüt meinem Täter reden und ihnen 

sagen, 
Dass ich dir schon zugesagt, 
Dass wir uns heirathen werden. 
Desshalb sage ich dir diess jetzt und 
Nur diess, sonst nichts mehr. 
Dabei wollen wir also bleiben. 
"Weiter brauchen wir nichts zu reden. 

Leb wohl, du weisst jetzt, woran du 
bist, 

Wir haben also nichts mehr zu be- 
sprechen. 

Leb wohl, nur diese Antwort gebe 
ich dir. 

Du hast mir nun nichts mehr zu sagen, 

Desswegen sage ich dir die ganze 
Antwort auf einmal. 



Auf eine Analyse vorstehenden Gedichtes kann hier nicht einge- 
gangen werden. Seine Einfalt mag beweisen, was die Spanier aus der 
Intelligenz eines Volkes gemacht haben, das einst seine eigene Ge- 
schichte schrieb. 



Anmerkung zur Cakchiquel- Sprache. 

Einer der interessantesten Punkte beim Studium der Sprachen 
Mittelamerika's ist die Frage nach ihrer Veränderlichkeit. Ich habe 
schon bei der Besprechung des Pipil Gelegenheit gehabt, auf die Wichtig- 
keit derselben hinzuweisen, da unsere Hoffnung, jemals die Hieroglyphen- 
tafeln der Ruinen und die noch vorhandenen Maya-Handschriften (bis jetzt 
vier, siehe die Literatur bei der Maya-Sprache) entziffern zu können, 



— 155 — 

in erster Linie von deren Beantwortung abhängt. Es ist diese Frage 
aber auch sehr wichtig für die Bestimmung des relativen Alters der 
verschiedenen Tochtersprachen der Maya, indem nur sie uns lehren 
kann, wie weit wir die Losung der einzelnen Glieder der Maya-Familie 
vom g^neinsamen Stamme zurückdatieren müssen, obwohl von einer 
genauen Schätzung hier selbstverständlich nicht die Rede sein kann, 
80 wenig als bei der Losung geologischer Probleme. 

um für den Entscheid dieser Frage einen Anhaltspunkt wenigstens 
für eine der indianischen Sprachen Guatemala^s zu gewinnen, habe ich 
alle in der alten Cakchiquel-Grammatik des Padre Flores enthaltenen 
Worte und Ausdrücke ausgezogen und in die erste Rubrik eines eigenen 
Heftes eingetragen. Daneben wurde in eine zweite Rubrik die von 
Flores gegebene Uebersetzung geschrieben. Das ganze Yerzeichniss 
umfasst ungefähr 2300 Vocabeln, welche natürlich nur zu einem Theil 
aus WoTtatämmen gebildet werden, und auch die abgeleiteten Formen 
und kleine Sätze enthalten. Ich nahm nun diese ganze Wortsammlung 
mit d«n Cakchiquel-Indianer Sebastian Borrayo, einem mir befreundeten, 
ausserordentlich intelligenten Manne, sorgfältig durch, indem ich in eine 
dritte Rubrik die von Borrayo gegebene Aussprache und in eine vierte 
die von ihm den Ausdrücken jeweilen gegebene Bedeutung genau eintrug. 
Die Grammatik von Flores datirt vom Jahr 1753, die darin enthaltene 
Sprache ist diejenige von Santa Maria und war also zu der Zeit, als 
ich *diese Arbeit vornahm, (Anfang 1883) genau 130 Jahre alt. Die 
Sprache Borrayo^s ist das Cakchiquel von S. Juan Sacatepequez, welches 
sich in der bereits in der Grammatik geschilderten Weise von dem in 
Santa Maria gesprochenen Idiom dadurch unterscheidet, dass in einsilbigen 
Worten mit kurzem a dieses in ö (eigentlich in das russische „yerry^) 
umgelautet, und ebenso in einigen Endsilben in ue abgeändert wird, 
z. B. mesabuel statt meaahal. Abgesehen von diesen, strengen Sprach- 
gesetzen folgenden Abweichungen zeigte sich, dass ungefähr 94 ^/o der 
Worte (ich habe die Procente bloss för 400 Worte berechnet, glaube 
aber, dass sie sich für den Rest im Wesentlichen gleich herausstellen 
würden) ganz genau in Aussprache und Bedeutung mit den Angaben 



— 156 — 

Yon Flores übereinstimmte, dessen feine Auffassung der oft schwierigen 
Lautdifferenzen ich bei dieser Gelegenheit bewundem musste. Mehr- 
mals, wenn ich bei Flores eine unrichtige Lautnotierung eines Wortes 
gefunden zu haben glaubte, fand ich bei nochmaliger Prüfung, dass er 
richtig gehört und geschrieben hatte, wie denn auch sein Alphabet, trotz 
einiger ungewohnter und wunderlicher Zeichen, zur genauen Schreibung 
des Cakchiquel und aller Maya-Dialecte Quatemala's überaus zweckmässig 
und zuverlässig ist. 

Yon den übrigen 6^/0 war meinem Freund Borrayo ein Theil der 
Ausdrücke überhaupt unbekannt, sei es, dass dieselben in der Sprache 
von S. Juan nicht vorkommen, oder dass sie bloss grammatikalisch 
abgeleitete, in der gewöhnlichen Sprache nicht gebräuchliche Ausdrücke 
darstellen. In einem andern Theile war die von ihm gegebene Bedeutung 
eine von Flores abweichende. Der überwiegende Theil der dem Indianer 
unbekannten oder nur in abweichender Bedeutung bekannten Worte bei 
Flores waren in den Satzbeispielen enthalten, welche dieser Grammatiker 
aus den „Sermones'^ oder indianischen Predigten entnommen hatte. 

Veranschlagen wir den Wortschatz des Cakchiquel auf 30,000 Worte, 
eine Schätzung, die sicherlich nicht nur alle einfachen Wortstämme, 
sondern auch einen grossen Theil der abgeleiteten und zusammen- 
gesetzten Formen der wirklich geredeten Sprache in sich schliesst, so 
hätten sich, bei Festhaltung des Anschlags von 94 ^/o , im Laufe von 
130 Jahren ungefähr 1800 Worte aus der Sprache verloren, oder in 
ihrer Bedeutung geändert. Wäre es nur möglich gewesen, diese Unter- 
suchung mit einem Indianer des Dorfes Santa Maria, dessen Sprache 
Flores aufzeichnete, durchzuführen, so würde sich diese Zahl sicherlich 
noch ganz erheblich verringert haben. 

Wir sehen aus dem Gesagten, dessen speziellere Belege ich in 
meiner Grammatik des Cakchiquel beibringen werde, dass diese Sprache' 
sich im Laufe von 130 Jahren nur ganz unerheblich geändert hat, trotz- 
dem sie sich im steten Kampfe mit der spanischen Sprache, welcher 
alle Yortheile des Siegers über den Besiegten zu Gebote stehen, befand. 
Durch dieses Resultat werden wir darauf geführt, den indianischen 



— 157 — 

Sprachen d^ Maya-Familie überhaupt keine grosse Tendenz zur Veränder- 
lichkeit zuzuschreiben und den Zeitraum, dessen es bedurfte, um das 
Cakchiquel, resp. den ganzen Stamm der Qu1ch6- Gruppe in seine jetzige 
Entfernung von der Maya zu bringen^ für einen weit grossem zu halten, 
als man gemeiniglich zu thun geneigt ist. Der auszeichnende Character 
des Cakchiquel (und sicherlich auch der mit ihm verwandten Sprachen) ist 
nicht die Veränderlichkeit, sondern ihr Gegentheil, das hartnäckige und 
zähe Festhalten an den angestammten, überlieferten Sprachformen. 
Allerdings ist der Zeitraum von 130 Jahren noch verhältnissmässig kurz, 
leider aber sind diejenigen indianisch geschriebenen Documente, .welche, 
wie der Popol Vuh, aus einer noch frühern Zeit stammen, als die 
Grammatik von Flores, so ungenügend orthographiert, dass sie für eine 
derartige Untersuchung nicht zu verwenden wären. 

Wenn wir also für die Maya-Sprachen von Guatemala den Character 
grosser Beständigkeit beanspruchen dürfen, und wenn wir ferner annehmen 
könnten, dass, um beispielsweise das Cakchiquel in seine jetzige Ent- 
fernung von der Maya zu bringen, ein Zeitraum von etwa 2000 Jahren 
nöthig war^), so werden wir auch geneigt sein, die übrigen, dem 
Cakchiquel mehr oder weniger nahe verwandten, sogenannten „ Dialekte ** 
GuatemaWs und die auf kleine Gebiete beschränkten Sprachen, wie das 
Ixil, die Aguacateca und Uspanteca, anders zu beurtheilen. Wir werden 
alsdann nicht annehmen, dass es sich bei der Bildung derselben bloss 
um ein paar Jahrhunderte der Isolirung, sondern um eine sehr weit 
hinter uns liegende Occupierung der betreffenden Gebiete handle. Es 
wurden dem entsprechend die „Wanderungen^ dieser Volksstämme und 
ihre Trennung vom Mutterstamm in eine graue Vergangenheit zurück- 
versetzt werden müssen, welche unsere bisherigen historischen Documente 
nicht erreichen. Je weiter zurück wir aber die Spaltung der Maya in 
ihre verschiedenen Zweige verlegen mQssen, und je mehr wir diesen 



') Es ist diess nur eine beispielsweise Schätzung, der ich keinen Werth 
beilege. Sie beruht auf der Annahme gleichmassiger, aber constanter Aenderung im 
gleichen Yerhältniss, wie sich dasselbe f&r die letzten 180 Jahre herausstellte. Nach 
meiner personlichen üeberzengung ist der Zeitraum von 2000 Jahren zu kurz gegriffen. 



— 158 — 

das Attribat der Constanz vindicieren können, desto mehr wäohst die 
Hofihung, dass die Sprache der Hieroglyphentafehi keine verlorene, 
ausgestorbene sei, da nicht anzunehmen ist, dass die alten Ruinenstätten 
schon Jahrtausende, lang den atmosphärischen Einflüssen eines tropischen 
Elima's erfolgreichen Widerstand geleistet haben. 



- 159 — 



19. Die Tz'utujiles. 

Ltteratur. 

JimeneZy Arie de las tres lengoAS Cakchiqael, Quich^ y Txatiihil. 

Cit bei Brasseor. 
Flores: Arte de la lengna metropolitana del reyno Cakchiquel 6 Guate- 

maUco 1753. 
Brasseur de Bourbourg: Orammaire de la langae Quich^e soirie d^un Tooa- 
bnlaire et da drame de Rabinal-Achi. Paris 1862. 
X der ethnographischen Karte. 

Synonyme : Fehlen ; Der Name findet sich auch Zatuhil, Tzutohil, 
Sotojil (Faentes) geschrieben. 

AoBdehnang des Tz'ati]^il-Gebiete8. Die Tz*utujiles bewohnen 
seit ahen Zeiten die Südufer des grossen 8ees yon AtiÜan und die Ab- 
stürze der westlichen Cordillere jener Gegend. Sie sind demgemäss im 
Westen und Süden von den Qa'ichds und im Osten von den Cakchi- 
qneles eingeschlossen, von welchen sie im Norden durch den breiten 
Spiegel des AtiÜanBees getrennt sind. 

Nach Juarros wird die Tz'utujil-Sprache in folgenden Ortschaften 
gesprochen : 

S. Antonio Suchitepequez, Santiago Atitlan und S. Pedro de la 
Laguna. 

lieber die Geschichte der Unterjochung dieser kriegstüchtigen Nation 
sind die Werke von Fuentes, Juarros, Brasseur und Milla nachzusehen. 

Die Sprache der Tzutujiles ist bis jetzt bloss durch die Grammatiker 
Jimenez und Flores gekannt. Letzterer gibt im Anhang seiner „Arte 
de la lengna Metropolitana etc.^ eine Parallele zwischen den drei Sprachen 
Qu'iche, Cakchiquel und Tz^utujil, worin er zeigt, dass dasselbe dem 



— 160 — 

Cakchiquel naher steht, als dieses dem QuUch6. Flores macht eine ver- 
gleichende Zusammenstellung von 106 Worten in den drei genannten 
Sprachen, in welcher nur vier Wortstämme des Tz'utujil von den ent- 
sprechenden des Cakchiquel verschieden sind, nämlich: 

c*o1e sich setzen; im Cakchiquel: ch'oque 

ojotak wissen etaan 

to (partic.) hierher pe 

meloj zurückkommen tzolij. 

Auch die Conjugation des Tz'utujil stimmt nach Flores mit der- 
jenigen des Cakchiquel überein. 

Trotz dieser Angaben wäre eine neue Untersuchung dieser Sprache 
sehr wünschenswerth. Einer meiner Arrieros, der gut Cakchiquel sprach, 
sagte mir, er könnte die Indianer am See von Atlitan nicht verstehen, 
ihre Sprache sei »muy enredada", d. h. sehr verwickelt, i) 



*) Ein Reisender, der diese Untersuchung Yornehmen wollte, mfisste sich bei den 
Tz*utujiles Yon vornherein auf gewisse Schwierigkeiten gefasst machen und Briefe 
von der Regierung mitnehmen, da diese Indianer an zahlreichen Fromdenbesuch noch 
nicht gewöhnt sind. Herr Maudslay, der im Jahre 1881 das Dorf Atitlan besuchte, 
um photographische Ansichten der pittoresken Umgebung des Atftlansees aufzunehmen, 
schreibt (Explor. in Guatemala) Folgendes: 

„It was at the yillage of Atitlan itself, where the population must number about 
„5000, that I had my only diflßculty with the natives. There the Indiana, the women 
„especially, took the strongest dislike to my Photographie camera. I had taken one 
„instantaneous picture of the women in the market-place before they obseryed me, 
,but after that they ran after me and shook their fists and used, what I am sure 

,must haye been the very strongest language wheneyer I appeared This sort 

„of thing went on for two days, and then I received notice to clear out of the town, 
„but luckily I was delivered from my difficulties by the arrival of the Ladino magi- 
„strate, who was making the round of his district, and who satisfied the Indiana that 
„I was quite harmless.** — Dergleichen Schwierigkeiten schlägt ein eigenhändiger 
Brief des Präsidenten der Republik nieder. 



— 161 — 



D. Die Mame-Grnppe. 
20. Die Ixiles. 

Literatnr. 

Vocäbülario de las lenguas Ixil, Gacchi (de Ooban) y de S. Miguel Ghioah. 

Cit. bei Brasseur. 
Doetrina de Nehah, 

Ohne weitere Angaben citirt in Dr. Berendt's Yocab. compar. Dieses 
letztere enthält nur einige wenige Ixilworte. 

n der ethnographischen Karte. 

Ich selbst war, allerdings mit erbeblichen Schwierigkeiten, die in 
der Widerspenstigkeit der Indianer ihren Grund hatten, bei meinem 
Aufenthalte in Nebaj im Mai dieses Jahres so glücklich, ein ziemlich 
ausführliches Material dieser früher fast unbekannten Sprache zu sammeln, 
und so deren Stellung zu bestimmen. Die im yergl. Yocabular ge- 
gebenen Ixil- Worte sind diesem Material entnommen, eine speciellere 
Ausarbeitung muss ich auf später verschieben. 

Das Gebiet der Ixiles beschrankt sich auf die sogenannten ^^pueblos 
de la Sierra^, d. h. auf die drei Dörfer Nebaj, Chajul und Cozal, welche 
in den Hochgebirgen nordlich vom Bio negro gelegen sind. Dieselben 
wurden im Jahre 1530 durch Franc, de Castellanos ^) der spanischen 
Herrschaft unterworfen, blieben aber, wie Brasseur richtig bemerkt, wie 
viele andere Gegenden in Guatemala, ihren Bezwingern gänzlich un- 
bekannt. 



*) Yergl. hierüber vomehmlich: Jo86 Milla, historia de la America central. Guat. 
1879. t. I, p. 218 und 219. 

StoU, Ethnographie von Guatemala. 11 



— 162 — 

Die Ixilsprache bildet, wie ein sorgfältiger Vergleich des oben ge- 
gebenen Wortverzeichnisses leicht zeigt, eine sehr natürliche Qruppe 
mit der Marne und der Aguacateca. 

Es sollen übrigens, wie mir in Nebaj gesagt wurde, zwischen dem 
Ixil von Nebaj und demjenigen von Chajul geringfügige Differenzen 
besteben, welche aber ein gegenseitiges Yerständniss durchaus nicht 
hindern. Der Pfarrer von Nebaj, Don Felix Yalladares, als dessen Gast 
ich in dem ärmlichen und verfallenen Convente dieses abgelegenen 
Dorfes wohnte, sagte mir, dass er in Chajul ein in indianischer Sprache 
geschriebenes Document, wie er glaubte, einen Erbschaftstitel, gesehen 
habe. Ich nahm ihm das Versprechen ab, dasselbe um jeden Preis an 
sich zu bringen oder wenigstens zu copieren. Vielleicht gelingt es einem 
spätem Besucher dieser Gebirgsdorfer, dieses Denkmal der sehr wenig 
umfangreichen Ixil-Literatur zu retten. 

Der Name „Ixil^ scheint den dasselbe, redenden Indianern völlig 
unbekannt. Sie kennen nur die „lengua de Nebaj^, während ihnen die 
alten Namen „QuMch6^ und „Mame^ vollkommen geläufig sind. Da die 
Dörfer der Sierra ihren hauptsächlichsten Verkehr nach dem Qu'ich6- 
Städtchen Sacapulas haben, so sprechen viele Indianer von Nebaj das 
Qu'ich6 ganz geläufig, — unter Umständen eine grosse Erleichterung gegen- 
seitigen Verständnisses für einen Reisenden, der das Qu'ich6 kennt, 
in einer Gegend, wo es sehr schwierig hält, einen Indianer aufzutreiben, 
der halbwegs ordentlich spanisch spricht und versteht, was zu linguisti- 
schen Untersuchungen unerlässlich ist. 

Als Sprachprobe des Ixil folgen hier die Begrüssungs- und Ab- 
schiedsformeln in gleicher Weise wie bei andern Sprachen. 

Begrüssimg : 

A, chalaxi, ma t6chcu acul 
Guten Tag, wie gehts dir? 

B. t6chcu cüxtu. ma t6chcuetz? 

Ich bin gesund. Und du, wie gehts dir? 



— 163 — 

Ä, taatixba te Dios osot^chcuetz 

Gott sei Dank bist da gesund. 
B. oqa6n yul. xon6ben 

Komm hereml Setze dich! 
Ä, nicünsa yolönin s6quye 

Ich will mit dir reden! 
B, yol6noj6baj 

So wollen wir zusammen reden! 

Abschied: 

Ä, Tech^ban tizcasaxe mdtin 

Leb wohl, trage dir Sorge, ich gehe jetzt. 
B. Tech6ba läbaneb [cuenta] 

Trage dir recht Sorge. 

Tantfxse catuldbanin [saludar] 

Ich danke dir, dass du mich besucht hast. 
Ä. Camal kalen ladlvil chax 

Vielleicht besuche ich dich morgen wieder. 
B, B4 neba kalülel chein 

Gut denn, morgen besuchst du mich wieder. 

yexcatyol6no i [mas por] tänla tzdmbatz 

Ich plaudere nun nicht mehr, denn ich bin sehr beschäftigt. 

tanatyik'on 

Wir haben viel zu thun! 



— 164 — 



21. Die Mames. 

Literatur. 

Fr. Hierönimo Larios. Arte de la lengua Marne 1607. 

Fr. Diego de Reynoso. Arte y Yocabulario de la lengua Marne 6 Zakloh- 

pakap. Mexico 1644. 
Pimentel. Cuadro descriptivo y comparativo de las lengoas indigenas de 
Mexico t. I. Mexico 1862. 
I der ethnographischen Karte. 

Heber die Geschichte der Eroberung des Mamgebietes und der alten 
Hauptstadt Zakulcu sehe man die Geschichtswerke Yon Fuentes, Jnarros, 
Brasseur und Milla. 

Synonyme: Zaklohpakap (Reynoso). Mem (auct.). 

Den von Reynoso gegebenen Namen Zaklohpakap habe ich nie 
gehört, die allgemein gebräuchliche Bezeichnung ist Marne oder Mam, 

Das Gebiet der Mam-Sprache ist ein yerhältnlBsmässig ausge- 
dehntes und beschlägt den ganzen Kordwesten der heutigen Republik 
Guatemala, also die Departemente S. Marcos und Uuehuetenango, mit 
Ausnahme der Gegend von Jacaltenango und Soloma, welche von der 
fraglichen, von Juarros Pokomam genannten Sprache eingenommen wird 
(siehe das beim Chanabal Bemerkte). 

Auch in einem Theile der chiapanekischen Provinz Soconusco wird 
Mam gesprochen, wenn die Angaben der Grammatiker richtig sind. Als 
ich in Tapachula, der Hauptstadt von Soconusco, anwesend war, wurde 
mir gesagt, dass die Indianer dort noch eine besondere, von Niemandem 
verstandene Sprache redeten; doch konnte ich, da ich bei Gelegenheit 
eines Krankenbesuchs dort war, derselben nicht habhaft werden. Später 
hörte ich, dass es die Mame sei; immerhin aber wäre es der Mühe werth, 



falb CBDaiL Sj»'iawfi ttWT "inggt VPiüsSCTÄSÖI 'irirL PW*« n u " i l 4-rifmATmy vni. 



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Pfenr EL O.i luii. hs. 4sb kä. «Dtä> cn. s' v m n n L . ^RFMrsEns 



— 166 — 



22. Die Aguacateca oder Sprache von Aguacatan. 

in der ethnographischen Karte. 

Von derselben findet sich in der Aufzählung der Sprachen Guate- 
mala's bei Juarros der Name, sonst war nichts von ihr bekannt. 

Ich hatte, als ich noch in Antigua wohnte, von einer Ladina, welche 
in Aguacatan geboren war und in ihrer Jugend die dortige Sprache 
redete, ein Vocabular yon etwas über 300 Worten von derselben er- 
halten, welches von allem verschieden war, was ich sonst von den 
Sprachen von Guatemala kannte. Das Mädchen behauptete, dass das 
Idiom ihres Heimatdorfes sowohl von der Sprache von Nebaj (bdl), als 
derjenigen von Huehuetenango (Mame) gänzlich verschieden sei, und 
nur in den beiden (übrigens, sozusagen, zusammengebauten) Dörfern 
Aguacatan und Chalchitan gesprochen werde. 

Alles diess war mir höchst auffallend und veranlasste mich später 
selbst nach Aguacatan zu reisen und an Ort und Stelle das zweifel- 
hafte Idiom aufzunehmen, was mir nach Ueberwindung verschiedener 
Schwierigkeiten auch ganz befriedigend gelang. Es zeigte sich, dass 
es sich bei der Aguacateca nur um eine der Mame nahe verwandte 
Sprache handle, keineswegs aber um ein der Maya-Familie fremdes Idiom^ 
wie ich nach den Angaben der Ladina Soledad Barrueto hatte glauben 
müssen. Leider bin ich so wenig im Stande, die mir von der letzteren 
gegebenen Ausdrücke, mit wenigen Ausnahmen, irgendwie zu analysieren, 
dass ich vorziehen muss, hier nur einige wenige zu reproducieren, um 
wenigstens künftige Reisende in dieser Region auf die Aguacateca-Sprache 
aufmerksam zu machen. 



— 167 — 



Hut: 


xmol 


WaiMr: 


Uiba 


Atole: 


▼ot6 


gib mir tortillas: 


viTe duTa 


Fleiidi: 


chorife 


gesakenes Fleiaeh: 


chorffe dmm 


Bohnen (frijol): 


avoTun 

• 


Sehwein: 


hoch (siehe Teig^L Yocabnlar) 


Hund: 


parfj 


Katze: 


jan6 


Ei: 


jolop 


ZopQote: 


jus 


Falke: 


julüya 


Eok: 


curucüv 

• 


Jaguar: 


curpan 


Cttgoar: 


seron 


Wildschwein: 


hoch COT 

• 


RfiflMlbir: 


tdmpe 


Coyote: 


ooj6y 


Affe: 


mnxtaj 


Görtelthier: 


maja 


Mana: 


top6y 


FledennauB: 


bolotüj 


Schlange: 


lenteri 


Fisch: 


capaj 


gesalzoier Fisch: 


capaj chum 


Eüchttischabe : 


pach 


Schmetterling: 


bol6 


Cicade: 


chinquin 


Fliege: 


moror6 


Scorpion : 


tachaj 


Floh: 


pup6y 


Hinunel: 


telchi 



— 168 — 



Sonne : 


chorpon 


Mond : 


lürua 


Stern: 


elaj 


Blitz, Donner: 


torpeng 


Tag: 


biving 


Kacht: 


chopüy 


heute: 


Joj6 


morgen : 


maner6 


übermorgen : 


paji maoer6 


gestern : 


rep 


Feuer : 


junüy 


Rauch: 


arochop 


Asche : 


chinip 


i3tein: 


pulux 


Staub : 


lorof 


Koth: 


totoch 


Baum: 


chocong 


Mozo, Arbeiter: 


sonom 


ich bin sehr krank 


: Jon cavic cha 


angenehm : 


suc 


ich fürchte mich: 


Jon tzanic imac 


danke : 


matiox (mexicanischer Ausdruck) 


ich blieb da: 


vivi chavi 


zart: 


rxa 


weich : 


rxa-rxa 


gut: 


beyening 


schlecht : 


nojop 


gross: 


mdni 


klein : 


papelif 


eng: 


bayenef 


lang: 


charÄnte 


wohl und gesund: 


noiing xa s6sis 


krank: 


norung ya quiquiquis 



— n» — 



Spiach«! Mit. 

Die ibnzss. :mr tmk ier '^lie'iad Banrxeio .^rspoesen ^uaöricsE^ 
aind anr zu -T^gnSfirng. im äe ner ni -TOronnfTeppa. T^uzE^emänmis. 
bemhen se uzt ^«ner ^bsnanKÖizzis aeses H^iic^iesa. ia^ inrm. zusp 
Jahr» ^rm aenier Tf-'Tiiar ^siferar .s&iebr izid üe iorrijs ZzsifuiBfniRaüii^ 

A^üacakQJi .e*!**!!. vre- cü iorr uu' ^ataimizpii -rrz-rr: 

der T«döi "^ H^aDiuarP' arznq°n>*ii."'- -vesa iLini ;£ir7r*^iÄr ie _j.uat;zTii:.^ii^ 
«ier Barmerö 'auca uia lem T>-Ücniiiiää .'»^" >Tarr:iiäT -ssL "»3ä .iTax 
"^ur ihfS" **>*"' Tiirn* ^rm-ä mrfUlIIz virp-. .'ier rin. rTitil ier 3e^'*i- 

BeordieilnTTg i&r ^rt^l^iuL^ ifrr A^üiuraier^a uuäeiiiEaäii'^s. m. ia» T-a 






— 170 — 



Sprachen nnbekannter Stellnng. 
23. Die Sinca-Sprache. 

Literatur. 

Zur Zeit Dr. Berendt's existierte in Guatemala ein von Juan Gavarrete 
von einem Indianer yon Sinacantan aufgenommenes Yocabular in 
MS. Als es mir unmöglich geworden war, das Sincagebiet selbst 
zu bereisen, erkundigte ich mich beim Bruder des yerstorbenen 
J. Gavarrete nach diesem Verzeichniss , das 81 Worte und 10 
Zahlworte umfassen soll, um es zu copieren. Der Bruder hatte 
dasselbe aber an die Sociedad Econ6mica verkauft, und da diese 
Gesellschaft durch die Regierung von Guatemala aufgelöst worden 
war, so ist der Yerbleib des fraglichen MS. unbekannt. Dr. 
Berendt hatte übrigens davon Copie genommen, und ist dieselbe 
vermuthlich unter seinem, leider sehr zerstreuten, handschriftlichen 
Kachlass aufzufinden. Eine neue Untersuchung dieser Sprache, 
die vielleicht ein neues Licht auf die alten Völkerwanderungen an 
dieser entlegenen Küste werfen könnte, wäre dringend geboten, 
bevor dieselbe ausstirbt. 

Synonymie: Sinca (Juarros), Xinca (Berendt MS.), Xorti (in dem 
ethnographischen Kärtchen der in Paris herausgegebenen Karte 
de la Eepüblica de Guatemala trazada por J. Gavarrete). 
Xm der ethnographischen Karte. 

Gebiet der Sinca-Sprache. Nach Juarros wird dieselbe in Guate- 
mala an folgenden Orten gesprochen: Guazacapan, Chiquimulilla, 







U-fttcs ö» TjnmnnBiHiBii nsr ?uiicfc-?iinkäif h ümiü-Jih Ii ä? ütsmiHfe 



— 172 — 



24. Die AlagUilac-Sprache. 

XYII der ethnographischen Karte. 

Wir kennen zur Zeit yon dieser Sprache, für welche Juarros das 
Dorf S. Crist6bal Acasahuastlan im Thal des Rio Motagua (Dept. 
Zacapa) angibt, bloss den Namen. 

Der Oidor Palacio nennt in seiner „Carta dirijida al Hey de 
Espana" vom Jahre 1576 unter den Sprachen yon Guatemala auch 
die Tlacacevastleca als die Sprache des Thaies von Acasahuastlan, 
womit er offenbar die später von Juarros als Alagüilac aufgeführte 
Sprache meint. 

Als ich mich auf der Durchreise nach Izabal in Guastatoya auf- 
hielt, wurde mir gesagt^ dass in S. Cristöbal Acas. kein Indianisch mehr, 
sondern bloss Spanisch gesprochen werde, so dass also das Alagüilac 
zu den ausgesprochenen Sprachen zu rechnen wäre. 



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^ÖTL 'S «3T.. difiäeliia. 2L Hiiiiiiiiüi: Ade: zc widerii$t%, 

OS &id. ttiL ^{ziidSKi. ^ijL äpff jr^TnpmBmnfiT. Sxamn^ entfern: it«ii.. 

ä«. iiuTjireL Sli-'^i - Spm'.-iheL r"^'7l i;-V jsüiifirW'. durot. w^m ö^iei^ 
fixidorer IdjüUii ^tfucmm: "Legim einnisimk 

I>är üLl'Ijsk ZwtiT. wtjtciitir sicL Tot öeiL Ilftsitt de: l^hvift-^moh^i 

i&eib^ fiiiü. iküTmblut iänA XwamL sacr. Abiauf eino* ^wi!%$<^4. Zoii ir. 
drei TSErrbiäiieuäiH: AirnftliinigeL . dereL rfci&tjvfö X\te: ÄWSWTardenrtiot! 
«cä:wiezir 2x i*<:siinmieL isi. wi^halt' icii sie im luuübslehonder. Soheim 
Tcm öuäiL Pmikif- au^gebfiL laste. Dk drei .Vbtheilui^Ti ^inc: 



— 174 — 

1) Die Pokonchi-Gruppe, gebildet aus Qu^ekcMj PohoncM, Pokomam 
und Chortu 

2) Die Qu'iche-Gruppe, bestehend aus Qu^iche, Uspanieca, Cakchiquel 
und Ts^utujilj 

und 3) Die Mame-Gruppe, mit dem Ixil, der Mame und Äguacateca, 

Innerhalb jeder einzelnen dieser Gruppen traten dann im Laufe 
der Zeit weitere Differenzierungen ein , indem sie sich nach und nach 
in diejenigen Zweige auflosten, welche uns heutzutage als gesonderte 
Sprachen bekannt sind. 

Doch scheint diese Ablösung der einzelnen Idiome innerhalb jeder 
Gruppe nicht annähernd gleichzeitig vor sich gegangen zu sein, indem 
sich in dem gegenseitigen Verwandtschaftsgrad derselben untereinander 
erhebliche Unterschiede bemerkbar machen. 

So scheint innerhalb der Pokonchf-Gruppe das QuekcM sich am 
frühesten getrennt und eine eigene Richtung eingeschlagen zu haben, 
während die übrigen, das Pokomchi, Pokomam und Chorti noch länger 
als einheitliche Sprache beisammen blieben. Später, yermuthlich als 
das zusammenhängende Gebiet derselben yon andern Sprachstämmen 
gesprengt wurde, bildete sich die Differenzierung zwischen PokoncM 
und Pokomam aus, und in relativ jüngster Zeit zerfiel dieses wieder in 
Pokomam und das Chorti, 

Die Qu'ich6-Gruppe trennte sich wohl schon ziemlich früh in das 
QuHchS und das Cakchiquel. Yon dem letztem zweigte sich in späterer 
Zeit das Tz^utujil ab, während im QuHcM die Sprache der Herrschaft; 
von Uspantan eine eigen thümliche Entwicklung nahm und zur üspanteca 
sich ausbildete. 

Yom grossen Stamme des Mames trennte sich yermuthlich zuerst 
die Sprache der Sierra, das Ixil, ab, während in einer spätem Zeit sich 
die Äguacateca als kleinerer Seitenzweig der Mame ausschied. 

In wie weit für die Entwicklung der Maya-Sprachen yon Guatemala 
und ihre jetzige Entfemung von der typischen Sprache von Yucatan 
die Sprachelemente einer der Maya-Invasion yoraufgegangenen Urbevöl- 
kerung in Betracht kamen, darüber fehlen uns alle Anhaltspunkte. 







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Inhaltsverzeichniss. 

Seite. 
T orDomorKUDK ••• ••• •«■ ••■ ••• ••• ••• ••• »«• •«• »«« y ij^ 

1. Die Pipiles 1 

Wortverzeiohniss der Pipil-Sprache von Salami 15 

2. Die Pupuluca-Indianer 26 

Vocabular der Pupuluca-Spraohe 28 

3. Die Caraiben und ihre Sprache 29 

^XLtt Y t«* V vAlWwA ••• ••• ••• ••• ••• ••• ••• ••• ••• ••• ••• 04 

Alphabet der Maya-Sprachen 40 

Yergleichendes Vocabular der Maya-Sprachen 45 

7« JL^l" XlUCio v6vC«9 ••• ••• ••• ••• ■■• ••• ■•• ■•• ••• ••• ••• Ix 

V* JLßX^y JxLIJIYqID ••• ••■ ••• ••• ••• ••• ••• ••• ••■ ••• ••• ••• CO 

6. Die Chontales von Tabasco 82 

7. Die Tzentales 84 

8. Die Tzotziles 86 

V» jLras v/nanaDai ••• ••• ••• ••• ••• ••• ••• ••• ■■• ••• ••• oo 

10. Die Choles 89 

xl. XJlsi JXLi/UclIlCD •«. ••* •«• ... ... ... ... ••• ••• •.• «/X 

12. Die Qu'ekchi-Indianer 96 

13. Die Pokonchi-Indianer 100 

14. Lrie ir oivOuiames •«. ... ... ... ••• .«. ... ... ».. ... ... J.uo 

15. Die Chorti-Indianer 106 

XO. um Vfvl 1UJUL<D ... ... ... ••• ... .«• ... ... ... ... ... X\/t7 

17. Die Indianer von S. Miguel üspantan 123 

18. Die Cakchiqueles 126 

Grammatikalische Skizze der Cakchiquel-Sprache von S. Juan 

OUrv^ vt> L/"CJ Uca ■•• ••• t«» ■•• ■•• ••• ••• ••« ••• ••■ ••• jL£t%J 

Anmerkung zur Cakchiquel-Sprache 154 

Xt/. JL/ie LZ utuiiies •>. ... ... •«. •.. ••• ... ... *•• ... ••• xo«/ 

90 Difi TxilPH Ifil 

M^Vr« JL^ ^\J AimllV^O •■• ••• ••• •■• ••• ••• ••• ■•• ••• ••• ••• ••• X \J X 

^JL» Xylt) Jil<lTI168 ••• ••• ••• ••• •■• ••• ■■• ■•• ••• ••• ••• ••• XDx 

22. Die Aguacateca .odey Sprache von Aguacatan .. 166 

23. Die Sinca-Sprache 170 

24. Die Alagüilac-Sprache 172 

Das Descendenzverhältniss der Maya-Sprachen 173 



Schematischer Stammbaum der Maya-Sprachen 
Ethnographische Karte von Guatemala 



prachen \ 

\ Beilagen 

••• ••• ••• ••• ••• I 



ix€ciy. 



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